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30. März 2016

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#Banking#Persönlich

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Haben Sie schon mal im E-Banking nach den Details einer Buchung gesucht — erfolglos? Oder führen Sie sogar eine Excel-Tabelle mit dem Familienbudget? Dass das alles auch viel einfacher geht, zeigt das Personal Finance Management (PFM) von Contovista.

Contovista ist „Personal Finance Management Swiss Made” und ein regelrechter Überflieger. Als Gian Reto à Porta (CEO) und Nicolas Cepeda (CTO) das Start-Up im Jahr 2013 ins Leben gerufen hatten, sah die Welt noch ganz anders aus. Fintech war noch kein grosses Thema, von Medienhype keine Spur. „Wir mussten bei den Banken nahezu um einen Termin betteln“, berichtet à Porta.

Kunden wollen personalisiertes Online-Banking

„Es brauchte Mut, der First Mover zu sein“, sagt Philipp Zimmermann, Leiter Virtuelle Bank der Schwyzer Kantonalbank (SZKB). Die SZKB war 2014 die erste Bank, die mit Contovista eine Zusammenarbeit einging.

 
 

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Philipp Zimmermann und Gian Reto à Porta
Zwar beschäftigt das Auslagern von Dienstleistungen die Finanzinstitute schon länger, doch sahen andere Banken in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt noch keinen Bedarf an personalisiertem Online-Banking. Cepeda und à Porta waren aber beide überzeugt, dass das Thema Zukunft hat. Schon an früheren Stationen ihres Lebenslaufs haben sie festgestellt, dass Banken grosse Summen für IT-Systeme ausgeben, sich aber im Endeffekt zwischen der Schnittstelle von der Bank zum Kunde nicht viel geändert hat. Aus anderen Bereichen ist der Kunde Services mit hoher Geschwindigkeit und guter Benutzerfreundlichkeit längst gewohnt. Daher gingen die beiden Gründer davon aus, dass Kunden dies auch im Banking fordern würden. „Aus unserer Sicht war es unbefriedigend, dass man im E-Banking keine detaillierten Informationen zu getätigten Zahlungen findet. Hier war grosses Potenzial vorhanden, das wir nutzen wollten“, sagt à Porta.

Zusammenarbeit lohnt sich für beide Seiten

„Die SZKB war davon überzeugt, dass Personal Finance Management, kurz PFM, in Zukunft in jedes Online-Banking gehört und Contovista es versteht, die Lösung so ins E-Banking zu integrieren, dass jeder Kunde diesen Mehrwert erkennen kann“, so Philipp Zimmermann. Die Zusammenarbeit lohnte sich für beide Seiten: „Der Auftrag der SZKB war sehr wichtig für uns, da wir so die erste grosse Erfolgsgeschichte vorweisen konnten“, bestätigt à Porta. Um die Bank zu überzeugen, hat das Start-Up in nur zwei Wochen eine voll integrierte Version als Prototypen für die SZKB entwickelt.

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Remo Schmidli
 

„Contovista hat sehr schnell und sehr gut unter Beweis gestellt, dass sie wissen, wovon sie reden“, meint Zimmermann. Dieser erste Meilenstein war Basis dafür, dass Contovista heute mit einer Schnittstellenanbindung zu Finnova, einem der grössten Anbieter für Bankensoftware der Schweiz, ausgestattet ist und damit Contovista allen Finnova-Banken zur Verfügung steht. Contovista hat auch Remo Schmidli, Leiter Multichannel Management bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) überzeugt. Per Ende 2015 hat Contovista zusammen mit der Kreditkartenherausgeberin Viseca die Software um einen Zusatz ergänzt und im E-Banking der ZKB implementiert. Neu können im PFM Kreditkartentransaktionen über die vergangenen zwei Jahre gesucht, markiert und ausgewertet werden. „Der Aufbau von entsprechendem Know-How innerhalb der Bank wäre massiv zeit- und kostenintensiver gewesen“, ist Schmidli überzeugt.

Banken offen für digitale Lösungen

Für Philipp Zimmermann von der SZKB ist die Zusammenarbeit mit einem Fintech-Start-Up mit einer Symbiose zu vergleichen. Fintechs hätten Nachteile, welche die Banken aufwiegen können und umgekehrt. „Start-Ups sind gewillt den Extraeffort zu leisten, welcher ein etablierter Anbieter bei seiner Out-of-the-Box-Lösung nur zu massiv höheren Kosten macht“, bestätigt auch ZKB-Mann Schmidli. Er betont, dass ein Start-Up einen ganz anderen Blickwinkel auf eine Fragestellung mitbringe als der Auftraggeber.

„In einer Bank kommen von allen Seiten Anforderungen und Regulatorien, die es ohne Wenn und Aber umzusetzen gilt. Als Start-Up können wir uns auf ein Thema konzentrieren und dort enorme Kompetenzen aufbauen“, schliesst à Porta.

Bei den Banken habe sich in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Digitalisierung einiges geändert, sagt à Porta. Heute werde Contovista von Banken eingeladen. Bankiers wollen wissen, ob sie etwas verpassen und seien affiner für das Thema geworden. Das Timing sei gut für die Fintechs, gibt sich à Porta selbstsicher. Die Türen stehen offen und die Banken wollen den nächsten Schritt gehen. Die Branche darf gespannt sein auf weitere Projekte aus der Symbiose Bank und Fintech Start-Up.

#PFM #Data Driven Banking

Im Personal Finance Management (PFM) von Contovista werden vorhandene Finanzinformationen mit Metadaten angereichert, also mit Daten, die Informationen über Merkmale der Transaktionen enthalten. Dadurch ergibt sich ein grosses Potenzial sowohl für den Kunden als auch für Finanzinstitute. Die Transaktionen werden durch die PFM-Funktionalität automatisch kategorisiert. Kunden können Zahlungen zusätzlich kommentieren, taggen, Bilder, zum Beispiel einen Beleg, hinzufügen oder einen genauen Ort (Geolocation) angeben. So erhält eine Zahlung zusätzlich zur automatischen Kategorie weiteren Kontext. Der Kunde kann sich über eine Suche nicht nur anzeigen lassen, wie viel Geld er in welchen Restaurants (automatische Kategorie) ausgegeben hat, sondern via gesetzte individuelle Taggs sieht er auch, wieviel er für #Drinks oder #Food investiert hat. Die Suche ist visualisierbar, dabei sind verschiedene Auswertungen möglich. Der Kunde hat die Option, seine Einnahmen und Ausgaben automatisch in einem Chart darzustellen, seine Sparquote per Klick zu berechnen und sich ein Budget festzulegen, beispielsweise für Restaurantbesuche. Für das Finanzinstitut besteht der Mehrwert darin, dass es zahlreiche Zusatzinformationen über den Kunden erhält, die helfen, diesen besser zu beraten. Contovista wird in ein bestehendes E-Banking der Bank als Zusatzfunktion integriert. Die Daten selber bleiben bei der Bank, wodurch die hohe Sicherheit gewährleistet bleibt.