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2016/09/21 01:00:00 GMT+2

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Bankiertag 2016: ein neuer Kapitän an Bord

Bankiertag 2016: ein neuer Kapitän an Bord

Der diesjährige Bankiertag stand ganz im Zeichen der Stabsübergabe von Patrick Odier an den neuen Präsidenten Herbert J. Scheidt. Während Odier den Finanzplatz sicher durch Krisenzeiten lotste, wird nun mit dem neuen Präsidenten die Zukunft angesteuert.

Den Auftakt zum Bankiertag bildeten die Fachveranstaltungen zu den Themen AIA, Regulierung sowie Fintech. Im Anschluss trafen die Gäste im Aura, einem geschichtsträchtigen Ort im Herzen von Zürich, ein. Was heute Aura heisst, beherbergte früher die Alte Börse, ein passender Ort also, um rund die 470 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Diplomatie und dem Bankensektor zu empfangen, wie Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), in seiner Begrüssungsrede bemerkte.

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Patrick Odier, Präsident der SBVg (bis 15.9.16)

Einheit als Schlüssel zum Erfolg

„Unser Alltag ist längst von Big Data, Algorithmen und dem Smartphone in der Tasche geprägt“, stellte Patrick Odier fest. Doch es seien Werte wie Stabilität, Universalität, Verantwortlichkeit und Exzellenz, die das Bankengeschäft bei allem Strukturwandel und bei aller digitalen Transformation auszeichnen. Selbst in den schlimmsten Krisenzeiten habe der Finanzplatz seine Hauptfunktion vollumfänglich erfüllt, meinte Odier rückblickend auf die sieben Jahre seiner Amtszeit. Um aber in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sein: attraktive Rahmenbedingungen und uneingeschränkter Marktzugang. Zudem biete die digitale Revolution zahlreiche Chancen und stelle einen entscheidenden Faktor für die Erneuerung des Finanzplatzes Schweiz dar: „Innovation ist keine Möglichkeit, sondern einen Notwendigkeit, so der scheidende Präsident“ Dafür sei es aber entscheidend, dass für alle Beteiligten dieselben Regeln gelten, forderte Odier. „Zudem müssen wir gegen aussen als Einheit auftreten um gemeinsame Interessen wirkungsvoller zu vertreten. Ich bin zutiefst überzeugt, dass das der Schlüssel zum Erfolg und zum Fortbestand unseres Finanzplatzes ist.“

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Die Entwicklungen der vergangenen Jahre hätten auch die SBVg veranlasst, sich neu aufzustellen , denn ein starker Finanzplatz brauche eine starke SBVg. „Die Meinung der Banken finden stärkeres Gehör, wenn wir mit einer Stimme sprechen. Es erfüllt mich mit Zufriedenheit, dass mein Nachfolger Herbert J. Scheidt einen Verband vorfindet, der die Herausforderungen künftig noch effizienter angehen kann“, schloss Odier seine letzte Rede als Präsident der SBVg.

„Odier führte in turbulenten Zeiten mit ruhiger Hand das Steuer“

Der Schweizer Finanzplatz und die SBVg konnten sich glücklich schätzen, mit Patrick Odier einen Steuermann gehabt zu haben, der mit Visionen, Beharrlichkeit und Geduld auf der Brücke gestanden hat, würdigte Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse AG und Vizepräsident der SBVg, den abtretenden Präsidenten. In den letzten sieben Jahren habe ein epochaler Paradigmenwechsel stattgefunden. 2016 seien erfreulicherweise mehrheitlich Zukunftsfragen und weniger Probleme der Vergangenheit im Vordergrund. Das sei ein Hauptverdienst von Patrick Odiers Präsidialzeit, so Urs Rohner.

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„Regulierung muss der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes dienen“

Den Worten von Urs Rohner schloss sich Bundesrat Ueli Maurer, Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements, in einer engagierten Rede an. Er hob hervor, dass der Finanzplatz Schweiz zu den allerbesten Adressen der Welt gehöre. „Wir kämpfen nicht um Diplome, wir kämpfen um Podestplätze – das muss unser gemeinsames Ziel für die kommenden Jahre sein.“ Die Schweiz brauche einen starken Finanzplatz für die Volkwirtschaft, für den Wohlstand und für die soziale Sicherheit.  Die Schweiz stehe weltweit als ein Synonym für Qualität, Präzision und Verlässlichkeit. Er stelle aber auch fest, dass die Schweiz ein wenig bequem geworden sei, das sei eine Gefahr für den Werkplatz. Es brauche Leadership, um besser zu werden, und vorwärts zu gehen, forderte Bundesrat Ueli Maurer.

