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2018/09/27 08:40:00 GMT+2

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Bankenbarometer: Gute Aussichten

Bankenbarometer: Gute Aussichten

Das diesjährige Bankenbarometer der Bankiervereinigung zeigt eine positive konjunkturelle Entwicklung der Banken in der Schweiz. Der nach vorne gerichtete Blick stimmt auch für die Zukunft zuversichtlich.

Hätte vor zehn Jahren jemand die fundamentalen Änderungen hinsichtlich Steuerregeln, prudenzieller Regulierung und Finanzprotektionismus vorausgesagt, hätte man die Tatsache, dass dereinst 2018 mehr Geld verwaltet würde, ins Reich der Fantasie abgetan. Zehn Jahre nach der Finanzkrise bietet der Bankenplatz ebenso viele Arbeitsplätze wie damals. Dennoch zeigen die Kurse der Bankaktien, dass nicht alles Gold ist was glänzt. In zehn Jahren hat das Pendel von Übervertrauen bei den Banken zu Überängstlichkeit bei den Behörden ausgeschlagen. Es ist Zeit, dass es nun in der Mitte zur Ruhe kommt.

Positive Konjunktur

Tiefen Zinsen, fehlendem Marktzugang, Überregulierungen und Margenschwund zum Trotz: Die Banken in der Schweiz haben sich 2017 und im 1. Halbjahr 2018 gut behauptet. Dies zeigt die jüngste Ausgabe des Bankenbarometers. Der Geschäftserfolg blieb zwar im Vergleich zu 2016 mit CHF 62,5 Mrd. unverändert, aber dieser Erfolg wurde vermehrt im Kerngeschäft der Banken erzielt. So wuchs im guten Börsenjahr 2017 das Handelsgeschäft mit 25,4 Prozent kräftig, und auch das Gebührengeschäft legte zu. Neben den positiven Märkten führte auch die gestiegene Volatilität zu vermehrten Transaktionen und Absicherungsgeschäften.

Effizienz und Zuversicht

Die Effizienz der Dienstleistungserbringung stieg markant mit entsprechend positiven Folgen für die Profitabilität. Aufgrund tieferer Geschäftsaufwendungen stieg der Bruttogewinn 2017 gegenüber dem Vorjahr um 11.9 Prozent. Die aggregierten Verluste der unprofitablen Banken reduzierten sich um satte 85 Prozent. Der erzielte Jahresgewinn der Branche von nahezu CHF 10 Mrd. steigerte sich um 24 Prozent.

Fast jede dritte Bank rechnet mit einer wachsenden Angestelltenzahl

Die durch die konjunkturelle Entwicklung genährte Zuversicht spiegelt sich in den Erwartungen der Banken über die Beschäftigungsentwicklung für das zweite Halbjahr 2018. Noch nie zeigte die Umfrage der SBVg einen so hohen Anteil an Banken, die vor den Sommerferien eine Aufstockung des Personalbestands bis Ende Jahr erwarten. Insgesamt rechnet fast jede dritte Bank mit einer wachsenden Angestelltenzahl.

Zugpferd Asset Management

Das Bankenbarometer zeigt erstmals detailliert die Entwicklung im Asset Management. Die dort verwalteten Vermögen haben im Vergleich zum Vorjahr um gut 13 Prozent zugenommen und betrugen Ende 2017 CHF 3‘386 Mrd. Dies entspricht 46 Prozent der insgesamt in der Schweiz verwalteten Vermögen. Dieser Geschäftsbereich bietet somit auch viele qualifizierte Arbeitsplätze. Im institutionellen Bereich alleine sind rund 9’600 Personen direkt bei Asset Management Firmen und etwa 44’500 Personen indirekt in der gesamten Branche beschäftigt.

Das Asset Management leistet in der Schweiz einen erheblichen volkswirtschaftlichen Beitrag

Aufgrund dieser Grössenordnungen, der hohen Wertschöpfung des Geschäfts und der wichtigen Intermediärsfunktion zwischen Kapitalgeber und Kapitalnachfrager, leistet das Asset Management in der Schweiz einen erheblichen volkswirtschaftlichen Beitrag. Die effiziente Kapitalallokation sowie die professionelle Bewirtschaftung von Vorsorgegeldern tragen ihrerseits zu Wohlstand und finanzieller Stabilität bei.

Wachstumspotential ausschöpfen

In Zukunft dürfte das Asset Management als Zugpferd des Finanzplatzes Schweiz durch den steigenden Wohlstand und die demografische Entwicklung weiter an Bedeutung gewinnen. Es gilt nun aber in zweierlei Hinsicht einen Gang höherzuschalten. Die erwarteten Rentenkürzungen aufgrund tiefer Zinsen führen zum einen die Bedeutung höherer Renditen in der beruflichen Vorsorge vor Augen. Dazu bedarf es einer Anpassung der einschneidenden und veralteten Vorgaben für die Vermögensallokation von Pensionskassen. Zum anderen muss es den Asset Managern möglich sein, vom hohen globalen Wachstumspotential bei langfristigen Anlagen zu profitieren. Hierzu sind jedoch ein diskriminierungsfreier Zugang zu den internationalen Wachstumsmärkten sowie gleiche Spielregeln für Schweizer und internationale Asset Manager unerlässliche Voraussetzungen.