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Bankenbarometer 2019 - Banken in der Schweiz trotzen dem anspruchsvollen Umfeld

Basel, 29. August 2019 Das wirtschaftliche Umfeld der Banken in der Schweiz gestaltet sich anspruchsvoll: Wirtschaftspolitische Unsicherheiten, Restriktionen beim Marktzugang und der dynamische Wandel der Marktstrukturen prägen die Rahmenbedingungen für die Institute. Angesichts gesunkener Margen und der fortschreitenden Digitalisierung der Finanzbranche dürfte sich die strukturelle Neuordnung im Bankensektor auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Trotz des unsicheren Umfelds, der Anpassungsprozesse und der wirtschaftlichen Herausforderungen entwickelten sich die Banken 2018 sehr solide. Der aggregierte Geschäftserfolg der Banken stieg 2018 um 4,6 Prozent auf CHF 65,3 Mrd. Der Jahresgewinn der 248 Banken stieg um 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr an und betrug CHF 11,5 Mrd. Das verwaltete Vermögen ging um 4,8 Prozent auf CHF 6’943 Mrd. zurück.

Die Banken tragen weiterhin massgeblich zum Erfolg des Schweizer Finanzplatzes bei. Sie erwirtschafteten einen Jahresgewinn von über CHF 11 Mrd. „Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist, konnten die Banken in der Schweiz ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Die Anzahl Beschäftigten im Inland ging nur leicht zurück. Laut unserer Umfrage rechnen drei von fünf Banken für die zweite Jahreshälfte mit einer stabilen Beschäftigungssituation“, kommentiert August Benz, Stv. CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und Leiter Private Banking & Asset Management, die diesjährige Ausgabe des Bankenbarometers.

Solider Geschäftserfolg

Die Anzahl Banken in der Schweiz ging per Ende 2018 um 5 auf insgesamt 248 zurück. Der Rückgang betrifft die Regionalbanken und Sparkassen, die Auslandbanken und die Privatbanken. Der Jahresgewinn (Periodenerfolg) erhöhte sich um CHF 1,7 Mrd. (+ 17,3 %) auf CHF 11,5 Mrd. Die Bilanzsumme sank leicht um 0,8 Prozent auf CHF 3'225 Mrd. Das Kreditgeschäft bleibt ein wichtiges Standbein für die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite betrug im vergangenen Jahr 3,6 Prozent und lag somit über dem Vorjahresniveau (2017: 2,7 %). Das verwaltete Vermögen reduzierte sich um 4,8 Prozent auf insgesamt CHF 6’943 Mrd. Ausschlaggebend war vor allem die Entwicklung der Aktienkurse. In der globalen grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung für Privatkunden bleibt die Schweiz mit einem Marktanteil von 26,6 Prozent weiterhin Weltmarktführerin.

Über 90’000 Beschäftigte bei Bankinstituten

Die Anzahl Beschäftigten im Inland (90’660 Personen in Vollzeitäquivalenten) reduzierte sich per Ende 2018 um 1,3 Prozent. Ein Teil des leichten Rückgangs ist damit zu erklären, dass Stellen in Konzerneinheiten verlagert wurden, die nicht von der Bankenstatistik erfasst werden. Die Entwicklung des Personalbestandes der Banken war im ersten Halbjahr 2019 gemäss einer von der SBVg durchgeführten Umfrage leicht zunehmend. Die Mehrheit der befragten Banken rechnen für das zweite Halbjahr 2019 mit einer gleichbleibenden Beschäftigung in ihrem Institut.

Im Fokus des diesjährigen Bankenbarometers stehen das Wealth Management und das Investment Management, die sich weiterhin als tragende Säulen des Finanzplatzes Schweiz auszeichnen. Das Wealth Management in der Schweiz wächst zwar weniger stark als das an den Konkurrenzstandorten. Doch resultierte trotz des Trends hin zu einer noch engmaschigeren Regulierung in den vergangenen Jahren ein Nettowachstum der verwalteten Vermögen. Die hiesigen Banken verwalteten 2018 rund CHF 3'700 Mrd. an Privatvermögen, davon stammen CHF 2'300 Mrd. aus dem grenzüberschreitenden Geschäft. In den letzten fünf Jahren nahmen die grenzüberscheitend verwalteten Vermögen um CHF 300 Mrd. zu. Dies betrifft alle Herkunftsregionen.

Volatilität in der Politik

Die Banken in der Schweiz sehen sich zahlreichen Herausforderungen gegenüber: Die angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, die Diskussionen um das Verhältnis mit der Europäischen Union, das Ende der Äquivalenzanerkennung der Schweizer Börse durch die EU sowie eine geplante Digitalsteuer durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) dürften die kommenden Monate prägen. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes sicherzustellen, benötigen die Banken in der Schweiz verlässliche Rahmenbedingungen. Dies schafft die Möglichkeit, sich im aktuell schwierigen Umfeld aus eigener Kraft in neuen Geschäftsfeldern verstärkt zu etablieren. „Die Banken müssen sich in der Tiefzinsphase und aufgrund des anhaltenden Margendrucks auf Geschäftsfelder mit Wachstumspotenzial wie etwa Sustainable Finance fokussieren“, sagt Martin Hess, Chefökonom der SBVg.

Digitalisierung im Fokus des Finanzplatzes

Die Banken in der Schweiz sind auf optimale Rahmenbedingungen angewiesen, um die aus der Digitalisierung resultierenden Umbrüche in der Wertschöpfungskette für sich nutzen zu können. Die Bankiervereinigung setzt sich aktiv dafür ein, dass sich ihre Mitglieder in einem konkurrenzfähigen Ökosystem bewegen, und unterstützt die Banken beispielsweise mit der Publikation von Leitlinien für Cloud-Banking und zur Konto-Eröffnung für Blockchain-Unternehmen. Die für die Banken wichtigen Innovationen entstehen sowohl im Wettbewerb als auch im Zusammenspiel mit Fintech- und Blockchain-Firmen. Digital Assets (z.B. elektronische Währungen), Cloud Banking, Open Banking und Anwendungen der künstlichen Intelligenz sind auf dem Radar der Banken.