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Banking im Wandel – Zukunftsperspektiven für Banken in der Schweiz

Basel, 2011/09/12 12:10:00 GMT+2 In einer gemeinsamen Studie untersuchen die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) und The Boston Consulting Group (BCG) die Zukunftsperspektiven für Banken in der Schweiz. Die Erträge für Banken könnten bis 2015 um mehr als CHF 10 Mrd. steigen.

Vor dem Hintergrund einer sich weltweit stark wandelnden Finanzindustrie soll die Studie Erkenntnisse dazu liefern, welche Geschäftsfelder sich in Zukunft besonders aussichtsreich entwickeln werden. Für die Banken ergeben sich daraus mögliche Handlungsfelder, die in der strategischen Planung berücksichtigt werden können. Claude-Alain Margelisch, CEO der SBVg, unterstreicht die Bedeutung der Studie: „Die Weltwirtschaft verändert sich rasant, es kommen neue regulatorische Anforderungen auf die Banken zu und die Finanzmärkte in Asien entwickeln sich mit grosser Dynamik. Anhand der Studie, die eine Standortbestimmung und eine detaillierte Untersuchung wichtiger Geschäftsfelder umfasst, verfügen Banken über zuverlässige Prognosen für die Weiterentwicklung ihres Geschäfts. Die Studie stimmt optimistisch, denn sie zeigt, dass der Bankenplatz Schweiz trotz aller Herausforderungen gute Zukunftsaussichten hat.“

Schweizer Banken erwirtschafteten 2010 6.7 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Sie bilden damit einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Schweiz. Zu den Gesamterträgen in Höhe von CHF 58.6 Mia. steuerte das Private Banking mit CHF 25.4 Mia. den grössten Beitrag bei. Die Studie, deren Resultate auf einem erprobten Modell von BCG beruhen, geht bis 2015 davon aus, dass die Erträge über alle fünf untersuchten Geschäftsfelder (Private Banking, Privat- und Firmenkundengeschäft, Asset Management, Investment Banking) um CHF 5.3 Mia. auf insgesamt CHF 64 Mia. steigen. Damit wächst der Bankensektor voraussichtlich gleich schnell wie die Schweizer Volkswirtschaft. Setzen Banken konsequent auf Wachstumsfelder, können zusätzliche Erlöse in Höhe von CHF 4.8 Mia. erzielt werden. Die Ausweitung des Private Banking in Emerging Markets und der Ausbau der Rohstoffhandelsfinanzierung (Commodity Trade Finance) wurden als zukunftsträchtige Geschäftsfelder identifiziert. Ausserdem soll künftig ein starker Fokus auf die Weiterentwicklung der Schweiz zum führenden Asset Management-Standort gelegt werden.

Grössere Preissensitivität der Kunden und neue Geschäftsmodelle lassen jedoch den Druck auf die Bruttomargen steigen. Zusätzlich erhöhen sich die Kosten für die Banken, einerseits durch höhere regulatorische Anforderungen und andererseits durch die Notwendigkeit, die Produkte- und Servicequalität laufend zu steigern. Hinzu kommen politische, volkswirtschaftliche und regulatorische Unsicherheiten. Auch in der Finanzmarktregulierung liegen grosse Herausforderungen, denen die Schweiz mit raschen, pragmatischen Ansätzen wie etwa „Too-Big-To-Fail“ Rechnung trägt. Für die Zukunft des Finanzmarktes muss das Augenmerk zwingend auch auf wettbewerbspolitische Aspekte gelegt werden, denn stabile, zweckmässige Rahmenbedingungen sowie Voraussehbarkeit regulatorischer Entwicklungen sind für einen prosperierenden Bankensektor eine unabdingbare Voraussetzung. Auch Wettbewerbsnachteile wie ein beschränkter Zugang zu ausländischen Märkten können das Wachstum hemmen. Nachteilig wirkt sich ebenso die Stempelsteuer aus, deren Abschaffung die SBVg seit Langem fordert.

Die Ergebnisse der Studie werden in ihrer Substanz durch kurzfristige Marktentwicklungen, wie sie aktuell im Zins- und Währungsbereich bestehen, nicht beeinflusst. Die Position des hiesigen Bankenplatzes als professionelles Zentrum für international und lokal starke, innovative, kundenorientierte und diskrete Bankdienstleistungen kann und muss in Zukunft weiter gestärkt werden.

Mitteilung an die Medien

Die komplette Studie zum Download finden Sie hier. Heute findet um 10 Uhr im Hotel Widder in Zürich eine Medienkonferenz statt, an der die Studie im Detail vorgestellt wird.