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Asset Management: neuer Pfeiler des Schweizer Finanzplatzes

Basel, 2012/12/06 12:35:00 GMT+1 Die Schweiz soll in den kommenden Jahren zu einem führenden Standort für Asset Management ausgebaut werden. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von SBVg und SFA stellte dazu heute acht Handlungsfelder vor, mit denen die Rahmenbedingungen optimal gestaltet werden können. Die Stärkung des Asset Managements stellt den Finanzplatz Schweiz breiter auf, ergänzt vorhandene und kompensiert rückläufige Geschäftsfelder.

Der Finanzplatz Schweiz wird international vor allem als Standort für Vermögensverwaltung wahrgenommen. Das Asset Management, ein wichtiger Lieferant von Produkten und Dienstleistungen für institutionelle wie private Investoren, findet im In- und Ausland als Geschäftsfeld bislang wenig Beachtung. Zwar verfügt ein Grossteil der Banken in der Schweiz über eigene Asset-Management-Aktivitäten, diese werden jedoch selten als eigenständiger Bereich im Kerngeschäft betrachtet. Eine 2011 publizierte Studie der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und der Boston Consulting Group zeigte auf, dass ein gezielter Ausbau des Geschäftsfelds Asset Management die Bruttoerträge bis 2015 um bis zu 1.8 Milliarden Franken ansteigen lassen könnte.

Ziele im Asset Management

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe der SBVg und der Swiss Funds Association SFA stellte heute ein Grundlagenpapier vor, das aufzeigt, wie der Schweizer Finanzplatz zu einem führenden Asset-Management-Standort ausgebaut werden kann. Ziel ist, das Asset Management in der Schweiz als wichtiges Standbein des schweizerischen Finanzsektors zu etablieren, das international für hohe Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit und Qualität stehen soll und weltweit dafür bekannt sowie anerkannt ist. Das Asset Management wird dadurch neben Vermögensverwaltung, Privatkundengeschäft und kundenorientiertem Investment Banking zu einer weiteren tragenden Säule des Finanzplatzes Schweiz.

Acht Handlungsfelder

Das Grundlagenpapier zeigt acht Felder auf, in denen gezielte Massnahmen optimale Rahmenbedingungen schaffen sollen, um Produkte und Dienstleistungen in der Schweiz und international anbieten zu können. Diese sind:

  1. Asset Management als Brand etablieren
  2. Standards für das Asset Management entwickeln und anwenden
  3. Adäquate Aufsicht sicherstellen
  4. Marktzugang verbessern
  5. Geeignete Gefässe und Strukturen für das Asset Management fördern
  6. Optimales steuerliches Umfeld (inkl. andere Abgaben) für Investoren herstellen
  7. Infrastruktur gezielt ausbauen
  8. Spezifische Ausbildung anbieten

Alle Akteure gefragt

Ein Grossteil der Initiativen kann von den Banken und anderen Finanzinstituten selbst umgesetzt werden. Die Markenentwicklung, innovative Gefässe und Strukturen, die Erfüllung von Kundenbedürfnissen und eine gleichbleibend hohe Qualität liegen in den Händen der Asset-Management-Dienstleistern selbst. Für anerkannte Standards, eine leistungsfähige Infrastruktur oder Ausbildungsfragen können sich Verbände, Infrastrukturdienstleister und andere übergreifende Branchenorgane stark machen. Aufsicht, Marktzugangsfragen und Steuerumfeld dagegen, liegen mehrheitlich in den Händen von Politik und Behörden, die ebenfalls gefordert sind, ihren Teil zur Förderung des Asset Managements beizutragen.

Claude-Alain Margelisch, CEO der SBVg, kommentiert: „Der gesamte Finanzplatz steht hinter der Initiative, die Schweiz zu einem Top-Standort für Asset Management auszubauen. Wir wünschen uns, dass auch die offizielle Schweiz und die Aufsichtsbehörden dies unterstützen. Damit stellen wir den Finanzplatz breiter auf, minimieren Systemrisiken und eröffnen Zukunftschancen.“

Markus Fuchs, Senior Counsel der SFA, erläutert: „Neben anderen traditionellen und alternativen Anlageinstrumenten, die beispielsweise von Aktien über Immobilien bis hin zu Rohstoffen reichen können, sind Kollektivanlagen, insbesondere Fonds, wichtige Bausteine des Asset Managements. Sie sind geeignete Instrumente, um Vermögen zu verwalten. Deshalb soll das Fondgeschäft inskünftig auch entsprechend gefördert werden.“

Risikoarm und kapitalschonend

Produkte und Dienstleistungen des Asset Management können sowohl von privaten als auch von institutionellen Investoren nachgefragt werden. Zu letzteren zählen insbesondere Versicherungen und Pensionskassen, die ein grosses Interesse an hochwertigem, effizientem Asset Management haben. Im Gegensatz zum klassischen Kredit- oder Versicherungsgeschäft bestehen im Asset Management kaum System- und Reputationsrisiken, denn es handelt sich nicht um Geschäfte, die innerhalb der Bilanz einer Bank abgewickelt werden. Asset Management ist dadurch wenig kapitalintensiv und daher für Banken besonders attraktiv. Die innerhalb der acht Felder definierten Massnahmen sollen in den nächsten Jahren mit hoher Priorität umgesetzt werden.