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Das Online-Magazin der Schweizerischen Bankiervereinigung
01. Oktober 2020

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Liebe Leserinnen und Leser

Liebe Leserinnen und Leser

Unsere Banken sind ein stabiler Pfeiler des Wirtschaftssystems. Das hat sich auch in der Corona-Krise gezeigt. Die Schweizer Banken haben bewiesen, dass sie auch in schwierigen Zeiten für ihre Kunden da sind, indem sie massgeblich und tatkräftig zu Entstehung und Durchführung des KMU-Kreditprogramms beigetragen haben.
Herbert J. Scheidt
von Herbert J. Scheidt, Präsident

Über 136’000 Schweizer Unternehmen erhielten unmittelbare finanzielle Hilfe, indem sie von den Banken schnell und unbürokratisch mit Liquidität aus dem Corona-Kreditprogramm versorgt wurden. Auch in den nächsten Monaten und Jahren stehen die Banken zu ihrer Verantwortung: Die Schweizerische Bankiervereinigung hat gemeinsam mit ihren Mitgliedern Empfehlungen ausgearbeitet, um Unternehmens-Insolvenzen, die wegen der Corona-Krise drohen, nach Möglichkeit zu vermeiden, wie sie in hier lesen.

Welche zentrale Bedeutung das Corporate Banking für die Unternehmen hierzulande hat, zeigt sich auch im diesjährigen Bankenbarometer: Banken in der Schweiz hatten 2019 Kredite im Umfang von CHF 607 Mrd. an Unternehmen im In- und Ausland ausstehend. Davon wurde über die Hälfte an Kleinstunternehmen gewährt, das heisst an Unternehmen mit bis zu 9 Mitarbeitenden. Das Volumen an Unternehmenskrediten ist im vergangenen Jahrzehnt rund 3,5-mal so schnell gewachsen wie die Schweizer Volkswirtschaft. Das unterstreicht die grosse Bedeutung dieser Finanzierungsform, wie sie im Beitrag zum Firmenkundengeschäft lesen.

Doch sehen wir als Bankiervereinigung weiterhin auch Nachholbedarf für die Schweiz: Beispielsweise bedarf es für die Frage der Verrechnungssteuer seit Langem einer Lösung. Im Vergleich zu anderen wichtigen Finanzplätzen wie Grossbritannien, den USA, Singapur oder Hong Kong ist der Markt für schweizerische Anlageprodukte bedauerlicherweise unterentwickelt. Viele Produkte werden nicht in der Schweiz, sondern im Ausland emittiert, weil dort keine Verrechnungssteuer anfällt. Auch Schweizer Unternehmen tun dies, um konkurrenzfähig zu bleiben. Anlegerinnen und Anleger könnten die schweizerische Verrechnungssteuer zwar meist zurückfordern, aber das ist ein aufwändiges und langwieriges Verfahren.

Die SBVg unterstützt deshalb eine Reform der Verrechnungssteuer zur Stärkung der Kapitalmarktattraktivität. Nach der abgeschlossenen Vernehmlassung liegt der Ball nun beim Bundesrat, der derzeit die Vorlage ausarbeitet und dabei auf eine smarte Lösung setzt. Mehr lesen Sie in unserem Beitrag.

Ich wünsche Ihnen eine anregende und gewinnbringende Lektüre.