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02. April 2020

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Digitale Schweiz: Das fehlende Puzzle-Stück

Digitale Schweiz: Das fehlende Puzzle-Stück

Neue Technologien ermöglichen innovative Geschäftsmodelle. Davon will auch die Schweiz profitieren. Doch noch bietet sie nicht die optimalen Voraussetzungen dafür. Das Bild der digitalen Schweiz ist nicht komplett. Das passende Puzzle-Stück fehlt - eine staatlich geprüfte und anerkannte elektronische Identität (e-ID).

Das Bild der digitalen Schweiz hat Lücken

Durch die fortschreitende technologische Entwicklung ist es möglich, Geschäftsprozesse und Behördengänge immer mehr in die digitale Welt zu verlagern. Die Bedingung dafür ist, dass Sicherheit bezüglich der Identität des Gegenübers im Netz besteht. Nur wenn dies gegeben ist, können auch besonders schützenswerte Behördengänge und Geschäftsprozesse umfassend digital abgewickelt werden. Nach wie vor ist es hierzulande – im Vergleich zu Ländern wie Norwegen oder Schweden – nicht möglich, dass sich eine Person im Netz eindeutig und behördlich anerkannt identifizieren kann. Das verhindert viele digitale Lösungen und damit Geschäftsmodelle der Zukunft. Somit sieht sich die Schweiz zusehends im digitalen Hintertreffen. Das Bild der digitalen Schweiz hat Lücken. Die Lösung, um diese Lücke zu schliessen, liegt auf der Hand: Es muss eine sichere und vertrauenswürdige Identifikationsmöglichkeit im digitalen Verkehr geschaffen werden, die in der Schweiz behördlich anerkannt ist.

Das fehlende Puzzle-Stück: Eine staatlich anerkannte e-ID

Die Schaffung einer staatlich geprüften und anerkannten elektronischen Identität (e-ID) knüpft genau an diesem Punkt an. Eine Schweizer e-ID schafft das notwendige Vertrauen und die Sicherheit im Netz. Die e-ID ermöglicht dank der eindeutigen Identifikation Schutz vor Identitätsbetrug und Falschangaben und verhindert Verwechslungen. Die e-ID erleichtert zudem die Nutzung von Online-Diensten massgeblich: ein einziges und sicheres Login anstatt einer Vielzahl ungenügend geschützter Logins, effizientere Altersprüfungen usw. Gleichzeitig werden jedoch nur die Daten mit dem digitalen Gegenüber geteilt, welche für die Transaktion relevant sind, z.B. nur das Alter bei einer Altersüberprüfung. Die e-ID ist freiwillig und ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern diese zahlreichen Vorteile zu realisieren. Die Schweizer e-ID schafft einen Mehrwehrt für alle – Bürgerinnen und Bürger, Staat und Unternehmen. Das fehlende Puzzle-Stück ist also gefunden.

Aufgabenteilung zwischen Staat und Privaten: Eine passgenaue Lösung

Die e-ID schafft nicht «bloss» Mehrwert. Für den Erfolg unserer Volkswirtschaft im digitalen Zeitalter ist sie eine Notwendigkeit. Diese Notwendigkeit sehen auch Bundesrat und Parlament und möchten mit dem Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (BGEID) die rechtliche Voraussetzung für die staatlich geprüfte und anerkannte e-ID schaffen. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Die Referendumsführer sprechen sich gegen die vorgesehene Aufgabenteilung zwischen Staat und Privaten aus. Das, obwohl diese Art das Puzzle-Stück e-ID einzusetzen die erfolgversprechendste ist: Private Unternehmen liefern die sichere und effiziente Infrastruktur, der Staat zertifiziert und kontrolliert. So werden Sicherheit, Datenschutz und eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten gewährleistet. (Erfahren sie hier mehr zur Funktionsweise und den Vorteilen der staatlich anerkannten e-ID.

Volksabstimmung Ende des Jahres: Die SBVg sagt JA zur e-ID

Die Schweizer Stimmberechtigten werden voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres über die staatlich anerkannte e-ID befinden und haben es in der Hand, das Bild der digitalen Schweiz zu komplettieren. Das im Sinne eines starken und zukunftsgewandten Wirtschaftsstandorts Schweiz. Die SBVg sagt JA zur e-ID.