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24. September 2015

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Den Kapitalmarkt Schweiz stärken

Den Kapitalmarkt Schweiz stärken

Trotz der prominenten Bedeutung des Schweizer Finanzplatzes, der breiten Wissensbasis und einer guten Handelsinfrastruktur hat sich der hiesige Kapitalmarkt wenig dynamisch entwickelt. Einfache Massnahmen könnten Abhilfe verschaffen.

Die Finanzkrise hat gezeigt, dass sich Kapital- und Kreditmarkt ergänzen müssen, um jederzeit günstige Finanzierungen gewährleisten und so das Wirtschaftswachstum fördern zu können. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kapitalmarkt- und Kreditfinanzierungen trägt insgesamt zur Finanzstabilität und Wohlstand bei.

Inländische Anleihen dominieren den Schweizer Kapitalmarkt.

Der Kapitalmarkt in der Schweiz entwickelt sich aber wenig dynamisch. Einerseits ist die Kapitalmarktfinanzierung insbesondere für die hiesigen KMU schwierig. Andererseits fehlt dem Investor auf dem Schweizer Kapitalmarkt die Möglichkeit zur Diversifikation. Ausländische Emittenten beispielsweise haben sich aufgrund unattraktiver Rahmenbedingungen in den letzten Jahren zurückgezogen, so dass inländische Anleihen dominieren.

Folgende Massnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen würden den Kapitalmarkt Schweiz stärken:

Abschaffung der Verrechnungssteuer und Einführung des Zahlstellenprinzips:

Ausländische Anleger scheuen den Schweizer Kapitalmarkt, da die anfallende Verrechnungssteuer nur mit administrativem Aufwand und nur anteilsweise zurückgefordert werden kann. Aus dem gleichen Grund wickeln Schweizer Konzerne ihre Finanzierungen häufig über Tochtergesellschaften im Ausland ab, wo sie nicht der Verrechnungssteuer unterliegen. Die Einführung des sogenannten Zahlstellenprinzips würde die Attraktivität des Schweizer Kapitalmarkts sowohl für Schuldner wie auch für Anleger markant erhöhen, indem die Erhebung einer Quellensteuer auf Zinsen für ausländische Anleger entfallen würde.

Das Zahlstellenprinzip würde die Attraktivität erhöhen.

Abschaffung der Emissionsabgabe:

Die Emissionsabgabe auf Eigenkapital bestraft Schweizer Unternehmen, die ihr Eigenkapitel stärken und damit investieren und Arbeitsplätze schaffen wollen. Aufgrund verringerter Attraktivität des Kapitalmarkts für Investoren müssen die Unternehmen Prämien für die Finanzierung in Kauf nehmen. Die Aufhebung der Abgabe hätte positive Effekte auf Gesellschaften, die neues Eigenkapital ausgeben wollen, und würde so den Kapitalmarkt beleben.

Die Aufhebung der Abgabe hätte positive Effekte.

Anerkennung von Bankenratings:

Institutionelle Anleger beschränken sich oft auf Anlagen mit Ratings von internationalen, von der FINMA anerkannten Ratingagenturen. Kann ein Schuldner kein solches vorweisen, steigt seine zu entrichtende Risikoprämie häufig derart, dass eine Kapitalmarktfinanzierung unattraktiv erscheint. Da KMU aus Kapazitäts- und Kostengründen oft nicht auf solche Ratings zurückgreifen können, erstellen Banken zuhanden der Emittenten und Investoren in der Schweiz kostenlose Ratings, welche bislang äquivalent zu den Agenturratings verwendet wurden. Die FINMA erwägt nun für Anleihen, welche nicht von anerkannten Ratingfirmen bewertet wurden, bei gewissen von ihr beaufsichtigten institutionellen Anlegern zusätzliche Auflagen zu schaffen. Es besteht die Gefahr, dass Bankenratings damit an Bedeutung verlieren. Die Attraktivität der Kapitalmarktfinanzierung für KMU würde damit gesenkt.

Es besteht die Gefahr, dass Bankenratings an Bedeutung verlieren.

Die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen durch Einbezug der oben genannten Punkte sowie der Ausbau des Kapitalmarktgeschäfts werden in Folge günstiger Finanzierungen und erhöhter Finanzstabilität den Finanzplatz Schweiz als auch die Volkswirtschaft stärken.