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26. Juni 2019

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Swiss Cyber Security Days: eine neue Plattform gegen Cyberbedrohungen

Swiss Cyber Security Days: eine neue Plattform gegen Cyberbedrohungen

Mit den Swiss Cyber Security Days besteht in der Schweiz erstmals eine Plattform, die sich durch Zusammenarbeit aller relevanten Akteure aus Politik, Wirtschaft sowie Entscheidungsträgern aus Bildung und Forschung dem Kampf gegen Cyberbedrohungen verschrieben hat.

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Béat Kunz, CEO Swiss Cyber Security Days
2019 wurden die Swiss Cyber Security Days (SCSD) erstmals durchgeführt. Wieso braucht die Schweiz die SCSD?

Es gibt schon genügend produktebasierte wie auch technische CyberSecurity Events. In der Schweiz fehlte es bisher an einer nationalen Plattform für Politiker, die Wirtschaft sowie für die Bildung auf Stufe Entscheidungsträger. Eine Plattform, welche über die aktuellen Herausforderungen informiert und deren mögliche Lösungen in einer allgemein zugänglichen Art und Weise präsentiert. Cybersicherheit ist zudem ein Thema, das nur durch eine Zusammenarbeit der relevanten Akteure bedient werden kann. Die SCSD springen hier in die Lücke und ist die nationale Plattform für Politik, Entscheider, aber auch für Bildung und Forschung.

Wie ist Ihr Fazit der Veranstaltung? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Ja, wir sind sehr zufrieden. Wir haben unsere Ziele mit mehr als 2200 Teilnehmern, darunter 60 akkreditierten Journalisten, klar übertroffen. Es gibt vieles, das wir verbessern werden, aber insgesamt war das Feedback ausgezeichnet. Unsere Annahme, dass die Schweiz eine solche Plattform braucht, wurde bestätigt. Politiker, Entscheider, Bildung und Forschung waren dabei und haben uns unterstützt. Stolz sind wir auch darauf, dass wir es geschafft haben, die verschiedenen Sprach- und Kulturregionen der Schweiz zusammen zu führen

Gibt es die SCSD auch 2020? Was wollen Sie 2020 anders machen als 2019?

Ja, SCSD gibt es auch 2020 und in den Folgejahren. Ich denke, wir werden nochmals mehr Publikum anziehen – wobei ich an einer Partnertagung klar gesagt habe: Es geht uns nicht um die Massen. Es geht primär um die Qualität. Die vermutlich wichtigste Neuerung an den SCSD 2020 werden die Erlebniswelten sein.

"Die vermutlich wichtigste Neuerung an den SCSD 2020 werden die Erlebniswelten sein."

Schauen Sie: ICT ist sehr abstrakt. Wir haben das erklärte Ziel, Cyber erlebbar, zugänglich und verständlich zu machen, damit informierte und faktenbasierte Entscheide zu einer sichereren Welt führen werden.

Ist die Schweiz dank SCSD nun besser geschützt gegen Cyberangriffe?

Das wäre super. Ich glaube allerdings, dass eine Initiative allein die Schweiz nicht sicherer machen wird. Aber die Plattform SCSD will einen wichtigen Beitrag leisten, damit die Schweiz besser geschützt ist und bleibt.

Cyberbedrohungen machen nicht an der Schweizer Grenze halt. Wie berücksichtigen Sie die internationale Dimension der Problematk?

Ich würde  nicht von einer internationalen Dimension sprechen: Nationen und Staaten spielen technisch tatsächlich praktisch keine Rolle. Ich schlage die weltweite, also globale Dimension, vor. Das vereinfacht und klärt die Diskussion. Und ganz ehrlich: Wir brauchen diese Dimension nicht speziell zu berücksichtigen, anders als etwa Innovation und Ausbildung. Denn ICT ist an sich global. Sagen wir es umgekehrt: Wir kümmern uns nicht um sehr spezifische, auf Lokales zugeschnittene Lösungen. Unser Fokus ist die weite Welt der ICT. Eventuell noch ein zusätzlicher Aspekt: Wir sind die nationale Plattform für Cyber. Jede nationale Platform hat auch internationale Beziehungen und wir haben schon in der Erstausgabe Gäste und Redner aus der ganzen Welt begrüssen dürfen.

Können Banken und Bankmitarbeiter von einer Teilnahme profitieren?

Banken ganz bestimmt. Sie sind zwar selber ausgesprochen fit – aber die Schwachstelle des Systems ist der Endkunde. Mit anderen Worten: Jedes Mal, wenn irgendjemand etwas über Cyber Security lernt und sein Verhalten entsprechend anpasst, profitieren unter anderem auch die Banken.

Wie ist ihr persönliches Verhältnis zu Cyber Security? Wurden Sie schon mal gehackt – oder waren Sie schon mal als Hacker unterwegs?

Dieses Thema ist für jeden aktuell und relevant. Anfang dieses Jahres wurden die grössten Email/Passwort-Leaks veröffentlicht. Eine Analyse hat gezeigt, dass um die vier Millionen Schweizer Emails von Verwaltung und Wirtschaft zu Individuen gehackt wurden.

"Eine Analyse hat gezeigt, dass um die vier Millionen Schweizer Emails von Verwaltung und Wirtschaft zu Individuen gehackt wurden."

Bei einer Population von 8.48 Millionen Bürgerinnen und Bürgern ist das fast die Hälfte. Dies zeigt uns eindrücklich: Auch wenn sie selber geschützt sind, kann man sich dem Thema nicht entziehen. Der Lieferant, die Verwaltung oder der Nachbar kann schon gehackt sein und stellt somit ein Risiko für die eigene Sicherheit dar. Cyber Security ist ein Must für alle. Mit der kontinuierlichen Digitalisierung und Vernetzung ist Sicherheit eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft.