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2018/06/28 09:15:00 GMT+0

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Jetzt gilt die Stellenmeldepflicht

Jetzt gilt die Stellenmeldepflicht

Seit dem 1. Juli 2018 müssen offene Stellen den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren gemeldet werden, sofern sie zu einer Berufsart mit erhöhter Arbeitslosigkeit gehören. Davon ist für einige Jobs auch die Bankbranche betroffen.

Die Stellenmeldepflicht ist eine Folge der Masseneinwanderungsinitiative, die 2014 von Volk und Ständen angenommen wurde. Die Initiative verlangte eine Begrenzung und Steuerung der Zuwanderung in die Schweiz. Die Stellenmeldepflicht und der damit verbundene Vorrang von in der Schweiz registrierten Stellensuchendenden sollen nun zur besseren Nutzung des einheimischen Arbeitsmarktpotenzials beitragen.

Der Bundesrat hat sich für eine gestaffelte Einführung der Meldepflicht entschieden:

  • Seit dem 1. Juli 2018 gilt die Meldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von über 8 Prozent
  • Per 1. Januar 2020 wird die Schwelle auf 5 Prozent gesenkt

Arbeitgeber müssen demnach offene Stellen in Berufsarten mit erhöhten Arbeitslosenquoten den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden. Sobald ein RAV die Meldung bestätigt hat, dürfen während fünf Arbeitstagen nur registrierte Stellensuchende darauf zugreifen. Der Arbeitgeber darf die Stelle während dieser Zeit nicht öffentlich ausschreiben. Das RAV kann dem Arbeitgeber innert drei Tagen nach Meldungseingang Vermittlungsvorschläge (passende Dossiers) unterbreiten. Der Arbeitgeber prüft die Dossiers und teilt dem RAV mit, ob geeignete Kandidaten dabei sind oder nicht.

Wenig betroffene Jobs in der Bankbranche

Die in der Bankbranche am häufigsten vertretene Berufsart «Berufe des Bankwesens» weist eine Arbeitslosenquote von rund 2 Prozent aus. Damit unterliegen die häufigsten Berufe in der Bankbranche nicht der Stellenmeldepflicht. Allerdings gibt es in den meisten Banken Berufe, die nichts mit dem eigentlichen Bankgeschäft zu tun haben, darunter auch solche, die einer Meldepflicht unterliegen. Über 8 Prozent liegt die Arbeitslosigkeit zum Beispiel bei PR- und Marketing-Fachleuten, Empfangspersonal und Portiers oder bei Teleoperateuren respektive Telefonisten. Eine Arbeitslosigkeit von über 5 Prozent verzeichnen Berufe der Wirtschaftswissenschaften, Soziologen, Politologen, Werbefachleute, Chauffeure oder wissenschaftliche Assistenten.

Was Banken jetzt umsetzen müssen

Für die Banken ist vor allem die Überprüfung und Anpassung des Rekrutierungsprozesses wichtig. Alle mit der Rekrutierung befassten Mitarbeitenden müssen wissen, bei welchen Stellen das besondere Verfahren der Stellenmeldepflicht, insbesondere das Publikationsverbot, zur Anwendung kommt. Als Faustregel gilt: Wenn die Stelle direkt mit dem Bankgeschäft zu tun hat, unterliegt sie höchstwahrscheinlich nicht der Meldepflicht. Wenn sie hingegen nichts mit dem Bankgeschäft zu tun hat, empfiehlt sich eine Konsultation der SECO-Liste der meldepflichtigen Berufsarten.


Die Stellenmeldung an das zuständige RAV kann auf allen Kommunikationskanälen erfolgen (Post, Telefon, E-Mail etc.). Es wird jedoch empfohlen, das Online-Portal www.arbeit.swiss für die Eingabe der offenen Stellen zu nutzen. Die Publikation der Stelle erfolgt auf der Stellenplattform «Job-Room» der RAV.


Arbeitgeber Banken informierte seine Mitgliedinstitute im Rahmen einer Roadshow und bietet ein umfassendes Q&A sowie weiterhin Beratungen bei konkreten Umsetzungsfragen.

Das Informationsportal des Bundes zur Stellenmeldepflicht: www.arbeit.swiss