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2012/02/24 12:20:00 GMT+1

Stellungnahme der SBVg zum FINMA - Positionspapier „Regulierung der Produktion und des Vertriebs von Finanzprodukten“

  • Die SBVg unterstützt einen angemessenen, praxistauglichen Anlegerschutz, ist aber vom Inhalt des Positionspapiers überrascht. Der grösste Teil der Anregungen aus dem Anhörungsprozess wurde nicht aufgenommen. Das Positionspapier ist dadurch sehr praxisfern und in weiten Teilen weniger differenzierend als der ursprüngliche Vertriebsbericht.
  • Das Positionspapier geht über weite Strecken von unmündigen und unwissenden Kunden aus und verkennt ihre Eigenverantwortung.
  • Nicht zielführend sind beispielsweise eine umfassende Produktdokumentation für alle in der Schweiz angebotenen standardisierten Finanzprodukte (insbes. Aktien und Anleihen), die überdies Angaben über Produzenten, involvierte Dritte und das Produkt selber enthalten, dabei aber kurz und verständlich bleiben sollen. Der Inhalt von Produktdokumentationen sollte produktspezifisch auf Stufe Selbstregulierung festlegt werden; ein Weg, der sich in der Vergangenheit bewährt hat. Strikte gesetzliche Regelungen hemmen die Produktinnovation.
  • Im Sinne einer nachhaltigen Professionalisierungs- und Qualitätsentwicklungsstrategie sind gut ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte ein Gewinn für den Finanzplatz. Etwaige Massnahmen müssen der Vielfalt im Kundenberatungsbereich zwingend Rechnung tragen.
  • Die SBVg begrüsst die Schaffung eines Finanzdienstleistungsgesetzes grundsätzlich. Ein solches muss eine sinnvolle Abstimmung mit internationalen Standards bringen und für gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Finanzdienstleister sorgen.
  • Positiv hebt die SBVg auch hervor, dass die unabhängigen Vermögensverwalter der FINMA-Aufsicht unterstellt werden und sie den gleichen Sorgfaltspflichten, Verhaltensregeln und Ausbildungsanforderungen unterliegen sollen wie beaufsichtigte Finanzintermediäre.
  • Die SBVg wird das Positionspapier nun einer vertieften Prüfung unterziehen.