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Mehr Transparenz bei strukturierten Produkten

Basel, 2014/09/10 13:00:00 GMT+2 Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat ihre Richtlinien über die Information der Anlegerinnen und Anleger zu strukturierten Produkten revidiert. Sie wurden als Novum gemeinsam mit dem Schweizerischen Verband für Strukturierte Produkte (SVSP) erarbeitet und gelten somit für beide Verbände. Die revidierten Richtlinien berücksichtigen die Anpassungen, welche am Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) vorgenommen wurden, und erhöhen gleichzeitig die Transparenz bezüglich der Gebühren, die mit dem Vertrieb der strukturierten Produkte verbunden sind. Sie wurden von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) genehmigt und treten am 1. März 2015 in Kraft.

Die SBVg hat ihre Richtlinien über die Information der Anlegerinnen und Anleger zu strukturierten Produkten vom Juli 2007 in enger Abstimmung mit dem SVSP angepasst. Die revidierten Richtlinien berücksichtigen einerseits die Änderungen, welche am Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) vorgenommen wurden, und helfen andererseits das Interesse der Anlegerinnen und Anleger über mehr Informationen bezüglich der Vertriebsgebühren zu befriedigen.

Gemäss revidiertem KAG sehen die Richtlinien neu vor, dass ein sogenannter „vorläufiger“ vereinfachter Prospekt jeder interessierten Person kostenlos vor der Zeichnung und vor Abschluss des Vertrages angeboten werden muss. Diese Pflicht ergänzt die bestehende Pflicht, den „definitiven“ vereinfachten Prospekt während der Emission oder dem Vertragsabschluss zur Verfügung zu stellen. Die revidierten Richtlinien halten zudem fest, dass der vereinfachte Prospekt in die drei Oberkategorien „Produktebeschreibung“, „Gewinn- und Verlustaussichten“ und „bedeutende Risiken für Anlegerinnen und Anleger“ aufgeteilt sein muss. Dies wird dazu beitragen, die Anlegerinnen und Anleger noch besser zu informieren.

Die SBVg und der SVSP haben mit dieser Revision zudem die Transparenz bei den Gebühren in Verbindung mit dem Vertrieb der strukturierten Produkte erhöht. Gemäss den revidierten Richtlinien müssen neu „sämtliche vom Emittenten bei der Emission eines strukturierten Produkts im Ausgabepreis oder in einem Ausgabezuschlag (Up-Front Fee) eingerechneten Gebühren für den Vertrieb des Produktes“ kommuniziert werden. Diese Pflicht zur Offenlegung schliesst auch Vertriebsvergütungen mit ein, welche „Vertriebspartnern“ gezahlt werden. Die Vertriebsgebühren sind als Prozentsatz des Nominalbetrages des einzelnen strukturierten Produktes auszuweisen.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat die revidierten Richtlinien genehmigt. Diese treten am 1. März 2015 in Kraft.