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Das Online-Magazin der Schweizerischen Bankiervereinigung
2014/07/04 09:55:00 GMT+2

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Erster Chinese-Swiss Financial Round Table: Gelungener Auftakt

Erster Chinese-Swiss Financial Round Table: Gelungener Auftakt

Die Schweizerische Bankiervereinigung und die China Banking Association haben am 27. Juni 2014 den ersten „Chinese-Swiss Financial Round Table“ durchgeführt. Teilnehmer waren ca. 100 Banken- und Behördenvertreter beider Länder. Der Runde Tisch fand komplementär zum zweiten Finanzdialog zwischen den Regierungen der Schweiz und China am Vortag und wenige Tage vor Inkraftsetzung des Freihandelsabkommens zwischen beiden Ländern statt. Er war ein weiterer Schritt auf dem Weg, den Finanzplatz Schweiz als ein europäisches Zentrum für China- und Renminbi-Geschäfte zu etablieren.

Unter den Teilnehmern befanden sich Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Zhou Xiaochuan, Governor der chinesischen Zentralbank, Thomas J. Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Boris F.J. Collardi, CEO von Julius Bär, Urs Rohner, VR-Präsident der Credit Suisse, Patrick Odier, VR-Präsident der SBVg, und Chen Yuannian, Generalsekretär der CBA. Kaspar Villiger, Alt-Bundesrat und früherer VR-Präsident von UBS, moderierte den Anlass.

Vertreter der Schweizer Regierung wie der Banken unterstützten nachdrücklich die Ansiedlung einer chinesischen Bank in der Schweiz sowie ein Währungsabkommen zwischen beiden Zentralbanken.

Die SBVg und die CBA unterzeichneten eine Absichtserklärung (MoU) für eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Schweiz zu einem Renminbi-Hub und für eine gezielte Zusammenarbeit in Ausbildung und Training im Bankenbereich. Zudem wurde vereinbart, voraussichtlich jährlich einen Round Table abwechselnd in China und in der Schweiz abzuhalten.

Vertreter der Schweizer Regierung wie der Banken unterstützten nachdrücklich die Ansiedlung einer chinesischen Bank in der Schweiz sowie ein Währungsabkommen („swap line“) zwischen beiden Zentralbanken. Beide sind Voraussetzungen für Renminbi Clearing durch eine Bank in der Schweiz. Damit würden Renminbi-Geschäfte billiger und die Stellung der Schweiz als europäische Drehscheibe für Transaktionen mit chinesischen Unternehmen und der chinesischen Währung gestärkt.

Auch das Private Banking und die institutionelle Vermögensverwaltung könnten durch verbesserte Anlagemöglichkeiten in Renminbi ihr Produkteangebot verbreitern und vertiefen. Sie wären zudem Hauptnutzniesser eines verbesserten Marktzutritts nach China, nicht zuletzt wenn die chinesischen Behörden Finanzinstituten in der Schweiz eine Renminbi Qualified Institutional Investor (RQFII) Quote einräumen würden.

Governor Zhou Xiaochuan bestätigte, dass der europäische Markt von mehreren Zentren für das Renminbi-Geschäft profitieren würde. Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass neben London (führender europäischer Finanzplatz) und Frankfurt (wichtigster Finanzplatz des Euro-Raums und der starken deutschen Industrie) auch die Schweiz als global ausgerichteter Finanzplatz (in der Vermögensverwaltung und bei der Handelsfinanzierung) bei der weiteren Internationalisierung der chinesischen Währung ihren Platz hätte. Damit würde unser Finanzplatz mit London und Frankfurt gleichziehen und längerfristige Wettbewerbsnachteile vermeiden.