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01. Oktober 2020

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«Gemeinsam ist noch viel mehr möglich»

«Gemeinsam ist noch viel mehr möglich»

Sabrina Herold, Managing Director bei der NGO MYBLUEPLANET, über Klimaschutz im Privaten und im Beruf.

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Sabrina Herold, Managing Director, MYBLUEPLANET
Wie ist die Idee zu MYBLUEPLANET entstanden und wofür steht die Organisation heute?

Die Idee zur Organisation ist entstanden, nachdem Daniel Lüscher, Gründer und Vereinspräsident von MYBLUEPLANET, die Dokumentation «An Inconvenient Truth» in New York gesehen hatte. Er ergriff kurz darauf mit ein paar Freunden die Initiative zu einem ersten Crowdfunding, um den Film gratis eine Woche lang in Winterthurer Kinos zu zeigen. Es folgten Plakataktionen für den öffentlichen Verkehr und eine DVD Verteil-Aktion, um Klimawissen weiterzugeben. Die Gründung des Vereins MYBLUEPLANET erfolgte im Jahr 2007. Seither konnte MYBLUEPLANET mehr als 60 Projekte umsetzen. Heute bewegen wir die Menschen in der Schweiz mit innovativen Lösungen zu einem klimafreundlichen Lebensstil.

Was sollen die Projekte von MYBLUEPLANET bewirken und was ist der Beitrag der neuen App, die ihr soeben lanciert habt?

Ziel unserer Projekte ist die langfristige Verhaltensänderung hin zu einem klimafreundlichen Lebensstil im Privaten und zu einem Mindset, welches auch im Berufsleben zum Umdenken anstösst. Unser Weg dahin führt von Bildungsprogrammen über Begleitungs-Tools und Kommunikation zu konkreten und erlebbaren Initiativen. Dazu gehören beispielsweise die Klimaschule als Bildungsprogramm und Gemeinschaftsprojekt für Schweizer Schulen mit dem Ziel, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit dort langfristig zu verankern. Bis heute wurden über 6'000 Schüler/innen direkt erreicht und wir haben Stand heute 31 Schulen an Board. Das ClimateLab ist ein zweitägiger schweizweiter Bildungsworkshop für Lernende aus verschiedenen Berufsrichtungen rund um das Thema Klimaschutz, in dem Projekte in den Betrieben realisiert werden. Bis heute haben wir 300 Lernende ausgebildet.

Weitere Initiativen sind: Bei MyBlueTree pflanzen wir dieses Jahr 500 Bäume mit der Pfadibewegung Schweiz und vermitteln Klimawissen an die nächste Generation. ClimateFood ist eine Rezeptdatenbank für Nicht-nur-vegetarische Gerichte mit weniger als einem Drittel der Treibhausgasbelastung einer herkömmlichen Mahlzeit, hierzu gibt es auch regelmässig klimafreundliche Kochevents. Unsere Initiativen offerieren wir auch im Rahmen von Corporate Volunteering Events.

Und die App?

Neu ist unsere App ClimateActions, welche in die gleichnamige Kampagne eingebettet ist. Mit dem Ziel, dass alle Schweizerinnen und Schweizer ClimateHeroes werden, steht ihnen ClimateActions als digitale Begleitung auf dem Weg zu einem klimafreundlichen Lebensstil spielerisch auf dem Mobiltelefon, Tablet oder Laptop zur Seite. In den Bereichen Ernährung, Konsum, Mobilität und Wohnen stehen verschiedene Challenges zur Auswahl – im Team oder individuell. Die spielerische Komponente des Wettbewerbs soll bei der konsequenten Umsetzung helfen und erlebbar machen, dass Einzelne sehr wohl etwas für den Klimaschutz bewirken können – und gemeinsam noch viel mehr möglich ist.

Welche Rolle spielen Technologie und Innovation aus Deiner Sicht bei der Erreichung der Klimaziele?

In unseren Bereichen Bildung, Projektentwicklung und –umsetzung sowie Kommunikation spielt Technologie eine wichtige Rolle für die Skalierung. In all unseren oben genannten Projekten denken wir entsprechend weiter. Dennoch sind wir der Meinung, dass das Erlebnis weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen wird. Wenn man sich fragt, an welches schöne Ereignis aus der vergangenen Woche man sich am besten erinnert, so ist dies meist ein Erlebnis im direkten Austausch mit Menschen. Mit unserem Ansatz als NGO und NPO Klimaschutz als einen Lebensstil zu betrachten, der Spass machen kann, braucht es die Verbindung von konkreten Erlebnissen und Online-Lösungen.

Sabrina, Du bist Managing Director von MYBLUEPLANET. Davor hast Du lange für ein Finanzinstitut gearbeitet. Was hast Du von dort mitgenommen?

Aus jeder Lebensstation nimmt man unbezahlbare Erfahrungen mit, aus denen man lernen kann und deren Erkenntnisse im weiteren Lebensweg helfen. Ich konnte Einsichten in verschiedene Finanzinstrumente, makroökonomische Zusammenhänge und Marktbewegungen gewinnen. Diese Sicht hilft, um immer wieder «herauszuzoomen» und das grosse Ganze zu sehen, vom Beitrag des Einzelnen zu den grossen Mengen an globalen Geldflüssen, die unsere Zukunft massgeblich beeinflussen.

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