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28. Juni 2018

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Ein klares Nein zum Vollgeld-Experiment

Ein klares Nein zum Vollgeld-Experiment

Die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sprachen sich am 10. Juni klar gegen einen radikalen Umbau des Geldsystems aus. Die SBVg zeigt sich erfreut über die deutliche Ablehnung der Vollgeld-Initiative. Der Entscheid des Schweizer Stimmvolks ist auch ein Zeichen des Vertrauens ins Schweizer Banken- und Geldsystem.

Die Augen der internationalen Finanz-Presse waren am 10. Juni 2018, dem Tag der Abstimmung über die Vollgeld-Initiative, auf die Schweiz gerichtet. Die internationale Presse wählte an diesem Tag deutliche Worte: «Swiss reject suicidal sovereign money plan», titelte die Financial Times.

«Kein Vollgeld – und das ist gut so»

Die Frankfurter Allgemeine fasste die vorherrschende Meinung im Schweizer Stimmvolk treffend zusammen: «Kein Vollgeld – und das ist gut so». Volk und Stände haben dem Vollgeld-Experiment eine klare Absage erteilt. Damit folgte eine grosse Mehrheit der Stimmenden der Einschätzung von Bundesrat, Parlament, Nationalbank und Wirtschaft.

Riskantes Experiment

Im Laufe des Abstimmungskampfes konnte die Nein-Kampagne glaubhaft aufzeigen, welche realen Risiken ein Vollgeld-Experiment mit sich bringen würde. Die persönliche Betroffenheit der Bürgerinnen und Bürger etwa durch höhere Gebühren für Bankdienstleistungen und eine Verteuerung der Kreditvergabe konnte plausibel vermittelt werden. Aber auch die staatspolitischen Auswirkungen auf unsere Institutionen wie z.B. die Gefährdung der Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank wurden erfolgreich thematisiert.

Ausdruck des Vertrauens

Herbert J. Scheidt, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), zeigt sich erfreut über das eindeutige Resultat: «Das Nein zur Vollgeld-Initiative ist Ausdruck des Vertrauens der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den Finanzplatz Schweiz und die Banken.»

«Das Nein zur Vollgeld-Initiative ist Ausdruck des Vertrauens der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in den Finanzplatz Schweiz und die Banken.»

Für Herbert J. Scheidt zeigt das Abstimmungsergebnis, dass das Schweizer Stimmvolk das heutige stabile und leistungsfähige Wirtschafts- und Geldsystem schätze und es nicht in einem leichtfertigen Experiment aufs Spiel setzen möchte.

Gezielte Weiterentwicklung

Das deutliche Abstimmungsresultat ist Beleg für das Vertrauen des Souveräns in eine volkswirtschaftlich bedeutende Branche, deren Dienstleistungen geschätzt werden. Gleichzeitig zeigt das Resultat, dass die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger keine radikalen Veränderungen im Banken- und Geldsystem wünschen. Sie bekräftigen damit die in den letzten Jahren eingeschlagene Stossrichtung, mittels gezielter Massnahmen die Stabilität des Finanzsektors zu stärken. Das Votum ist somit auch ein Auftrag an die Politik, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Finanzplatz Schweiz mit Bedacht weiterzuentwickeln: Evolution statt Disruption ist gefordert.