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04. Juli 2014

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Von Geschäftsmodellen, Strategien und Standards

Von Geschäftsmodellen, Strategien und Standards

Über 50 Journalisten, eine spannende Paneldiskussion sowie lehrreiche Expertenreferate: Das sechzehnte Journalistenseminar vermittelte die Anliegen und die Situation des Finanzplatzes Schweiz und der Banken einem interessierten Fachpublikum.

Zum sechzehnten Mal lud die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) im Juni in- und ausländische Journalisten ans Journalistenseminar ein. Über 50 waren dabei.

Einig und entspannt

Zu Beginn des Panels „Unterschiedliche Geschäftsmodelle - eine Strategie“ sagte Thomas Aeschi, Nationalrat SVP, dass er die Bankenwelt als nicht immer geschlossen wahrnehme und Banken oft unterschiedliche Ansichten hätten. Die übrigen Teilnehmer sahen dies entspannter. Für Claude-Alain Margelisch, Vorsitzender der Geschäftsleitung SBVg, war es natürlich, dass unter den vielfältigen Schweizer Banken unterschiedliche Meinungen existieren. „Zentral ist, dass wir uns einigen, wo die Interessen des Finanzplatzes liegen. Und dabei besteht unter den Banken nach wie vor grosser Konsens“. Auch für ZKB-CEO Martin Scholl war dies nachvollziehbar. Er verglich Banken mit Hotels in der Stadt und auf dem Land. Unterschiedliche Hotels würden abweichende Bedürfnisse befriedigen, genau so wie Banken. Aymo Brunetti, Prof. Dr. der Universität Basel und Leiter der Expertengruppe Brunetti, ergänzte, dass man sich rege austausche. Head Private Banking & Wealth Management und CEO Region Switzerland der Credit Suisse, Hans-Ulrich Meister, betonte, dass die SBVg es immer schaffte, Komplexität zu bündeln und Konsens zu finden.

Hans-Ulrich Meister betonte, dass die SBVg es immer schaffte, Komplexität zu bündeln und Konsens zu finden.

Hinsichtlich Bankkundengeheimnis und automatischem Informationsaustausch (AIA) gegenüber dem Ausland sagte Michel Dérobert, Direktor der Vereinigung Schweizerischer Privatbanken (VSPB), dass man sich an die neue Realität angepasst habe. Sorgen mache aber der wichtige EU-Marktzugang. Claude-Alain Margelisch verglich den AIA gegenüber dem Ausland mit einem Zug: „Der Zug hat die Haltestelle verlassen. Die Frage ist nicht ob der AIA kommt, sondern wann und wie“.

Strategie und Umsetzung

Am zweiten Tag wurden internationale Standards im Bankenbereich diskutiert. Claude-Alain Margelisch präsentierte seine persönlichen Ansichten zur Übernahme von internationalen Standards und erläuterte beispielsweise, dass Schweizer Banken diese Fragen nicht nur aus innenpolitischer Sichtweise lösen dürfen. Dr. Markus Staub, Leiter Bankenpolitik und Bankenregulierung SBVg, zeigte auf, dass es für die Banken-Robustheit ein gutes Zusammenspiel von Leverage Ratio und risikoadjustierter Eigenmittelunterlegung braucht.

Dr. Markus Staub zeigte auf, dass es für die Banken-Robustheit ein gutes Zusammenspiel von Leverage Ratio und risikoadjustierter Eigenmittelunterlegung braucht.

Dr. Nina Arquint, Leiterin Geschäftsbereich Strategische Grundlagen Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA, erklärte, welche Regulierungsprojekte national und international in der Pipeline sind. Stefan Flückiger, Leiter der Schweizer Delegation bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), und Urs Kapalle, Leiter Steuern SBVg, vertieften den AIA aus Behörden- und Bankensicht. Botschafter Flückiger betonte zusätzlich die aktive und konstruktive Rolle der SBVg in den Gesprächen innerhalb der OECD. Dass doch nicht alles eitel Sonnenschein ist, zeigte sich bei den Schlussreferaten. Alexander Karrer, Stv. Staatssekretär Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF), und Dr. Renate Schwob, Leiterin Finanzmarkt Schweiz SBVg, machten deutlich, dass beim Thema Steuerdelikte als Vortaten zur Geldwäscherei noch erhebliche Unterschiede bestehen.

Der Anlass bot Raum für Diskussionen und Beziehungspflege mit Journalisten und. Kurz: ein gutbesuchter Anlass, der Lust machte auf eine siebzehnte Ausgabe.