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24. September 2014

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Ecopop-Initiative: grosse Gefahr für die Banken

Ecopop-Initiative: grosse Gefahr für die Banken

Die Schweiz kann sich im globalen Wettbewerb dank ihrer Stabilität, ihrem Pragmatismus und ihrer Offenheit hervorragend behaupten. Zu diesen Standortvorteilen haben die Banken ebenso beigetragen wie sie auch davon profitieren. Doch die Wettbewerbsfähigkeit ist bedroht: Die Ecopop-Initiative, über die das Schweizer Stimmvolk am 30. November abstimmt, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und der Banken direkt und ist darum abzulehnen.

Die Schweiz ist zum sechsten Mal in Folge das wettbewerbsfähigste Land der Welt. Zu diesem Erfolg haben Banken mit ihrer hohen Wertschöpfung massgeblich beigetragen. Sie wollen auch in Zukunft ihren Teil leisten. Die Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit setzt eine zielbewusste Entwicklung neuer Geschäftsfelder und gute Rahmenbedingungen voraus. Ersteres liegt in der Hand der Banken und wird konsequent vorangetrieben, letzteres jedoch ist in Gefahr.

Um zu prosperieren, braucht die Schweiz möglichst rasch einen stabilen Rahmen mit Europa.

Denn der Souverän hat am 9. Februar 2014 mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitative eine anspruchsvolle Entscheidung gefällt. Die Schweiz muss eine Lösung in ihrer bewährten Manier finden, nämlich mit Augenmass und Pragmatismus. Um zu prosperieren, brauchen wir möglichst rasch einen stabilen Rahmen mit Europa – Unsicherheit ist Gift für Unternehmen und Investoren.

Ecopop-Initiative in ihrer Starrheit extremer als die Masseneinwanderungsinitiative

Hat der 9. Februar 2014 schon Unsicherheit gestiftet, so hätte die Ecopop-Initiative „Stopp der Überbevölkerung“ noch ungleich schärfere Auswirkungen. Denn während sich die Initianten der Masseneinwanderung immerhin nie auf eine feste Zahl versteift und bewusst einen gewissen Verhandlungsspielraum offen gelassen haben, will Ecopop die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung einbrechen lassen. Das wären nach heutigem Stand nur 16‘000 Menschen. Darin sind auch Angeheiratete, zurückkehrende Auslandschweizer und Asylsuchende eingerechnet. Die heutige Zuwanderung würde um 80 Prozent gedrückt. Dieser starre und schädliche Ansatz würde der Schweiz jegliche Flexibilität rauben.

Banken brauchen Marktzugang für hochqualifizierte Arbeitskräfte

Die Banken wären von einer solch massiven Einschränkung sehr direkt betroffen. Sie beschäftigen in der Schweiz rund 28‘000 ausländische Mitarbeitende, was 26 Prozent aller Angestellten entspricht. Im 2013 rekrutierten sie in der Schweiz rund 3‘750 Personen aus dem EU/EFTA-Raum und 610 aus Nicht-EU-Staaten. Dies weil sie in der Schweiz nicht genügend Fachkräfte finden, was sich in der sehr tiefen Branchen-Arbeitslosenrate von 2,5 Prozent widerspiegelt. Selbstverständlich suchen die Banken auch nach Möglichkeiten, wie das vorhandene Potential besser genutzt werden kann. Stichworte dazu sind die Steigerung der Frauenquote oder die Förderung des Potentials von älteren Mitarbeitenden. Diese Massnahmen brauchen aber Zeit und können den ganzen zusätzlichen Bedarf nicht decken. Zudem wird sich der Arbeitskräftemangel in den nächsten Jahren, wenn die Babyboomer-Generation in Pension geht, noch verschärfen.

Die Banken und der Finanzplatz Schweiz benötigen einen Marktzugang für hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Deshalb „Nein“ zur Ecopop-Initiative.

Die Banken und der Finanzplatz Schweiz benötigen neben einem Marktzugang für ihre Produkte und Dienstleistungen auch einen solchen für hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Die extreme Ecopop-Initiative verdient deshalb eine klare Absage.