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2018/09/27 08:40:00 GMT+2

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Automatischer Informationsaustausch – erste Datenübermittlung

Automatischer Informationsaustausch – erste Datenübermittlung

Im September ist es soweit. Die Schweiz tauscht zum ersten Mal Daten unter dem AIA aus. Unsere Banken haben den AIA lückenlos umgesetzt. Der Finanzplatz hat den Paradigmenwechsel zum AIA und zur Steuertransparenz vollzogen.

Wir haben in unserem insight bereits über den automatischen Informationsaustausch (AIA) berichtet. Im September ist es soweit, und die Schweiz wird das erste Mal Bankdaten mit anderen Staaten austauschen. Aktuell haben sich derzeit über 100 Länder öffentlich zur Umsetzung des AIA bis im Jahr 2018 verpflichtet, von denen rund die Hälfte im September 2017 mit dem Austausch von Informationen begonnen hat, die sogenannten early adopter. Die andere Hälfte, darunter die Schweiz, tauscht im Jahr 2018 erstmals Daten aus. Was die Schweiz betrifft, übermittelt sie erstmals Daten von Kunden aus 38 Ländern, darunter alle EU-Staaten sowie weitere Staaten wie Norwegen, Japan, Südkorea, Kanada oder Australien. Ab den Jahren 2019 und 2020 werden dann weitere rund 50 Länder dazukommen.

Eines der grössten Projekte, das alle Banken stemmen mussten

Die lückenlose Umsetzung des AIA

Der AIA wird in der Schweiz lückenlos umgesetzt: Der rechtliche Rahmen in der Schweiz besteht, und die Banken haben ihre Systeme vorbereitet. Aus Bankenperspektive lässt sich sagen, dass die praktische Implementierung des AIA eines der grössten Projekte gewesen ist, das alle Banken stemmen mussten. Denn die Umsetzung des neuen OECD-Standards ist sehr komplex. Zwar konnten sich die Banken bei der Einführung des AIA teilweise auf Abläufe und Prozesse abstützen, die im Rahmen der Umsetzung des US-FATCA erarbeitet wurden, dennoch mussten die IT-Systeme substanziell aus- und umgerüstet werden, um die Daten erheben, sammeln und weitergeben zu können. Compliance-Prozesse mussten neu definiert und Mitarbeitende umfassend geschult werden. Für die zeitgerechte Umsetzung des AIA mussten die Banken neuerlich einen grossen finanziellen wie auch personellen Aufwand betreiben. Wir schätzen, dass die AIA-Einführung über CHF 500 Mio. kosten wird. Trotz Komplexität und Kosten ist es den Banken in der Schweiz gelungen, den AIA fristgerecht und korrekt umzusetzen.

Zufriedenstellende Abläufe

Dem vorausgegangen waren grosse Anstrengungen der Banken, ihre Kunden zu einer Regularisierung ihrer Steuersituation zu bewegen, wo dies noch nicht der Fall war. Dieser Prozess kann als abgeschlossen betrachtet werden. Die Arbeiten und Abläufe zwischen den Banken in der Schweiz und der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), welche die Daten im September den Partnerstaaten übermittelt, verliefen sehr zufriedenstellend. Die Registrierung bei der ESTV war schon sehr früh möglich, die Prozesse sind klar und es waren ausreichende Testmöglichkeiten vorhanden. Ein spezielles Augenmerk liegt nun auf der Einhaltung des Datenschutzes- und der Datensicherheit in unseren Partnerstaaten. Die Banken fordern hier die strikte Einhaltung.

Der Finanzplatz hat seine Hausaufgaben gemacht

Alles in allem lässt sich sagen, dass der Paradigmenwechsel hin zum AIA und damit zur steuerlichen Transparenz in der Schweiz vollzogen ist. Der Finanzplatz hat seine Hausaufgaben gemacht und den AIA vollumfänglich umgesetzt.