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Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) lehnt die Vollgeld-Initiative entschieden ab

Der Bundesrat hat heute die Volksinitiative „Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)“ dem Parlament ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen.

Auch die SBVg lehnt die Vollgeld-Initiative aus folgenden Gründen in aller Entschiedenheit ab:

  • Die Initiative gefährdet ein gut funktionierendes System und setzt leichtsinnig und verantwortungslos Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, ein sicheres Wirtschaftssystem und den Wohlstand in der Schweiz aufs Spiel. Ein Alleingang der international stark vernetzten Schweiz ist folglich ein unkalkulierbares Risiko.
  • Die heutige Geldschöpfung durch die Banken ermöglicht eine flexible Kreditversorgung der Wirtschaft. Die Banken kennen ihre Privat- und Unternehmenskunden und vergeben nur tragbare Kredite. Dieses System ermöglicht Wachstum und Wohlstand, was allen zugute kommt.
  • Die Schweiz hat ihr Finanzsystem bereits wirksam stabilisiert (z. B. höhere Eigenmittelunterlegung, strengere Liquiditätsregeln). Auch ein Vollgeldsystem setzt Marktregeln nicht ausser Kraft und kann daher Finanzkrisen nicht abwenden.
  • Sparer werden schlechter gestellt: Flexible Sparkonten werden abgelöst durch auf eine feste Mindestlaufzeit festgelegte Anlagen. Privatkonti werden aufgrund des Verbots von Ausleihungen schlechter verzinst.
  • Die Kreditvermittlung an Private und Unternehmen wird teurer und komplizierter, denn das Kreditvolumen würde nicht vom Markt, sondern zentral und nach eigenem Ermessen von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gesteuert. Damit werden Wachstum und Stabilität gefährdet.
  • Vollgeld hat im Gegensatz zum Geld heute keinen Gegenwert, sondern beruht alleine auf dem Vertrauen in die SNB. Die SNB ist gezwungen, neues Geld zu schaffen, ohne gleichzeitig werthaltige Aktiven wie Devisenreserven zu kaufen.
  • Die Arbeit der Nationalbank wird massiv verpolitisiert; die Balance der Staatsgewalten damit ausgehebelt: die Aussicht auf einen Anteil am Geldschöpfungsgewinn setzt die Nationalbank extremem politischen Druck aus. Da die SNB dann ausserdem faktisch das Kreditvolumen festlegt, muss das wirtschaftspolitische Mandat der SNB stark ausgeweitet werden.
  • Zahlreiche Aktivitäten (Hypotheken, flexible Konti) lohnen sich für Banken nicht mehr, deshalb werden staatliche Institutionen einspringen müssen.

Eine ausführlichere Zusammenstellung der Argumente, welche die Gefährlichkeit der Vollgeld-Initiative belegen, finden Sie hier