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Das Online-Magazin der Schweizerischen Bankiervereinigung
27. September 2018

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Ein Blick hinter die Kulissen der Digitalisierung

Ein Blick hinter die Kulissen der Digitalisierung

Die Schweizer Banken gestalten heute die Finanzdienstleistungen von morgen. Der Film «Zukunftsgestalter» zeigt das am Beispiel von sieben jungen Menschen eindrücklich auf. insight hat zwei von ihnen gefragt, was das für sie persönlich bedeutet.

insight: Frau Oikonomou, Sie arbeiten aktiv an der Gestaltung der Zukunft der Schweizer Banken. Was bedeutet das für Sie persönlich?

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Sofia Oikonomou, Innovation Sprint Manager bei SIX Innovation & Digital
Ich glaube, dass Innovation die entscheidende Komponente ist, um die Finanzdienstleistungen in Zukunft zu erhalten, zu entwickeln und zu optimieren. Es entstehen neue Bedürfnisse und die Antwort darauf heisst Innovation. Für mich persönlich ist es grossartig bei SIX zu arbeiten, denn das Unternehmen sagt ja zu Innovation und versteht deren Wert und Potenzial.

Im Film erzählen Sie sehr engagiert von Ihrer Arbeit, Ihre Begeisterung reisst einem richtig mit. Was ist es, das Sie so für Ihre Arbeit motiviert?

Da gibt es drei Hauptpunkte: Zuerst einmal liebe ich meinen Job und was ich mache. Als Innovation Sprint Manager organisiere ich die sogenannten Sprints, bei denen wir mit Stakeholdern und Fachexperten Bedürfnisse identifizieren. Während des Sprints agiere ich als Coach, das heisst ich unterstütze die Teams mit Tools, der Design-Thinking-Methode, und kreiere einen Start-up-Spirit. Zweitens gefällt es mir, dass ich immer mit inspirierenden Leuten und neuen Themen arbeiten kann. Und schliesslich arbeite ich wirklich gerne im Innovations-Team von SIX, weil die Leute so offen, proaktiv, leidenschaftlich und voll engagiert sind.

Und welches sind die grössten Herausforderungen, die Sie meistern müssen?

Im Bereich Innovation sind Herausforderungen eine gute Sache, die unsere Arbeit vorwärts bringen. Der schwierigste Teil meines Jobs ist es, die Leute zu inspirieren und Wege zu finden, sie dazu zu bringen «outside the box» zu denken und eine Weile ihr Tagesgeschäft zu vergessen. Es ist meine persönliche Motivation die Leute dazu zu bringen, die Herausforderungen anzunehmen und dem Design-Thinking-Prozess zu vertrauen und so neue, tragfähige Geschäftsideen zu kreieren.

Wie stellen Sie sich das Swiss Banking in 5 Jahren vor, was wird sich alles verändern, was wird gleich bleiben?

Das ist eine sehr gute Frage. Natürlich weiss niemand, was die Zukunft bringt. Ich glaube, dass die Kernelemente des Swiss Banking sich entwickeln und in fünf Jahren viel digitaler sein werden. Das wird Produkte und Prozesse betreffen. Zum Beispiel glaube ich, dass traditionelle Anlageklassen zwar immer noch dominant sein werden. Gleichzeitig werden digitale Assets aber relevanter sein als heute.

insight: Herr Catrambone, Sie arbeiten aktiv an der Gestaltung der Zukunft der Schweizer Banken. Was bedeutet das für Sie?

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Massimo Catrambone, Partner Management Technologie + Entwicklung bei Hypothekarbank Lenzburg AG
Ein wichtiger Punkt ist für mich, neue Wege einzuschlagen. Das heisst, Mut zu haben, Sachen zu verändern, Neues auszuprobieren und Entscheidungen zu treffen, die ab und zu auch unkonventionell sind. Auch ganz wichtig ist es, kein Einzelkämpfer zu sein. Mir ist es wichtig, dass ich meine Kolleginnen und Kollegen im Team motivieren kann, dass jeder Verbesserungsvorschläge einbringen kann und dass sie ernst genommen werden. Und was für mich ganz klar ist: Das, was wir heute machen, ist eine Investition für morgen. Die Früchte davon werden wir erst in ein paar Jahren ernten.

Im Film erzählen Sie sehr engagiert von Ihrer Arbeit, Ihre Begeisterung reisst einem richtig mit. Was ist es, das Sie so für Ihre Arbeit motiviert?

Ich denke immer vom Ergebnis her und halte mir das Ziel meiner Projekte konkret vor Augen. Und dann geht es auch darum, zu beweisen, dass das, was wir uns vorgenommen haben, nicht unmöglich ist und zu wissen, dass wir unser Potential wirklich voll ausgeschöpft haben.

Und welches sind die grössten Herausforderungen, die Sie meistern müssen?

Zum einen sind das die Anzahl Projekte. Wir haben viele coole Ideen, aber wir können nie alles machen. Wir müssen uns die Sachen raussuchen, die am wichtigsten sind. Dabei können sich die Prioritäten sehr schnell ändern. Wir beurteilen wöchentlich den Stand der Projekte und entscheiden immer wieder zeitnah, was hohe oder tiefe Priorität hat.

Welche Kriterien wenden Sie dabei an?

Gewisse Dinge müssen wir machen, die sind regulatorisch vorgegeben. Bei den Innovationsprojekten bevorzuge ich diejenigen, wo wir mit dem kleinstmöglichen Aufwand am meisten erreichen können. Und ein ganz wichtiger Punkt: es muss möglichst immer etwas sein, das am Schluss für den Kunden einen Mehrwert bietet.

Wie stellen Sie sich das Swiss Banking in 5 Jahren vor, was wird sich alles verändern, was wird gleich bleiben?

Einiges wird noch genau gleich laufen, wie heute. Es wird immer noch Bankfilialen geben und den menschlichen Kontakt zwischen Kunde und Berater. Aber dabei wird viel mehr Technologie eingesetzt werden, z.B. künstliche Intelligenz in der Beratung und die Blockchain in der Abwicklung. Und der Kontakt zum Kunden wird über digitale Kanäle weitergepflegt werden. Auch über Kanäle, die heute schon bestehen, wie zum Beispiel E-Banking. Aber auf diesen und neuen Plattformen werden Kunden in Zukunft viel mehr Dienstleistungen angeboten. Der Marktplatzgedanke wird dank der Verfügbarkeit und Integration von Banken APIs eine wichtige Rolle spielen. Einen grossen Boost in dieser Richtung haben wir von Finanzinstituten mit der nötigen Offenheit, wie z.B. die Hypothekarbank Lenzburg, aber auch dank Initiativen wie jene die aktuell vom Swiss Fintech Innovations im Bereich Common API vorangetrieben werden.