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16. April 2014

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Masseneinwanderungs-Initiative: Pragmatische und europakompatible Umsetzung gefordert

Masseneinwanderungs-Initiative: Pragmatische und europakompatible Umsetzung gefordert

Die Banken in der Schweiz sind auf ihre ausländischen Mitarbeitenden angewiesen. Aufgrund des demografischen Wandels in der Schweiz werden sie ihre Fachkräfte in Zukunft gar verstärkt im Ausland rekrutieren müssen. Deshalb fordert der Arbeitgeberverband der Banken in der Schweiz (AGV Banken) eine pragmatische Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Rund 22’000 ausländische Bankmitarbeitende wohnen und arbeiten in der Schweiz. Dazu kommen weitere 4’600 Grenzgänger und rund 2’000 Kurzaufenthalter. Insgesamt arbeiten also rund 28’500 Ausländerinnen und Ausländer bei Banken in der Schweiz, was einem Anteil von 26% aller Bankangestellten entspricht.

Ausländische Mitarbeitende sind unverzichtbar für die Banken

Die Banken sind auf diese ausländischen Mitarbeitenden angewiesen, weil der Arbeitsmarkt der kleinen Schweiz nicht ausreicht, um die Bedürfnisse des überproportional grösseren Bankensektors zu bedienen. Deshalb müssen die Banken in Europa und auf der ganzen Welt rekrutieren. Dass sie dabei auch das Arbeitsmarktpotential im Inland ausschöpfen, zeigt die seit Jahren geringe und unterdurchschnittliche Arbeitslosigkeit im Bankensektor.

Der Trend zur Rekrutierung im Ausland wird sich in Zukunft noch verstärken.

Der Trend zur Rekrutierung im Ausland wird sich in Zukunft noch verstärken. Denn mit der zunehmenden Spezialisierung des Bankgeschäfts wächst der Bedarf nach hochqualifizierten Fachkräften. Gleichzeitig wird in der Schweiz aufgrund der demografischen Entwicklung der Kampf um Fachkräfte zunehmen.

AGV Banken fordert pragmatische Umsetzung

Vor diesem Hintergrund ist es für die Banken von entscheidender Bedeutung, dass die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative nicht zu einer Verknappung des Angebots und einer Erschwerung des Zugangs zu ausländischen Mitarbeitenden führt. Ende Juni 2014 wird der Bundesrat sein Konzept zur Umsetzung der Initiative vorlegen.

Das Personenfreizügigkeitsabkommen ist für die Wirtschaft eminent wichtig.

Der AGV Banken hat dazu verschiedene Anliegen und Forderungen formuliert und eingebracht. Im Vordergrund steht dabei eine pragmatische Umsetzung, die sowohl den Anliegen der Initiative als auch den Bedürfnissen der Wirtschaft Rechnung trägt. Zudem muss sich das zukünftige Immigrationsmanagement möglichst nahe am bisherigen Modell orientieren. Nur so können Konflikte mit den internationalen Verpflichtungen der Schweiz vermieden und das für die Wirtschaft eminent wichtige Personenfreizügigkeitsabkommen aufrechterhalten werden. Gelingt es nicht, ein europakompatibles Zuwanderungssystem zu definieren, würden nicht nur die Personenfreizügigkeit, sondern die gesamten bilateralen Verträge aus dem ersten Paket in Frage gestellt.

Flexibilität und Funktionieren des Arbeitsmarktes sicherstellen

Der AGV Banken fordert deshalb ein System der Zuwanderungssteuerung, bei dem der Arbeitsmarkt innerhalb eines definierten Globalkontingents frei funktionieren kann, die Anstellung und Beschäftigung von ausländischen Mitarbeitenden also im bisherigen Rahmen erfolgendarf.

Der Arbeitsmarkt soll innerhalb eines definierten Globalkontingents frei funktionieren können.

Erst bei Überschreitung dieser Grenze sollen abgestufte Kontingentierungsmassnahmen greifen. Damit wird das Anliegen der Zuwanderungssteuerung aufgenommen und eine unkontrollierte Einwanderung ausgeschlossen, gleichzeitig aber auch die Flexibilität und das Funktionieren des Arbeitsmarktes innerhalb eines den Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechenden Schwellenwertes sichergestellt.