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Schutz der finanziellen Privatsphäre bleibt wichtig, Lösungen für offene Steuer- und Marktzugangsfragen gefordert

Basel, 18. März 2013 Die Bevölkerung will am Bankkundengeheimnis für inländische Kunden festhalten und unterstreicht damit, dass der Schutz der finanziellen Privatsphäre für sie nach wie vor ein hohes Gut ist. Die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz sieht die Bevölkerung zunehmend gefährdet. Hier ist auch die Politik gefragt.
Seit 1995 führt die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) eine repräsentative Meinungsumfrage über das Verhältnis der Schweizerinnen und Schweizer zur Bankbranche und über die allgemeine Bedeutung der Banken für die schweizerische Wirtschaft durch. Die langjährige Konstanz der Umfragemethode erlaubt einen zuverlässigen Langzeitvergleich.

Finanzielle Privatsphäre ist der Schweizer Bevölkerung wichtig

Die finanzielle Privatsphäre ist den Schweizerinnen und Schweizern weiterhin ein grosses Anliegen: 86% der Befragten sind der Meinung, dass die finanziellen Daten von Bankkunden gegenüber Dritten geschützt werden müssen (2011: 91%). Zum ersten Mal explizit nach dem Bankkundengeheimnis für inländische Kunden gefragt, wollen denn auch 72% der Befragten keine Abschwächung. Auch dem Druck aus dem Ausland will die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer nach wie vor nicht nachgeben. Jedoch hat sich der Anteil derjenigen, die ein Nachgeben befürworten, erhöht (2013: 31%, 2011: 27%). Im Kontext der anhaltenden und schwierigen Diskussionen mit der EU und den USA ist diese marginale Verschlechterung trotzdem als positiv zu bewerten. Die Schweizerinnen und Schweizer wollen sich vom Ausland nichts aufzwingen lassen, und das erwarten sie auch von der offiziellen Schweiz. Deren Einsatz für den Schutz des Bankkundengeheimnisses wird etwas kritischer eingeschätzt (2013: 38% setzt sich nicht genügend dafür ein, 2011: 34%).

Banken geniessen nach wie vor Rückhalt in der Bevölkerung

Die Umfragewerte zeigen, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer durch die skandalisierende Berichterstattung wenig beeinflussen lassen. 43% der Befragten haben eine sehr positive oder positive Meinung über die Banken (2011: 46%). Die Schweizerinnen und Schweizer würdigen also nach wie vor die Wichtigkeit der Banken für die Gesamtwirtschaft: 83% der Befragten sind der Meinung, dass die Banken einen wichtigen Beitrag an die Gesamtwirtschaft leisten (2011: 86%). Die Bedeutung der Bankenbranche für den Arbeitsmarkt (83%) und als Steuerzahler (76%) wird weiterhin deutlich anerkannt, wenn auch etwas rückläufig (2011: 87%, 81%). Dieser Trend lässt sich durchaus mit der schwierigen Ertragslage und den angekündigten Umstrukturierungsmassnahmen in der Branche erklären.

Offene Steuer- und Marktzugangsfragen: Politik und Branche gefordert

52% der Schweizerinnen und Schweizer stufen den Schweizer Finanzplatz im Vergleich zu Grossbritannien, Singapur, Luxemburg oder den USA zwar immer noch stärker ein, doch sehen sie die internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend gefährdet. 35% der Befragten (2011: 13%) befürchten, dass sich die Wettbewerbsposition des Schweizer Finanzplatzes verschlechtern wird. Diese Ängste werden geschürt durch die offenen Steuer- und Marktzugangsfragen mit dem Ausland. Die Politik und die Branche haben es somit in der Hand, mit einer raschen und für beide Seiten befriedigenden Lösung die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes zu bewahren und das Vertrauen der Bevölkerung in dessen Konkurrenzfähigkeit wieder herzustellen.

Methodologie und Stichprobe

Die Stichprobe umfasst 1005 Schweizer Bürgerinnen und Bürger (502 Deutschschweizer, 302 Westschweizer, 201 Tessiner, gewichtet nach dem demographischen Anteil jeder Sprachregion) ab 18 Jahren (ohne Altersobergrenze). Der Stichprobenfehler liegt bei maximal +/- 3,1%. Die Stichprobe hat sich gegenüber den Vorjahren nicht bedeutend verändert und der Fragebogen wurde, um die zeitliche Vergleichbarkeit der Resultate zu sichern, nur wenig angepasst. Lediglich im Zusammenhang mit dem Bankkundengeheimnis wurde neu explizit nach dem inländischen Bankkundengeheimnis gefragt. Die Umfrage wurde vom 3. bis zum 16. Januar 2013 durch das unabhängige Institut M.I.S. Trend SA, Lausanne/Bern, durchgeführt.