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Corona-Krise: Banken als verlässliche Partner der Wirtschaft

Basel, 08. September 2020 Die diesjährige Jahresmedienkonferenz steht ganz im Zeichen der Corona-Krise, ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Rolle der Banken in dieser Zeit.
  • Die Wirtschaft kann sich in der Corona-Krise auf die Banken verlassen: Schnelle und unbürokratische Umsetzung des KMU-Kreditprogramms.
  • Banken als stabiler Pfeiler der Wirtschaft: Solide Entwicklung des Geschäftserfolgs, Anstieg bei den verwalteten Vermögen und globaler Spitzenplatz in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung belegen die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Banken.
  • Steigende Sorgen wegen Andauerns der Corona-Krise: Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) arbeitet mit den Banken an Empfehlungen zum Umgang mit drohenden Insolvenzen.
  • Die SBVg beweist in der Krise ihre Kompetenz und Leistungsfähigkeit.
  • Offene Märkte für Wohlstand und Sicherheit: Die SBVg lehnt die Kündigungsinitiative klar ab.
  • Sustainable Finance bietet für den Schweizer Finanzplatz grosses Potential. Marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Eigeninitiativen der Branche stehen im Mittelpunkt.
  • Nach Veröffentlichung des Leitfadens zur Integration von Nachhaltigkeit in den Beratungsprozess fokussiert die SBVg auf die Bereiche Offenlegung, Klassifizierung und Messbarkeit.
  • SBVg Umfrage: Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung ist mit der Nachhaltigkeit der Banken zufrieden. Schweizerinnen und Schweizer wünschen mehr Informationen zu nachhaltigen Finanzangeboten sowie bessere Rahmenbedingungen.

 

 

KMU-Kreditprogramm hat seine Ziele erfüllt

Das Kreditprogramm ist eine beispiellose Leistung zur Stützung der Schweizer Wirtschaft. Mit grosser Geschwindigkeit und dank dem hohen persönlichen Einsatz aller Beteiligten bei den Banken, den Behörden und der SBVg erhielten betroffene Unternehmen rasch und unbürokratisch bereits in der zweiten Woche des Lockdowns die dringend benötigte Liquidität. Als Verband war die SBVg die zentrale Koordinationsstelle zwischen den involvierten Behörden und den teilnehmen Banken, sowohl bei der Ausarbeitung des Programms als auch bei dessen Durchführung.

Solide Banken als stabiler Pfeiler während der Krise

Die Banken sind ein stabiler Pfeiler des Wirtschaftssystems. Dies belegen die wichtigsten Kennzahlen des jährlichen Bankenbarometers, der demnächst publiziert wird. Der Geschäftserfolg aller Banken wuchs 2019 um 1,1% auf CHF 66 Mrd. Die Schweizer Banken verzeichneten mit 13,8% ein starkes Wachstum der verwalteten Vermögen und halten mit 25% Anteil am globalen Crossborder-Wealth Management-Markt mit Abstand ihren Spitzenplatz.

Neue Empfehlungen für Banken zum Umgang mit Insolvenzrisiken von Unternehmen

Der drastische Einbruch des BIP und dessen Konsequenzen lasten auf der Wirtschaft. Deshalb arbeitet die SBVg gemeinsam mit der Branche an Empfehlungen zum Umgang der Banken mit möglichen Insolvenzen. Ziel ist es, Konkurse nach Möglichkeit zu vermeiden, indem sich die kreditgebenden Banken und die KMU bestmöglich koordinieren. Dies verschafft den Unternehmen Zeit, um Restrukturierungs- und Sanierungsmassnahmen umzusetzen und damit Arbeitsplätze zu sichern.

Herbert J. Scheidt, Präsident der SBVg, sagt: «Wettbewerbsfähige Banken und ein stabiler Finanzplatz sind eine Grundvoraussetzung für das Funktionieren unserer Wirtschaft. Während der Corona-Krise waren unsere Banken mit ihrem dichten Netzwerk in der ganzen Schweiz besonders für ihre Kunden da. Sie zeigen Verantwortung als verlässlicher Partner der Wirtschaft. Auch die SBVg hat in der Krise ihre Leistungsfähigkeit als gebündelter Ansprechpartner und Koordinator der Branche unter Beweis gestellt. Heute zeigt sich die Arbeit der letzten vier Jahre, während der wir im Verband sehr vieles verändert haben.»

