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Meinungsumfrage 2010 – Weiterhin hohe Zustimmung zum Bankkundengeheimnis; Zufriedenheit mit der eigenen Bank so hoch wie nie

Basel, 12. März 2010 Die Befragten stehen hinter dem Schutz ihrer eigenen Privatsphäre (89%) in finanziellen Angelegenheiten und sprechen sich für die Beibehaltung des Bankkundengeheimnisses aus (73%). Gut 70% sind überdies gegen den automatischen Austausch von Informationen mit ausländischen Steuerbehörden. Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung äussert sich eine knappe Mehrheit unzufrieden mit dem Engagement der Politik bezüglich Bankkundengeheimnis. Im nationalen Kontext ist die Zufriedenheit mit der eigenen Bank so hoch wie noch nie. Optimistisch zeigen sich die Befragten sowohl gegenüber der allgemeinen Wirtschaftslage als auch hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes.

Seit 1995 führt die Schweizerische Bankiervereinigung eine repräsentative Meinungsum-frage bei Schweizerinnen und Schweizern über ihr Verhältnis zur Bankenbranche und über die allgemeine Rolle der Banken in der schweizerischen Wirtschaft durch. Die langjährige Konstanz der Umfragemethode erlaubt einen zuverlässigen Langzeitvergleich.

Schweizerinnen und Schweizer halten am Schutz der Privatsphäre fest, 70% sind gegen den automatischen Austausch von Informationen

Das Bekenntnis der Schweizerinnen und Schweizer zur finanziellen Privatsphäre ist trotz oder gerade wegen der anhaltenden Diskussionen um das Bankkundengeheimnis weiterhin sehr stark: 89% finden, dass die finanziellen Daten von Bankkunden gegenüber Dritten geschützt werden müssen. Auch das Bankkundengeheimnis ist weiterhin fest verankert: 73% (2009: 78%) finden, dass man am Bankgeheimnis festhalten muss. Gut 70% sind der Meinung, dass dem europäischen Druck auf das Bankkundengeheimnis nicht weiter nachgegeben werden soll und sprechen sich gegen den automatischen Austausch von Informationen mit ausländischen Steuerbehörden aus. Erwähnenswert ist, dass die Bemühungen der politischen Akteure zur Verteidigung des Bankgeheimnisses bedeutend schlechter benotet werden als vor einem Jahr (40%: setzen sich nicht genug ein, 11%: setzen sich zu viel ein). Entsprechend starke Zweifel bestehen in der Frage, ob das Bankkundengeheimnis in fünf Jahren noch der heutigen Form entsprechen werde.

Image der eigenen Hauptbank nochmals verbessert gegenüber 2009

Die Schweizerinnen und Schweizer bleiben ihrer Hauptbank auch in turbulenteren Zeiten mehrheitlich erfreulich treu. Die Kantonalbanken behalten ihre Leaderstellung mit 27% gefolgt von Raiffeisenbanken (21%). Auch die Bewertung des persönlichen Hauptfinanz-institutes hat sich in diesem Jahr erneut verbessert. So äusserten 87% eine positive oder sehr positive Meinung zu ihrer Hauptbank (2009: 85%). Damit ist die Zufriedenheit mit der eigenen Bank so hoch wie noch nie seit Beginn dieser Fragestellung im Jahr 2001. Erwähnenswert ist auch, dass sich der Anteil der befragten Kunden einer Grossbank, die sich sehr positiv äussern innerhalb eines Jahres von 11% auf 22% verdoppelt hat. Auch die Vertrauenswürdigkeit der eigenen Bank hat sich offenbar von den Ereignissen der letzten Jahre erholt: 73% sind der Ansicht, dass sie ihrem Hauptfinanzinstitut Vertrauen schenken können. Im Kontrast zu dieser positiven Beurteilung der eigenen Hauptbank steht die wahrgenommene Meinung zu den Schweizer Banken in der öffentlichen Diskussion. Die Befragten schätzen die Sicht der Schweizer Bevölkerung auf die Banken schlechter ein, als dies effektiv der Fall ist.

Einschätzung der Zukunftsaussichten und internationale Wettbewerbsfähigkeit stabil

Auf die Frage, wie die Schweizer Banken und der Finanzplatz im Vergleich mit der Kon-kurrenz aus Grossbritannien, Singapur, Luxemburg oder den USA abschneiden, sehen 56% der Schweizerinnen und Schweizer die einheimischen Institute im Vorteil (2009: 59%). Kundenservice, Ausbildung und politische wie auch wirtschaftliche Stabilität der Schweiz werden nach wie vor als Standortvorteile anerkannt.

Methodologie und Stichprobe

Die Stichprobe umfasst 1004 in der Schweiz lebende Schweizer Bürgerinnen und Bürger (500 Deutschschweizer, 304 Westschweizer, 200 Tessiner) ab 18 Jahren. Der Stichprobenfehler liegt bei maximal +/- 3,1%. Die Stichprobe ist für die Befragung im Hinblick auf die neueste Erhebung erweitert worden. Neu wurden auch Personen über 74 Jahre in-terviewt, so dass nun die Meinungen aller Generationen ohne Altersobergrenze vertreten sind. Der Einfluss dieser Änderung auf das Gesamtsample ist in den inhaltlichen Fragen zu den Bankthemen in der Regel sehr klein (ein bis zwei Prozent Differenz). Der Fragebogen wurde wenig angepasst, um die zeitliche Vergleichbarkeit der Resultate zu sichern. Neu abgefragt wurde eine Frage zum automatischen Informationsaustausch (Seite 43 des Berichts). Die Umfrage wurde im Januar 2010 durch das unabhängige Institut M.I.S Trend, Lausanne, durchgeführt.