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2016/12/14 01:00:00 GMT+1

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„Ich bin optimistisch für die Zukunft“

„Ich bin optimistisch für die Zukunft“

Vor knapp einem Jahr hat sich die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) neu aufgestellt. CEO Claude-Alain Margelisch zieht im insight-Interview Bilanz und äussert seine Erwartungen für 2017.

Foto Claude-Alain Margelisch
Claude-Alain Margelisch, CEO der SBVg
insight:
Herr Margelisch, wie haben Sie das zu Ende gehende Jahr erlebt?

Claude-Alain Margelisch: 2016 wird als ein Jahr mit epochalen Veränderungen in die Geschichte eingehen. Die zweitgrösste Volkswirtschaft der Europäischen Union hat sich für den Brexit und für eine eigenverantwortliche Gestaltung seiner Zukunft entschieden. Und weiter hat eine der ältesten Demokratien und grösste Volkswirtschaft der Welt einen neuen Präsidenten gewählt, der eine Black Box ist. Dies sind nur zwei Beispiele, die die Wirtschaft und die Finanzbranche betreffen. 2016 war für mich ein Jahr der grossen Unsicherheiten.

 

Kommen wir nun aber auf den Finanzplatz zu sprechen. Welches war Ihr persönliches Highlight im Jahr 2016?

In zwei Bereichen haben wir uns erfolgreich für die Zukunft eingesetzt. Erstens sind wir mit FIDLEG/FINIG nach grossem Einsatz endlich auf der Zielgeraden. Nur damit erhalten wir überhaupt die Chancen, international wachsen zu können und Arbeitsplätze und Wohlstand in der Schweiz zu schaffen. Zweitens haben sich nicht zuletzt dank unseren Anstrengungen in der Schweiz die Rahmenbedingungen für Fintech deutlich verbessert. Zahlreiche Schweizer Banken arbeiten in Korporation mit Startups an ihren digitalen Lösungen. Auf internationale Ebene konnten wir Ende November den dritten Chinese-Swiss Financial Round Table in Genf durchführen, der ein grosser Erfolg war. Diese Beispiele zeigen, dass sich eine hartnäckige Verbandsarbeit durchaus lohnt.

Die SBVg hat 2016 mit einer Neupositionierung begonnen. Was ist Ihr Fazit nach beinahe zwölf Monaten?

Ein Positives. Die vier Steuerungsausschüsse haben sich mit grossem Elan und hohem zeitlichen Aufwand an ihre Aufgaben gemacht. Dies ist nicht selbstverständlich, denn alle Mitglieder haben in ihren Banken ebenfalls genügend Herausforderungen zu bewältigen. Ich freue mich auch, dass wir schon bald Resultate sehen werden. Ein spezieller Dank gilt aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle, die mit grossem Engagement die neue Struktur inhaltlich und administrativ begleitet haben: Der Übergang ist reibungslos erfolgt.

Wo muss sich die SBVg noch verbessern?

Die verschiedenen guten Projekte und Ideen in den Steuerungsausschüssen müssen noch besser aufeinander abgestimmt werden. Die Zusammenarbeit und Koordination zwischen Verwaltungsrat, Steuerungsausschüssen, Fachkommissionen und Geschäftsstelle muss weiter verbessert werden. 

Welche Dossiers werden im 2017 zentral sein?

Die Vergangenheit hat leider zu oft gezeigt, dass nicht die SBVg diejenige ist, die die Agenda bestimmt. Ich bin daher mit Vorhersagen äusserst zurückhaltend. Trotzdem nenne ich drei Themen. Erstens wird uns die sorgfältige Umsetzung des AIA beschäftigen. Zweitens müssen wir uns weiter für einen diskriminierungsfreien Zugang zu einzelnen EU-Staaten einsetzen. Drittens schliesslich nehme ich Bundesrat Ueli Maurer beim Wort und freue mich, gemeinsam mit ihm die Vorzüge von Swiss Banking im Ausland zu promoten.

Welche Botschaft möchten Sie dem Finanzplatz respektive unseren Mitgliedern mitgeben?

Banking wird noch anspruchsvoller werden. Regulierung, Digitalisierung und geopolitische Unsicherheiten beeinflussen die Geschäftsmodelle nachhaltig. Das sind die Fakten. Damit müssen wir leben. Ob es Risiken oder Chancen sind, ist nicht vorbestimmt. Das kann jeder von uns beeinflussen. Es liegt an uns, unsere Zukunft zu schreiben und nicht von den anderen bestimmen zu lassen! Ich für meinen Teil nehme Veränderungen als Chancen wahr und blicke somit optimistisch in die Zukunft.