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Das Online-Magazin der Schweizerischen Bankiervereinigung
2014/09/24 10:15:00 GMT+2

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Stimmen zum Bankiertag

Stimmen zum Bankiertag

Dr. Roberto Balzaretti, Botschafter der Mission der Schweiz bei der Europäischen Union, Monika Rühl, die neue Direktorin der economiesuisse und Martin Scholl, CEO der Zürcher Kantonalbank sprechen über die aktuellen Herausforderungen auf dem Finanzplatz Schweiz und ihre Erwartungen an die Schweizerische Bankiervereinigung.

Welche Herausforderungen sehen Sie in den kommenden Monaten für den Bankenplatz Schweiz auf europäischem Terrain?

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Dr. Roberto Balzaretti Botschafter, Mission der Schweiz bei der EU

Als einer der weltweit führenden Anbieter grenzüberschreitender Finanzdienstleistungen ist der Finanzplatz Schweiz auf den Marktzutritt angewiesen. Es ist deshalb zentral, dass die Schweiz mit der EU Marktzutrittsfragen regelt. Aber auch die Einführung des automatischen Informationsaustauschs wird für die Schweizer Finanzinstitute bald zu einem wichtigen Thema, das fester Bestandteil der Diskussionen mit der EU sein muss. Weitere Herausforderungen erwachsen dem Finanz- und dem Wirtschaftsstandort Schweiz aus dem konjunkturellen und stabilitätspolitischen Umfeld der EU: gerät die dortige Konjunktur ins Stocken oder entstehen Unsicherheiten in der Finanzindustrie, wirkt sich das unmittelbar auf die Schweiz aus.

Wir gratulieren Ihnen zur Wahl als Direktorin der economiesuisse. Aus welchen Gründen haben Sie am Bankiertag 2014 teilgenommen?

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Monika Rühl Direktorin, economiesuisse
Als neue Direktorin von economiesuisse ist für mich der enge Kontakt zu unseren Mitgliedern zentral. Mir liegt sehr viel daran, ihre Anliegen und Bedürfnisse zu verstehen, um sie in der Arbeit unseres Verbandes bestmöglich einbringen zu können. Die Bankiervereinigung ist für uns ein sehr wichtiges Mitglied. Deshalb bietet mir der Bankiertag eine fantastische Gelegenheit, Themen zu vertiefen und Leute kennenzulernen.

Welche gemeinsamen Themen für economiesuisse und die SBVg sehen Sie in den nächsten Monaten als prioritär an und wieso?

Ein starker Finanzplatz ist für die Schweizer Wirtschaft wichtig. Dafür wollen wir uns gemeinsam einsetzen! In nächster Zeit geht es dabei beispielsweise um die Umsetzung des automatischen Informationsaustausches (inkl. Regularisierung der Vergangenheit) und um die Gesamtneuordnung der Finanzmarktregulierung. Für die gesamte Wirtschaft ist zudem eine kluge Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und die Rettung des bilateralen Weges mit der Europäischen Union matchentscheidend. Der Finanzplatz ist diesbezüglich auch mit Blick auf ein mögliches Finanzdienstleistungsabkommen mit der EU betroffen. Nicht zu vergessen ist auch die schädliche Goldinitiative, über welche wir im November abstimmen werden. Sie gefährdet direkt die Unabhängigkeit der Nationalbank. economiesuisse wird die Vorlage deshalb aktiv bekämpfen. Und last but not least engagieren wir uns - auch zusammen mit der SBVg - derzeit stark dafür, das Vertrauen in die gesamte Wirtschaft zurück zu gewinnen.

 

Wie haben Sie den diesjährigen Bankiertag erlebt?

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Martin Scholl CEO, Zürcher Kantonalban
Der Bankiertag 2014 gab einmal mehr die Gelegenheit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus der Branche sowie von unseren Behörden auszutauschen. Mit dem Stehdinner hat man meines Erachtens auch das richtige Format gefunden.

Sie sitzen seit 2008 im Verwaltungsrat der SBVg ein. Was hat sich seither verändert?

Die Agenda ist voller, die Themen breiter und die Diskussionen intensiver. Leider überwiegen immer noch etwas die „negativ“ besetzten Themen. Aber: Nächstes Jahr gehen wir am Bankiertag ins Dolder Grand in Zürich. Das deutet definitiv darauf hin, dass wir auch wieder an die Chancen glauben…