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30. Juni 2016

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Journalistenseminar 2016 – Die Generation Y im Fokus

Journalistenseminar 2016 – Die Generation Y im Fokus

Das Journalistenseminar 2016 rückte die Zukunft des Banking in den Fokus. Mit spannenden Diskussionen und Referaten wurden die teilnehmenden Journalisten auf eine Reise in die Zukunft mitgenommen.

Wie sehen Banken und Kunden der Zukunft aus? Wie müssen Mitarbeitende ausgebildet werden, um sich optimal in der neuen Arbeitswelt zurechtzufinden? Wie muss wettbewerbsneutrale Regulierung ausgestaltet sein? Diese und weitere Fragen standen am Anfang des sechzehnten Journalistenseminars der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) in Bern im Raum. Beantwortet wurden sie alle.

Regulierung regulieren: Mehr, weniger, besser oder schlechter?

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Am Abend des 6. Juni trafen sich auf Einladung der SBVg Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen; Claude-Alain Margelisch, CEO der SBVg; Rupert Schaefer, Leiter Geschäftsbereich Strategische Grundlagen der FINMA; Herbert J. Scheidt, Präsident des Verwaltungsrates von Vontobel; Tobias Schlegel von Avenir Suisse und Karl Vogler, CSP-Nationalrat des Kanton Obwalden, zu einem Panelgespräch.

Rupert Schaefer von der FINMA war ein viel gefragter Mann, denn die Teilnehmer diskutierten, wie Regulierung in der Schweiz zu regulieren sei. Die Bankenvertreter betonten, dass sie nicht gegen Regulierungen seien oder diese künftig massiv zu reduzieren versuchen. Die Finanzkrise hat gezeigt, wie wichtig gute Regulierung ist. Zentral ist aber laut Claude-Alain Margelisch auch, dass die Schweiz nicht per se möglichst alles reguliert, sondern das Wichtige und Richtige. Das heisst, es braucht nicht weniger Regulierung, aber bessere.

Zentral ist aber laut Claude-Alain Margelisch auch, dass die Schweiz nicht per se möglichst alles reguliert, sondern das Wichtige und Richtige. Das heisst, es braucht nicht weniger Regulierung, aber bessere.

Schaefer konterte, die Finma erlasse ja nicht zum Spass Regulierungen. Ausserdem sei die Branche bei den Vernehmlassungen immer an Bord und habe die Möglichkeit, aktiv mitzureden. Tobias Schlegel von Avenir Suisse fügte hinzu, dass Regulierung aber einen gewichtigen Kostenfaktor darstelle, nämlich zwei bis zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Schweizer Wirtschaft pro Jahr. Laut Herbert Scheidt und Patrik Gisel führt Regulierung dazu, dass die Banken teils auch ihre Alleinstellungsmerkmale verlören, was sich wiederum negativ auf die Vielfalt des Bankenplatzes auswirke. Karl Vogler erläuterte die Idee einer Regulierungsprüfstelle. Diese würde eine Qualitätskontrolle der Regulierung ermöglichen und helfen, das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu optimieren. Fazit der Diskussion: die Banken akzeptieren eine gute Regulierung und setzen diese um. Das Mass muss allerdings die Qualität sein, nicht die Quantität.

Die Banken akzeptieren eine gute Regulierung und setzen diese um. Das Mass muss allerdings die Qualität sein, nicht die Quantität.

Die Zukunft in den Händen der Generation Y

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Der Dienstagvormittag stand ganz im Zeichen der Generation Y. Diese heute ungefähr 30-Jährigen bewegen und formen mit ihren Bedürfnissen, Arbeitsweisen und Ansprüchen die Arbeitswelt und den Finanzplatz. Wie sie dies tun, war Gegenstand verschiedener Vorträge aus unterschiedlichen Perspektiven. Alle Referate zeigten, dass Digitalisierung und Fintech nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Die Branche, allen voran die SBVg, ist sich bewusst, dass die technologischen Entwicklungen Herausforderungen und Chancen mit sich bringen. Die SBVg widmet sich dem Thema mittels zwei Schwerpunktaktivitäten: Der Verband setzt sich für optimale Rahmenbedingungen ein, zum Beispielbei der Online-Identifikation für Kontoeröffnungen, und betreibt aktive Promotion. Übergeordnetes Ziel des Verbandes ist es, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Schweiz zu erhalten.

Alexia Böniger, CEO von CYP, und Matthias Wirth, Leiter Ausbildung der SBVg, die über die Ausbildung der Zukunft referierten, zeigten sich überzeugt, dass die Digitalisierung das Berufsbild von Bankangestellten weiter verändern wird. Sie sehen aber keinen Zweifel, dass gut ausgebildete Fachkräfte, die den Willen für lebenslanges Lernen mitbringen und sich flexibel und mit den nötigen Soft Skills behaupten, weiterhin gefragt bleiben. Die Ausbildung fokussiert schon heute, so Böniger, stark darauf, den Umgang mit technischen Hilfs- und Arbeitsmitteln noch stärker zu vermitteln.

Einen Blick in eine entferntere Zukunft warf dann Markus Iofcea, Leiter Think Tanks UBS Y. Sein Auftrag: Szenarien aufzeigen, wie die Welt zum Beispiel in 40 Jahren aussehen könnte. Da auch Iofcea weder eine verlässliche Kristallkugel hat noch Kaffeesatz lesen kann, tut er dies anhand von Szenarien, welche UBS Y auf Basis von akzeptierten Megatrends herleitet. Er macht keine Prognosen, sondern erstellt Visionen. Der Kunde der Zukunft geht mit dem Internet und der Digitalisierung so um wie wir heute mit Strom aus der Steckdose. Er ist nicht nur ständig mit dem Internet verbunden, sondern sogar Teil desselben, dank eines eigenen, virtuellen Ichs. Vertrauen bleibt für das Banking eine harte Währung. Wenn es Banken nicht schaffen, sich dieses zu erhalten, werden sie in 40 Jahren nicht mehr bestehen, so Iofcea.

Der Kunde der Zukunft geht mit dem Internet und der Digitalisierung so um wie wir heute mit Strom aus der Steckdose.

Im Anschluss daran erläuterten Salvatore Iacangelo, Credit Suisse, und Falk Kohlmann, Swisscom, ihre Vision der Bank der Zukunft. Sie zeigten, wie Banken und Fintechs heute schon konkret zusammenarbeiten und wie sie Ökosysteme bilden werden, in denen sich der Kunde dank Kooperationen von Unternehmen seine persönlichen Dienstleistungen mehr oder minder frei zusammenstellen kann.

Challenge accepted – die Banken nehmen ihre Zukunft in die Hand

Der Tag zeigte, wie die SBVg und die Banken bestrebt sind, Schritt zu halten mit technischen Entwicklungen, ihre eigene Zukunft aktiv mitzugestalten sowie ihre künftigen Rahmenbedingungen zu formen. Dass sie dabei auf gutem Weg sind und einen klaren Blick für die Zukunft haben, ging aus den Referaten am Journalistenseminar hervor.

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