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Das Online-Magazin der Schweizerischen Bankiervereinigung
21. September 2016

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Drei neue Mitglieder für die SBVg

Drei neue Mitglieder für die SBVg

Nicht alle Mitglieder der SBVg sind Banken im klassischen Sinne. Die drei jüngsten Mitglieder der SBVg zeigen, wie sich der Finanzplatz wandelt.

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) zählt heute rund 300 Mitgliedinstitute. Neben eigentlichen Banken sind auch Beratungsgesellschaften, Infrastrukturunternehmen und andere Verbände Mitglied in der wichtigsten Branchenorganisation des Finanzplatzes. Als jüngste Mitglieder hat die SBVg kürzlich die PostFinance AG, Leonteq und die China Construction Bank aufgenommen. PostFinance ist vor allem in Retailgeschäft und Zahlungsverkehr führend. Mit ihr sind nun sämtliche inlandorientierten Banken in der Schweiz Mitglied in der SBVg. Leonteq wiederum ist ein B2B-fokussiertes Unternehmen, das sich als unabhängiger Technologie- und Dienstleistungsanbieter für Anlagelösungen beschreibt und die komplette Wertschöpfungskette von strukturierten Anlageprodukten abdeckt – von der Strukturierung und Preisfestsetzung, über Dokumentation, Emission, Listing, Settlement, Risikomanagement, Market-Making, Lebenszyklus-Management bis hin zum Vertrieb. Leonteq ist damit ein Unternehmen, das dem in der Schweiz stark wachsenden Fintech-Ökosystem zugeordnet werden kann. Als global systemrelevante Grossbank bezeichnet werden kann die China Construction Bank, die seit dem vergangenen Jahr über eine Banklizenz in der Schweiz verfügt und im Januar 2016 ihre Filiale in Zürich eröffnet hat. Sie vergrössert die Gruppe der ausländisch beherrschten Institute, die bei der SBVg Mitglied sind.

Einsatz für einen starken Finanzplatz

Was hat diese unterschiedlichen Institute bewogen, Mitglied bei der SBVg zu werden? „Wir sind der SBVg beigetreten, weil wir überzeugt sind, dass im derzeit äusserst anspruchsvollen wirtschaftlichen, politischen und regulatorischen Umfeld eine gemeinsame Interessenvertretung der Schweizer Banken im Sinne des gesamten Schweizer Finanzplatzes nötig ist. Durch unseren Beitritt haben wir ausserdem die Möglichkeit, in den verschiedenen Arbeitsgruppen der SBVg die Interessen unserer Kundinnen und Kunden einzubringen und zu vertreten, “ sagt Hansruedi Köng, CEO von PostFinance.

Die SBVg hat aus unserer Sicht auch unter schwierigen Bedingungen bewiesen, dass sie stets das Wohl des gesamten Finanzplatzes im Auge hat.

Eher die internationalen Beziehungen hat die CCB im Blick. David Gong, General Manager der China Construction Bank Zurich Branch, erklärt: „Die Schweiz ist ein führender globaler Finanzplatz und gewinnt für China  als drittwichtigsten Handelspartner der Schweiz weiter an Bedeutung. Deshalb möchte die China Construction Bank im Rahmen der Bankiervereinigung helfen den Finanzplatz weiter zu stärken. Die SBVg hat aus unserer Sicht auch unter schwierigen Bedingungen bewiesen, dass sie stets das Wohl des gesamten Finanzplatzes im Auge hat. Deshalb ist sie für uns ein äusserst wichtiger Partner.“ Auch für ein Fintech-Unternehmen kann eine SBVg-Mitgliedschaft sinnvoll sein, wie Sandra Frank-Dudler von Leonteq ausführt: „Es kann uns gelingen, dass Finanztechnologie-Unternehmen die drohende Arbeitsplatz-Lücke schliessen und sogar überkompensieren und dabei als Netzwerk vieler kleinerer Firmen den Finanzplatz als Ganzes stabiler machen. Leonteq möchte als etabliertes FinTech-Unternehmen diese Unternehmensgruppe bestmöglich im Verband vertreten, Innovation und Digitalisierung als Chance begreifen, eine aktive Rolle in deren Förderung spielen und somit einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes leisten.“

Die Zukunft der Schweizer Finanzinstitute gestalten

Und welche Aufgaben sollte die SBVg als nächstes angehen? Hansruedi Köng betont: „Aus Sicht von PostFinance sollte sich die SBVg weiterhin für einen starken Finanzplatz und eine angemessene Regulierung, insbesondere für ein Level Playing Field und ein ausgewogenes Verhältnis zur europäischen Regulierung, einsetzen. Dies soll die Innovation und den Wettbewerb fördern, insbesondere im Fintech-Bereich.“ Eine starke Interessensvertretung ist auch im Interesse eines Fintech-Unternehmens, bestätigt Leonteq-Sprecherin Sandra Frank-Dudler: „Die SBVg sind aufgefordert, als proaktive, progressive Kraft im Dialog mit anderen Interessensgruppen die Zukunft der Schweizer Finanzinstitute zu gestalten."

„Aus Sicht von PostFinance sollte sich die SBVg weiterhin für einen starken Finanzplatz und eine angemessene Regulierung, insbesondere für ein Level Playing Field und ein ausgewogenes Verhältnis zur europäischen Regulierung, einsetzen."

"Im politischen Dialog gilt es für adäquate Gesetzgebung und Regulierung einzustehen, beispielsweise im Bereich Personenfreizügigkeit, Besteuerung von Unternehmensgründern und Regulierung von innovativen Finanztechnologieunternehmen. Hier sollte der intensive Austausch mit Gesetzgeber, Regulator sowie anderen Interessensgruppen gesucht und konstruktive Lösungsvorschläge, die der Praxis gerecht werden, erarbeitet werden.“

Schweizer Finanzplatz international attraktiv

In einer immer heterogeneren, komplexeren Welt ist die Arbeit der SBVg nicht zu unterschätzen: In ihren Reihen werden Themen beobachtet, Meinungen gebündelt, Konsens hergestellt und Positionen erklärt und vertreten. Je mehr Markteilnehmer sie vertritt, desto grösser ist ihre Deutungshoheit. Und mit jeder neuen Bank auf dem Finanzplatz Schweiz zeigt sich dessen internationale Attraktivität als Standort.

Je mehr Markteilnehmer sie vertritt, desto grösser ist ihre Deutungshoheit.

Die Erwartungen sind hoch, wie David Gong bestätigt: „Als Bank, die den Renminbi-Hub in der Schweiz verantwortet, haben wir die verantwortungsvolle Aufgabe, Brücken zwischen der Schweizer Wirtschaft und dem Schweizer Finanzplatz und China zu bauen. Für die Internationalisierung des Renminbi bietet der Finanzplatz Schweiz mit seiner führenden Rolle im Wealth Management und im Rückversicherungsbereich sehr grosses  Potenzial. Um den Renminbi-Hub auszubauen, benötigen wir eine vertrauensvolle und engagierte Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern, welche die Zukunft des Finanzplatzes gestalten. Wir  erhoffen uns auch Zugang zu wertvoller Expertise und wir freuen uns auf den Dialog mit den anderen Mitgliedern.“