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10. April 2018

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Schweizer Private Banking im internationalen Vergleich

Schweizer Private Banking im internationalen Vergleich

Sowohl der Wirtschaftsstandort als auch der Finanzplatz Schweiz nehmen im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Eine Analyse der SBVg unterschiedlicher bestehender Rankings zeigt nun, wo genau die Schweiz im Vergleich zu anderen Finanzplätzen steht und wo sie sich verbessern muss.

Aktuell existieren verschiedene Rankings, welche die Wettbewerbsfähigkeit von globalen Finanzzentren bewerten. Derartige Benchmarkings werden meistens auf der Grundlage verschiedener finanzplatzrelevanter Faktoren erstellt. Obwohl solche Rankings bisweilen durch subjektive Bewertungen gekennzeichnet sind, können sie als allgemeine Indikation bezüglich der Qualität eines Standorts betrachtet werden.

Konkrete Handlungsfelder identifiziert

Vor diesem Hintergrund hat eine Arbeitsgruppe der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) eine grosse Anzahl bestehender und öffentlich zugänglicher Indizes und Studien in Bezug auf verschiedene für das Private Banking relevante Erfolgsfaktoren untersucht. Ziel der Analyse war einen konsolidierten Überblick über alle Faktoren und die entsprechende Positionierung der Schweiz im Vergleich zu ihren Konkurrenzfinanzplätzen zu ermöglichen. Dazu wurden sowohl Faktoren, für welche international akzeptierte Standards bestehen, wie beispielswiese die Umsetzung des automatischen Informationsaustausches (AIA), als auch traditionelle Standort- und Wettbewerbsfaktoren wie beispielsweise das steuerliche Umfeld untersucht. Die Ergebnisse sollen nicht nur als Promotionsinstrument für die Branche dienen, sondern vielmehr auch konkrete Handlungsfelder für Politik, Regulatoren und nicht zuletzt die Marktteilnehmer identifizieren.

Action points to strengthen competitiveness

Grafik_Benchmarking.PNG
Swiss private banking – regulatory competitiveness benchmarking

Die Branche muss wachsam bleiben

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Schweizer Vermögensverwaltungsindustrie allen Herausforderungen zum Trotz im internationalen Vergleich nach wie vor sehr gut positioniert ist. Diese ausgezeichnete Ausgangslange darf jedoch nicht als konstant und selbstverständlich betrachtet, sondern muss kontinuierlich verteidigt werden.

Die Schweizer Vermögensverwaltungsindustrie ist sehr gut positioniert.

Hinsichtlich der traditionellen Standortfaktoren besteht durchaus Optimierungspotential, insbesondere im Bereich des steuerlichen Umfelds und mit Blick auf die Möglichkeit, Dienstleistungen aktiv in Kernmärkten anbieten zu können. Ferner dürfen die aktuell günstigen Rahmenbedingungen in anderen Bereichen zum Beispiel der Digitalisierung oder dem Arbeitsmarktumfeld nicht unnötig gefährdet werden.

Über diesen Aspekt hinaus gehört der Bankensektor bereits heute zu den am stärksten regulierten Bereichen der Schweizer Wirtschaft. Die Schweizer Gesetzgebung und Regulierung darf deshalb nicht über die international akzeptierten Standards hinausgehen, damit der hiesige Bankensektor gegenüber anderen Finanzzentren nicht direkt benachteiligt wird.

Optimale Rahmenbedingungen und erstklassige Qualität bleiben zentral

Es ist unbestritten, dass die nationale Ausgestaltung des regulatorischen Umfelds eine signifikante Wirkung auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Branche hat. Damit der Finanzplatz Schweiz gegenüber Wettbewerbern nicht ins Hintertreffen gerät, sollten die Schweizer Behörden bei der Umsetzung von internationalen Standards den relevanten Vergleichsfinanzplätzen nicht vorauseilen und konsequent auf einen „Swiss Finish“ verzichten.

Gleichzeitig tragen die Finanzinstitute selbst zur Zielsetzung eines wettbewerbsfähigen Finanzplatzes entscheidend bei, indem sie weiterhin innovative Produkte und hervorragende Dienstleistungen anbieten sowie für die Integrität des Finanzplatzes einstehen. Eine koordinierte Vorgehensweise von Staat und Bankensektor soll sicherstellen, dass sich der Finanzplatz Schweiz auch in Zukunft im globalen Wettkampf der Finanzplätze als führendes Vermögensverwaltungszentrum behaupten kann.

Die Analyse der SBVg-Arbeitsgruppe ist unter www.swissbanking.org verfügbar.