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Der Schweizer Finanzsektor

Die Schweiz gehört zu den führenden und wettbewerbsfähigsten Finanzplätzen der Welt.

Zürich und Genf rangieren auf den Plätzen 2 und 5 im europäischen Vergleich betreffend Wettbewerbsfähigkeit (Quelle: The Global Financial Centers Index (GFCI), September 2020). Der Finanzsektor, bestehend aus dem Banken- und dem Versicherungssektor, trägt wesentlich zum Wohlstand der Schweiz bei.

Wirtschaftsleistung

10,0% der Bruttowertschöpfung gehen direkt auf den Finanzsektor zurück, indirekt sind es 12,5%.

Beschäftigung

Die Banken bieten 146’800 Arbeitsplätze und beschäftigen zusätzlich rund 81’300 Personen in anderen Branchen.

Steuern

Der Schweizer Finanzsektor zahlte 2019 geschätzte Mrd. 19,3 CHF Steuern. Das ist mehr als der Bund für Bildung & Forschung, Sicherheit, Ernährung & Landwirtschaft zusammen ausgibt.

Wichtige volkswirtschaftliche Stütze

Der Finanzsektor erzielte 2019 eine Bruttowertschöpfung von rund CHF 70,5 Mrd. Das entspricht einem Anteil von 10,0% an der gesamten Wirtschaftsleistung der Schweiz. Damit stammt jeder zehnte Wertschöpfungsfranken der Schweiz aus dem Finanzsektor. Die Banken tragen über die Hälfte dazu bei (CHF 38,2 Mrd.). Unter Einbezug aller direkten und indirekten Effekte erbrachte der Schweizer Finanzsektor im Jahr 2019 eine Bruttowertschöpfung von CHF 88,1 Mrd. Dies entspricht 12,5% bzw. einem Achtel der Gesamtwirtschaft.

Der Finanzsektor ist die drittgrösste Branche der Schweiz und damit eine wichtige Stütze der schweizerischen Volkswirtschaft. Er generiert eine höhere Wertschöpfung als die Pharmaindustrie und der Detailhandel zusammen.

 

Grafik 1
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Totaler Effekt Finanzplatz | 12,5% | 88,1 Mrd.
Direkter Effekt Bankensektor | 5,4% | 38,2 Mrd.

Die Bedeutung des Finanzsektors zeigt sich auch in der hohen Zahl an Beschäftigten. Im Jahr 2019 zählte der Finanzsektor über 220’000 Vollzeitstellen. Damit arbeiten rund 5,3 Prozent aller Beschäftigten der Schweiz im Finanzsektor, über zwei Drittel davon respektive über 146’000 bei den Banken.

Grafik 2
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Totaler Effekt Finanzplatz | 8,2% | 345’500 Beschäftigte
Direkter Effekt Bankensektor | 3,5% | 146’800 Beschäftigte

Der Finanzsektor leistet zudem einen grossen Beitrag an das Schweizer Steueraufkommen. Im Jahr 2019 gingen CHF 19,3 Mrd. Steuern an die öffentliche Hand, das sind 12,7 Prozent des gesamten Fiskalertrages von Bund, Kantonen und Gemeinden.

Grafik 3
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Totaler Effekt Finanzplatz einschliesslich finanzmarktbezogener Steuern
(Mehrwert- und Verrechnungssteuer sowie Stempelabgabe) rund 12,7% | 19,3 Mrd.

Substantieller indirekter Beitrag

Von der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens profitieren im Zuge der wirtschaftlichen Verflechtung immer auch Firmen anderer Branchen. Die Nachfrage nach Vorleistungen bewirkt positive Impulse bei Unternehmen aus anderen Branchen entlang der Wertschöpfungskette. Die Konsumausgaben der Angestellten kommen dem Handel und Gewerbe zugute. So entsteht durch die Geschäftstätigkeit der Unternehmen des Finanzsektors auch in anderen Branchen Wertschöpfung. Durch die Vorleistungsnachfrage der Unternehmen des Finanzsektors und die Konsumausgaben ihrer Angestellten entstehen in anderen Branchen Arbeitsplätze. Insgesamt sind so 345’500 Vollzeitstellen direkt oder indirekt mit dem Finanzsektor verbunden.

Die fiskalische Bedeutung des Finanzsektors und des Finanzmarktes ergibt sich zum einen daraus, dass die mit den Wertschöpfungseffekten verbundenen Einkommen und Gewinne der direkten Besteuerung von Bund, Kantonen und Gemeinden unterliegen. Zum anderen erhebt der Bund indirekte Steuern auf Finanzmarkttransaktionen und den Bezug von Finanzdienstleistungen (Mehrwert- und Verrechnungssteuer sowie Stempelabgabe). 

Ausblick

Aufgrund der verhaltenen Entwicklung der Bankenbranche bleibt das Wachstum des Finanzsektors im Jahr 2021 laut der Prognose unter dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt. 

Wegen des hohen Kostendrucks und des Strukturwandels, der sich bspw. in Filialschliessungen widerspiegelt, ist insgesamt nicht mit einem Beschäftigungswachstum zu rechnen. Für 2021 ist weiterhin mit einem leichten Rückgang der Beschäftigtenzahlen bei den Banken zu rechnen.

Bedingt durch das weiterhin herausfordernde Geschäftsumfeld dürfte der Finanzsektor sowohl bzgl. des Wertschöpfungs- als auch bzgl. des Beschäftigtenwachstums mittelfristig ebenfalls unter dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt bleiben. Nach den Jahren der Corona-Krise dürfte die reale Bruttowertschöpfung der Banken im Ausblick von 2022 bis 2025 wieder ein etwas stärkeres Wachstum verzeichnen bei einem anhaltenden leichten Beschäftigungsrückgang.

Dokumente

Studie von BAK Economics 2020: «Bedeutung des Schweizer Finanzsektors»
 | 2. Dezember 2020 (PDF)

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