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Schweizer Banken lassen Altlasten hinter sich
2016/01/25 00:00:00 GMT+1

Schweizer Banken lassen Altlasten hinter sich

Die Banken in der Schweiz haben die neue (steuertransparente) Realität akzeptiert und sind daran, internationale Steuertransparenzstandards umzusetzen und ihre Kunden beim Übergang in die Steuerkonformität zu unterstützen. In diesem Umfeld lohnen sich praktikable und faire Offenlegungsprogramme. Wer noch keines hat, tut gut daran noch vor dem ersten Datenaustausch eines einzuführen. Das ergibt eine "Triple-Win-Situation": für die Kunden, für deren Wohnsitzstaaten und für die Banken, findet Sanjin Merdan.

Seit dem 1. Januar 2016 sammeln 56 Staaten (sog. Early Adopters) steuerrelevante Bankdaten und werden diese im Folgejahr erstmals mit ihren Partnerstaaten austauschen. Die Banken in der Schweiz sehen diesem stetigen Trend zu mehr Steuertransparenz nicht tatenlos zu. Dies bestätigt eine jüngst veröffentlichte Umfrage des Beratungsunternehmens Ernst&Young. So bekräftigen 89% der insgesamt 120 befragten Banken (ohne die beiden Grossbanken), dass sie die Bereinigung von Altlasten und den damit verbundenen internen Transformationsprozess für ausländisches Vermögen weitgehend abgeschlossen haben. Ein beachtlicher Prozentsatz, wenn man bedenkt, dass die Steuerkonformität des Schweizer Bankenplatzes auch heute gelegentlich angezweifelt wird.

Wer noch kein Offenlegungsprogramm hat, braucht eins

In der Masse der (Negativ)Schlagzeilen geht schnell vergessen, dass die Schweizer Banken schon länger bemüht sind, ihren ausländischen Kunden vor dem Übergang zum automatischen Informationsaustausch (AIA) die Teilnahme an geeigneten Regularisierungsprogrammen ans Herz zu legen. Aus der Perspektive der Bank wird dadurch die Fortführung der Geschäftsbeziehung ermöglicht. Auf der anderen Seite kommen den Wohnsitzstaaten der betroffenen Kunden auf diese Weise bedeutende Steuereinnahmen zu Gute. Dies zeigt das kürzlich abgeschlossene Offenlegungsprogramm in Italien in aller Deutlichkeit. Grund genug also für Griechenland und weitere Staaten ohne ernsthafte Regularisierungsmöglichkeiten, ihren Steuerpflichtigen mit praktikablen und fairen Selbstanzeigeprogrammen die Möglichkeit einzuräumen, mit der Vergangenheit reinen Tisch zu machen.

Schweizer Vermögensverwaltung – noch lange kein Auslaufmodell

Erfreulich ist, dass der Regularisierungsprozess der vergangenen Jahre für die hiesigen Banken bisweilen keine substantiellen Vermögensabflüsse zur Folge hatte. Die medial herbeigesehnten Horrorszenarien mit Blick auf die Beschäftigungszahlen und verwaltete Vermögenswerte haben sich nicht verwirklicht.  

Zwar hat sich der Anteil der Banken, welche Vermögensabflüsse im Umfang von 10 % und mehr verbuchen mussten, im Vergleich zum Vorjahr von 5% auf 11% erhöht. Dennoch antworten 66% der befragten Banken, dass sie im vergangenen Jahr keine wesentlichen Vermögensabflüsse registriert haben bzw. diese durch Neugeldzuflüsse kompensieren konnten. Die aktuelle Umfrage bestätigt abermals, dass ausländische Kunden – dem AIA zum Trotz – weiterhin von den Vorzügen und traditionellen Qualitäten des Finanzplatzes Schweiz profitieren möchten.     

Paradigmenwechsel im Dienste eines zukunftsorientierten Finanzplatzes

Der vollzogene Paradigmenwechsel war für den Schweizer Bankenplatz zweifelsfrei schmerzhaft und mit zahlreichen Zugeständnissen verbunden. Dies hat sich am deutlichsten beim Programm zur Bewältigung des US-Steuerstreits gezeigt.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit war jedoch unentbehrlich und es stimmt zuversichtlich, dass eine grosse Mehrheit der Banken die Bereinigung von Altlasten weitgehend abgeschlossen hat. Dabei freigesetzte Ressourcen können nun wieder für innovations- und wachstumsorientierte Projekte genutzt werden. Entsprechend blickt auch die Mehrzahl der befragten Banken – trotz zunehmend erschwerter Rahmenbedingungen – für sich und ihre Kunden grundsätzlich optimistisch in die Zukunft.

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