Navigation

Message

Meinungsumfrage 2015: Deutlicher Reputationsgewinn für Banken, Schutz der Privatsphäre zentral, Bankkundengeheimnis im Inland wird aber differenziert betrachtet

Basel, 26. März 2015 Eine repräsentative Umfrage der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) zeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer den Banken wieder stärker vertrauen. Die Befragten wünschen sich einen starken Schutz der Privatsphäre und ein hohes Mass an Datenschutz. Das Bankkundengeheimnis im Inland wird differenziert betrachtet und zur künftigen Ausgestaltung bestehen unterschiedliche Ansichten. Auch anerkennt die Schweizer Bevölkerung die Wichtigkeit der Banken für den Wirtschaftsstandort.
M.I.S Trend hat im Auftrag der SBVg im Januar 2015 1‘000 Schweizerinnen und Schweizer über ihr Verhältnis zur Bankbranche und die allgemeine Bedeutung der Banken für die Wirtschaft befragt. Es zeigt sich, dass das Vertrauen in die Banken deutlich gestiegen ist. Der Schutz der finanziellen Privatsphäre ist einer Mehrheit der Befragten wichtig, gleichzeitig erwarten viele, dass sie künftig mehr Informationen preisgeben müssen. Der Beitrag der Banken an eine starke Wirtschaft ist anerkannt.

Zufriedenheit mit und Vertrauen in Banken auf Niveau von vor Finanzkrise

Gewaltige 86 % der Schweizerinnen und Schweizer stellen ihrer Bank gute bis sehr gute Noten aus: 32 % sind mit ihrem Institut sehr zufrieden, 54 % zufrieden und nur 2 % unzufrieden. Die Anzahl der „sehr zufriedenen“ Kundinnen und Kunden hat sich gegenüber der Umfrage vor zwei Jahren erhöht (+ 3 %). Insbesondere die Solidität und Zuverlässigkeit, die Vertrauenswürdigkeit und das Bankpersonal erhalten gute Noten. Auch stimmen 65 % der Befragten zu, dass Banken in der Schweiz finanziell solide und wirtschaftlich sicher sind.
 
Auch das Ansehen der Branche als Ganzes steigt im Vergleich zu 2013 in allen Sprachregionen an und erreicht das beste Ergebnis seit Ausbruch der Finanzkrise. Jeder zweite Schweizer (51 %) hat eine sehr positive oder positive Einstellung zu den Schweizer Banken (43 % im Jahr 2013). Gefragt nach dem Ruf des Finanzplatzes im Ausland glauben 68 %, dass der Schweizer Finanzplatz einen guten und professionellen Ruf geniesst.

Das Bankkundengeheimnis und die Privatsphäre werden differenziert betrachtet

Schweizerinnen und Schweizer wollen, dass ihre finanzielle Privatsphäre gegenüber Dritten geschützt ist: 85 % sprechen sich dafür aus. Diese Einstellung zieht sich durch alle Altersgruppen und politischen Lager. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist die Zustimmung mit 89 % am grössten. 72 % der Befragten glauben aber, dass der Schutz der Privatsphäre abnehmen wird.

Im Rahmen der aktuellen Umfrage wurde erstmals erhoben, welche Wirkung Schweizerinnen und Schweizer dem Bankkundengeheimnis beimessen. In erster Linie sehen die Befragten darin ein Mittel zum Schutz der finanziellen Privatsphäre gegenüber Privaten und Unternehmen (38 % hauptsächliche Wirkung). 21 % sehen den wichtigsten Effekt im Schutz vor dem Staat und 23 % darin, dass es Steuerhinterzieher aus dem Ausland schützt. Nur 8  % empfinden es primär als Hilfsmittel für in der Schweiz wohnhafte Steuerhinterzieher. Des Weiteren wurde erstmals gefragt, ob und wie Steuerdaten von Schweizer Kundinnen und Kunden innerhalb der Schweiz in Zukunft ausgetauscht werden sollen (Informationsaustausch im Inland). Die Meinung darüber ist geteilt. Die aktuell gültige Regelung findet mit 41 % die grösste Unterstützung. Etwa ein Fünftel (21 %) ist der Meinung, dass Steuerpflichtige sich für oder gegen einen direkten Informationsaustausch zwischen ihrer Bank und den Steuerbehörden entscheiden können sollten. Rund ein Drittel (34 %) spricht sich für die Abschaffung des Bankgeheimnisses im Inland aus. Diese Zahlen zeigen, dass Schweizerinnen und Schweizer die Zukunft des Bankgeheimnisses im Inland differenziert betrachten.

Beitrag der Banken an Schweizer Gesamtwirtschaft ist bedeutend

Für mehr als die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer (51 %) gehört der Bankensektor zu den absoluten Schwergewichten der Schweizer Wirtschaft. Weitere 35 % schätzen seine Bedeutung als ziemlich wichtig ein und nur 3 % finden, dass die Bankenbranche in der Schweiz keine bedeutende Rolle spielt. In der italienischsprachigen Schweiz ist die Bedeutung der Banken als Wirtschaftszweig besonders stark: 70 % aller Befragten dort bezeichnen die Banken als sehr wichtig. Auch die Bedeutung der Branche für den Arbeitsmarkt wird deutlich anerkannt. 44 % der Schweizerinnen und Schweizer zweifeln nicht daran, dass die Arbeitsplätze im Bankensektor wichtig sind.

Wichtigkeit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Banken erkannt

Dass die Banken auch international wettbewerbsfähig sind, halten 94 % der Befragten für wichtig oder sehr wichtig. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes bejahen denn auch 70 %. Gleichzeitig sinkt der Optimismus: 21  % gehen von einer Verschlechterung in den nächsten fünf Jahren aus, während nur 16 % eine Verbesserung erwarten. Vor zwei Jahren gingen aber noch 35 % (14 % mehr) von einer Verschlechterung aus. Wettbewerbsvorteile des Schweizer Finanzplatzes sehen die Befragten in der Stabilität der Schweiz und in der Ausbildung im Bankbereich.

Methodologie und Stichprobe

Seit 1995 führt die SBVg regelmässig eine repräsentative Meinungsumfrage durch. Die Stichprobe umfasst 1‘000 Schweizer Bürgerinnen und Bürger (500 aus der Deutschschweiz, 300 aus der Westschweiz, 200 aus dem Tessin, gewichtet nach dem demographischen Anteil jeder Sprachregion) ab 18 Jahren (ohne Altersobergrenze). Der Stichprobenfehler liegt bei maximal +/- 3,1 %. Die Stichprobe hat sich gegenüber den Vorjahren nicht bedeutend verändert und der Fragebogen wurde nur wo nötig angepasst. Die Konstanz der Umfragemethode erlaubt damit zuverlässige Langzeitvergleiche. Die Umfrage wurde vom 5. bis zum 20. Januar 2015 durch das unabhängige Institut M.I.S. Trend SA, Lausanne/Bern durchgeführt.