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Bundesrat Ueli Maurer

Darum, den Anschluss nicht zu verpassen und wettbewerbsfähig zu bleiben, gehe es auch im Bereich Regulierung, einem zentralen Thema für den Wirtschaftsstandort Schweiz. „Regulierung muss der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes dienen. Sobald Regulierung zur Belastung wird und hohe Kosten verursacht, ist sie zu stoppen und zu hinterfragen.“ Klare Worte vom Bundesrat zu einem Thema, das den Banken sehr unter den Nägeln brennt. Regulierung diene der Äquivalenz, diene dem Marktzutritt und habe den Werkplatz zu fördern. „Regulierung ist Förderung und nicht Ausbremsen des Werkplatzes.“ Es stehe also viel Arbeit an in den nächsten Jahren. „Wir müssen vorwärts schreiten, selbstbewusst auftreten und für die Werte, die das Land stark gemacht haben, einstehen, ohne Wenn und Aber. Ich bin stolz auf das, was der Finanzplatz in den letzten Jahren geleistet hat und ich freue mich, wenn wir gemeinsam das eine oder andere in die richtige Richtung korrigieren können. Wir haben unglaubliche Chancen, die es zu packen gibt“, motivierte der Bundesrat die anwesenden Gäste.

Der Universalbankier tritt in die Fussstapfen des Bankiers

Diese Herausforderungen gilt es unter dem neuen Präsidenten der SBVg Herbert J. Scheidt anzugehen. Im Podiumsgespräch mit Patrick Odier unter der Moderation vom Leiter Wirtschaftsressort der NZZ, Peter A. Fischer, zeigte der neue Präsident Respekt vor dieser grossen Aufgabe. „Patrick Odier hinterlässt tiefe Fussspuren“, sagte Scheidt. Sein Vorgänger habe aber bedeutende Weichen gelegt und damit viel für die Branche und die Wirtschaft geleistet. „Es ist für mich wichtig, diese Entwicklung weiterzuführen, was eine grosse Herausforderung bedeutet. Darauf freue ich mich sehr.“ Patrick Odier habe den Begriff „Bankier“ geprägt, sagte Scheidt. Er selber sei eher ein Universalbankier. „Ich bin durch meinen Berufsweg mit allen Geschäftsfeldern der Banken vertraut. Als Präsident kann ich Kenntnisse und Erfahrung im Interesse aller Banken in den Dienst unseres Spitzenverbandes einbringen“, führte Herbert J. Scheidt aus.

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Patrick Odier und Herbert J. Scheidt im Gespräch moderiert von Peter A. Fischer

„Ehre wem Ehre gebührt.“

Herbert J. Scheidt wird in seiner Arbeit als Präsident zukünftig auch auf hochqualifizierte Fachkräfte zählen dürfen. Das Stichwort für das Schlussbouquet eines erfolgreichen Bankiertags: Zum dritten Mal ehrte Patrick Odier die erfolgreichsten Absolventen der Berufslehre im Bereich Bank. Unter den 21 jungen Berufsleuten waren sämtliche Bankengruppen vertreten; ein gutes Zeichen für die hohe Qualität des Ausbildungsstandards im Bankensektor, wie Patrick Odier betonte. Dem Publikum präsentierte sich die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz auf der Bühne in Form der drei besten Absolventen.

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Die drei besten Absolventen des Jahrgangs.

Der Finanzplatz kann sich glücklich schätzen, über eine Vielzahl an jungen Talenten zu verfügen, denn sie sind notwendig um die hochgesteckten Ziele zu erreichen und auch weiterhin die Nummer 1 zu bleiben. Der Bankiertag 2016 ging mit individuellen Gesprächen beim Stehdinner zu Ende. Ein Bankier tritt ab und der neue Kapitän übernimmt das Steuer.  

Herbert J. Scheidt über seine Wahl zum Präsidenten der SBVg anlässlich des Bankiertags 2016

Anlässlich des Bankiertag verlässt neben Patrick Odier Stefan Coduri (BSI SA), den Verwaltungsrat der SBVg.  Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Dr. Heinrich Henckel, CEO, LGT Bank (Schweiz) AG und Marco J. Netzer, Chairman & Partner, Banque Cramer & Cie SA.
Der nächste Bankiertag findet am 14. September 2017 statt