SBVg als agiler Verband mit Fachkenntnis und Praxisnähe

Die SBVg ist heute ein anerkannter und gesuchter Ansprechpartner der Politik, der Verwaltung und innerhalb der Branche. Die Erfolgsfaktoren für die Leistungsfähigkeit des Verbandes sind hohe Agilität, eine klare Vision, Effektivität dank grosser Fachkenntnis und Praxisnähe sowie ein gutes Verständnis für die Anliegen in der Politik. Dank dieser Kompetenzen gelingt es der SBVg unternehmerische Freiräume zu schaffen und die Regulierungslast für die Banken zu reduzieren. Die neue FINMA-Verordnung, das erfolgreich eingeführte Kleinbankenregime sowie die Leitfäden für Digitalisierung und Nachhaltigkeit belegen dies.

Nein zur Kündigungsinitiative

Der Wohlstand in der Schweiz beruht besonders auch auf dem grossen Erfolg der Exportindustrie. Die Banken sind ein wichtiger Teil davon und benötigen offene Märkte. Daher lehnt die SBVg die Kündigungsinitiative klar ab. Eine Annahme würde dazu führen, dass sich die Schweiz vom EU-Binnenmarkt abschneidet, denn diese würde die Guillotine-Klausel zur Kündigung der Bilateralen Verträge I auslösen. Die gesamte Schweizer Wirtschaft wäre in verhängnisvoller Weise betroffen.

Während die Kündigungsinitiative eine ernstzunehmende Gefahr für den Marktzugang zur EU darstellt, sind auf Länderebene wichtige Fortschritte zu verzeichnen. So haben die Schweiz und Grossbritannien kürzlich eine Absichtserklärung unterzeichnet, die zum Ziel hat, dass die beiden grössten Finanzplätze Europas möglichst bald über einen verbesserten gegenseitigen Marktzugang für Finanzdienstleistungen verfügen.

Breiteres Verständnis über Finanzmarktstabilität

Die Corona Krise hat deutlich gezeigt, wie wichtig funktionierende Finanzmärkte sind. Finanzmarktstabilität erfordert heute mehr als Eigenmittel- und Liquiditätsvorschriften für die Banken. Es braucht ein breiteres und damit neues Verständnis über die Finanzmarktstabilität, denn sie beruht auf einer Reihe von wichtigen Pfeilern wie etwa Pandemierisiken, Klimarisiken oder Cyberrisiken im Zuge der Digitalisierung. Stabilität ist und bleibt ein zentraler Faktor für das Vertrauen der Kunden und Einleger. Deshalb unterstützt die SBVg die anstehende Teilrevision des Bankengesetzes mit dem Kernstück der Einlagensicherung. Diese soll gezielt und punktuell optimiert werden.

Nachhaltigkeit prägt das Banking von morgen

Sustainable Finance bleibt eine Top-Priorität der SBVg und hat grosses Potential für den Schweizer Finanzplatz. Die SBVg setzt dabei auf attraktive marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Eigeninitiativen der Branche. Nachdem die SBVg im Sommer einen Leitfaden zur Integration von Nachhaltigkeit in den Beratungsprozess für Privatkunden veröffentlicht hat, fokussiert der Verband nun auf die drei Bereiche Offenlegung, Klassifizierung (Taxonomie) und Messbarkeit. Die SBVg arbeitet gemeinsam mit Bund, Behörden und Branche daran, die Anforderungen an die Offenlegung klimabezogener Finanzrisiken zu konkretisieren. Die SBVg unterstützt Bestrebungen zur Entwicklung eines einheitlichen und harmonisierten Klassifizierungssystems sowie aussagekräftiger Messmethoden. Erst mit diesen Voraussetzungen werden Transparenz und Vergleichbarkeit sowie verlässliche Aussagen zur Wirksamkeit der Massnahmen möglich.

Das Forschungsinstitut gfs.bern hat im Auftrag der SBVg eine repräsentative Umfrage zum Thema «Nachhaltigkeit und Banken» durchgeführt. Diese zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung mit der ökologischen Nachhaltigkeit der Banken mehrheitlich zufrieden ist. Zugleich bestehen Erwartungen an die Banken und die Politik. So wünschen die Schweizerinnen und Schweizer, dass die Banken sie in der Beratung stets auch über Aspekte der Nachhaltigkeit informieren. Klare Mehrheiten sprechen sich überdies für mehr Transparenz bezüglich Nachhaltigkeitsaspekten sowie für bessere Rahmenbedingungen für nachhaltige Anlagen und Produkte aus.

Schriftlich durchgeführte Generalversammlung

Aufgrund der Entwicklungen rund um das Coronavirus und zum Schutz der Gesundheit der Mitglieder verzichtete die SBVg dieses Jahr auf eine physische Generalversammlung. Die Mitglieder konnten ihre Stimmrechte schriftlich ausüben. Der Konferenzteil des Schweizerischen Bankiertages wurde um ein Jahr verschoben.