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2018/09/27 08:40:00 GMT+2

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ISO 20022 – Firmenkunden auf der Zielgeraden

ISO 20022 – Firmenkunden auf der Zielgeraden

Durch ISO 20022 wird der Zahlungsverkehr für Unternehmen vereinfacht und harmonisiert. 2017 ging die Einführung nur schleppend voran. Nun haben die meisten Firmenkunden, auch Dank der guten Beratung durch die Banken, den Standard eingeführt.

Ende Juli hatten fast 90 Prozent der Firmenkunden ihre Zahlungen auf der Basis des neuen Technologiestandards ISO 20022 eingeliefert, das zeigt eine von SIX durchgeführte Umfrage bei Banken. Die Zahl der Umstellungen ist in den letzten Monaten kontinuierlich und stark angestiegen. 

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Wichtige Beraterfunktion der Banken

Diese Entwicklung ist umso erfreulicher, weil die Umstellungen im Jahr 2017 zunächst nur zögerlich vorankamen: Laut einer Umfrage von gfs.Bern rechneten noch im Juli 2017 nur 40 Prozent der betroffenen Organisationen mit einer Umstellung bis Juni 2018. Dass nun doch mehr Unternehmen schneller als erwartet den Standard eingeführt haben, kann gemäss einer neuen Umfrage des gfs.Bern zu einem grossen Teil auf die Informationsarbeit und Hilfestellung der Banken und Softwareunternehmen zurückgeführt werden. Rund 70 Prozent der betroffenen Organisationen wurden von einem externen Partner unterstützt, 90 Prozent erhielten von der Bank Informationen und zeigten sich gleichzeitig zufrieden mit der Unterstützung. Aus heutiger Sicht werden bis Ende 2018 voraussichtlich alle Firmenkunden ihre Buchhaltungssoftware auf ISO 20022 umgestellt haben.

Die Entwicklung zum digitalen Zahlungsverkehr wird weiter beschleunigt

Dank ISO 20022 werden Medienbrüche geschlossen, d.h. die Zahlungsinformationen lassen sich vom Zahlungsauftraggeber bis in die Buchhaltungssoftware des Zahlungsempfängers durchgehend digital übertragen, wodurch der ganze Zahlungsverkehr effizienter wird. Darüber hinaus ist ISO 20022 die Grundlage für die QR-Rechnung: Diese wird die Entwicklung zum digitalen Zahlungsverkehr weiter beschleunigen und gleichzeitig eine wichtige Brücke zu den papierbasierten Zahlungen schlagen, die in der Bevölkerung immer noch verbreitet sind und entsprechend unterstützt werden.

Optimierung der Finanzabläufe

Unternehmen mit vielen Zahlungsabläufen sind zufrieden mit dem neuen Standard: 60 Prozent der Organisationen verbinden die Standardisierung des Zahlungsverkehrs mit Vorteilen. Dieser Wert steigt auf deutlich über 70 Prozent, je regelmässiger und häufiger Zahlungen getätigt werden und je weiter man im Umstellungsprozess vorangeschritten ist. Zu den meistgenannten Vorteilen zählen eine tiefere Fehleranfälligkeit durch die Verwendung der IBAN, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse sowie die Vereinfachung von Ausland- und Inlandzahlungen.

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Umstellungslücken schliessen

Durch die Vermittlung von positiven Umfragewerten und Erfahrungen kann die Umstellung nochmals beschleunigt werden. Es ist wichtig, dass bis Ende 2018 alle Firmenkunden die Umstellung abgeschlossen haben, da der bisherige Standard DTA seit Anfang Juli 2018 von SIX nicht mehr unterstützt, weiterentwickelt und dokumentiert wird. Wer noch mit DTA arbeitet, muss damit rechnen, dass Zahlungsaufträge von den Finanzinstituten nicht mehr entgegengenommen werden und es zu manuellem Mehraufwand und Zeitverlust kommt. Es liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Bank, die Lücken bei der Migration ihrer Firmenkunden termingerecht zu schliessen. Ohne flächendeckende Umstellung kann die QR-Rechnung nicht eingeführt werden.

Weiterführende Informationen zur Harmonisierung im Zahlungsverkehr finden sich auf der Webseite von PaymentStandards.CH, dem offiziellen Kommunikationsorgan des Schweizer Finanzplatzes zur Umstellung auf ISO 20022. Bankmitarbeitende, die Fragen zur Umstellung haben oder weitere Informationen benötigen, wenden sich an info@PaymentStandards.CH.


insight 4/17: Artikel ISO 20022