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Bankenbarometer 2018: Wachstum trotz anhaltenden Herausforderungen

Basel, 2018/08/30 09:30:00 GMT+2 Die Herausforderungen im Bankensektor hielten auch im Jahr 2017 an. Weiterhin steigende Regulierungskosten, die anhaltende Negativzinsphase sowie politische und rechtliche Unsicherheiten im Zuge des Brexit und im internationalen Handel kennzeichnen die aktuelle Lage. Doch die Schweizer Banken sind zurück auf dem Wachstumspfad. Der aggregierte Jahresgewinn der 253 Banken stieg auf CHF 9,8 Mrd. und nahm gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent zu. Das verwaltete Vermögen erreichte mit CHF 7’292 Mrd. einen neuen Höchststand seit der Finanzkrise.

Die Banken tragen weiterhin massgeblich zum Erfolg des Schweizer Finanzplatzes bei. Sie erwirtschafteten einen Jahresgewinn von knapp CHF 10 Mrd. „Die Zeichen stehen wieder auf Wachstum, auch wenn das gegenwärtige Umfeld von Unsicherheiten geprägt ist. Umso eindrücklicher ist die Leistung der Banken. Positiv stimmen auch die von der Branche erwarteten Beschäftigungszahlen. Laut unserer Umfrage rechnen rund ein Drittel der befragten Banken noch in diesem Jahr mit einer verbesserten Beschäftigungslage“, kommentiert August Benz, Stv. CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und Leiter Private Banking & Asset Management, die diesjährige Ausgabe des Bankenbarometers.

Solider Geschäftserfolg

Die Anzahl Banken in der Schweiz ging per Ende 2017 um 8 auf insgesamt 253 zurück. Die Reduktion betrifft ausschliesslich Auslandbanken und deren Filialen. Der aggregierte Jahresgewinn (Periodenerfolg) erhöhte sich um CHF 1,9 Mrd. (+ 24,0 Prozent). Die aggregierte Bilanzsumme stieg um 4,8 Prozent auf CHF 3'249 Mrd. Das Kreditgeschäft bleibt ein wichtiges Standbein für die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite liegt mit 2,7 Prozent auf Vorjahresniveau. Das verwaltete Vermögen erreichte einen neuen Höchststand, wobei sich der Vermögensanteil von ausländischen Kunden seit dem Bekenntnis zum automatischen Informationsaustausch (AIA) 2013 nur geringfügig geändert hat. Trotz verschärfter regulatorischer Rahmenbedingungen und anhaltendem Niedrigzinsumfeld ist die Schweiz weiterhin Nummer 1 im globalen grenzüberschreitenden Private Banking. Die Anzahl Beschäftigte im Inland (93'554 Personen in Vollzeitäquivalenten) reduzierte sich per Ende 2017 um 7,7 Prozent. Hauptursache für diesen starken Rückgang ist die regulatorisch bedingte Verlagerung von zentralen Dienstleistungen aus dem Stammhaus einer Grossbank in konzerninterne Dienstleistungsgesellschaften ohne Banklizenz. Korrigiert man die Entwicklung des Personalbestandes um diesen Sondereffekt, ist der Personalbestand nur leicht rückläufig (-0,9 Prozent).

Im Fokus steht das institutionelle Asset Management, das sich durch hohes Wachstumspotential als eine der tragenden Säulen des Finanzplatzes Schweiz auszeichnet. Hier nahm das verwaltete Vermögen im vergangenen Jahr um rund 13,0 Prozent zu.

Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Schweiz stärken

Um auch weiterhin zu den führenden Finanzzentren der Welt zu gehören, ist die Schweiz auf den freien Marktzugang zu ausländischen Kunden angewiesen. Daher strebt die Schweiz äquivalente Gesetzgebungen an, zum Beispiel mit dem im Juni 2018 verabschiedeten Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und dem Finanzinstitutsgesetz (FINIG) oder mit der Umsetzung des AIA. Unsicherheit herrscht in Bezug auf die Äquivalenzanerkennung der Schweizer Börse, die von der Europäischen Kommission auf ein Jahr befristet wurde.

Weitere Verbesserungen der generellen Rahmenbedingungen in den Bereichen Arbeitsmarkt, regulatorisches Umfeld und Bildung, vor allem aber finanzmarktspezifische Massnahmen, sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der Banken in der Schweiz sicher zu stellen. Dabei stehen die Abschaffung der Stempelabgabe, eine Reform der Verrechnungssteuer und die Verbesserung des EU-Marktzugangs im Zentrum. „Wir brauchen unternehmerfreundliche, international anerkannte Rahmenbedingungen. Das stellt die Weichen für zukünftiges Wachstum und stärkt die Standortvorteile der Schweiz“, so Martin Hess, Chefökonom der SBVg.

Digitalisierung als Chance

Anhaltend sinkende Margen und die fortschreitende Digitalisierung werden die strukturelle Neuordnung im Bankensektor vorantreiben. Die Banken nehmen diese Herausforderungen an und sind erfolgreich dabei, sich in dem veränderten Umfeld solide zu entwickeln. Die neuen digitalen Technologien verändern Geschäftsprozesse und Berufsprofile. Durch die Anpassung von Geschäftsmodellen nutzen die Banken ihre Chancen zu Innovationen und schöpfen in Zusammenarbeit mit Fintech-Unternehmen Synergiepotentiale aus.

Die wichtigsten Eckdaten des Bankenbarometers 2018 im Überblick

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Über das Bankenbarometer 

Das jährlich erscheinende Bankenbarometer der SBVg fasst die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen des Bankenplatzes Schweiz zusammen. Es stützt sich auf Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie auf Erkenntnisse aus Umfragen unter den Mitgliedinstituten.

Über die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg)

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) vertritt als Stimme der Bankenbranche die Interessen der Banken gegenüber Wirtschaft, Politik, Behörden und der breiten Öffentlichkeit. Wir engagieren uns für unternehmerische Handlungsspielräume und offene Märkte und treten für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen ein, die Raum für Entwicklung und Innovation bieten. Die SBVg wurde 1912 gegründet und vereint fast 300 Mitgliedinstitute sowie 12‘000 Einzelmitglieder.