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Die Schweiz feiert Erfolgreich den ersten Swiss Fintech & Digitization Day

Zürich, 2016/05/02 13:10:00 GMT+2 Der Schweizer Fintech-Verband Swiss Finance Startups hat den SWISS FINTECH & DIGITIZATION DAY ins Leben gerufen und dafür die Schweizerische Bankiervereinigung als Co-Veranstalter gewinnen können. Somit haben sich heute am 02. Mai 2016 zum ersten Mal überhaupt die Fintech-Startups und die Banken des Landes zusammengetan, um die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz gemeinsam zu diskutieren und voranzutreiben. Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann nahm sich Zeit um die Anliegen der Branche persönlich zu besprechen. Dafür traf er sich zunächst mit Fintech-Gründern sowie Meinungsführern von Grosskonzernen zu Gesprächsrunden in den Räumlichkeiten des Zürcher Startups Knip.

Bundespräsident Schneider-Ammann sieht grosse Chancen durch Fintech

Wie sich zeigte, waren die Ideen- und Forderungskataloge der Fintech-Gründer und Konzerne nicht nur prall gefüllt, sondern stiessen auch in dasselbe Horn: So wird auf Gründerseite beispielsweise eine Fürsprache der Regierung für das Schweizer Startup-Ökosystem, eine aktive Mitwirkung von Startup-Experten in politischen Arbeitsgruppen und Vernehmlassungen oder eine gründerfreundlichere Vermögenssteuerpolitik am Standort Zürich gefordert. Die Konzernvertreter drängen darauf, öffentlichkeitswirksam die Attraktivität und das Image der Schweiz als Innovationsstandort zu formen und regen an, unter der Schirmherrschaft von Innosuisse die Funding-Problematik systematisch anzugehen. Weiter werden spezielle Hochschulprogramme verlangt, um Bildung und Forschung in den Innovationsprozess zu integrieren.

Bei der Anschlussveranstaltung im Zürcher Kaufleuten diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die Zukunft der Digitalisierung in der Schweiz vor rund 300 geladenen Gästen aus Bankenwesen, Fintechund Digitalbranche sowie Politik und Verwaltung. Corine Mauch, Stadtpräsidentin Zürich, eröffnete die Veranstaltung: „Für die Stadt Zürich ist die Innovationsfähigkeit der Finanzbranche absolut zentral. Wenn Fintech am Standort Zürich gedeiht, trägt dies massgeblich zu einem prosperierenden Finanzplatz Zürich bei und stärkt somit die Zürcher Wirtschaft insgesamt.“

Bundespräsident Schneider-Ammann betonte in seiner Rede die grossen Chancen der Digitalisierung. „Gehen wir die Digitalisierung gemeinsam an - in der Kooperation zwischen den etablierten und den jungen Unternehmen, zwischen den Branchen der Wirtschaft, der Wissenschaft und Politik. Die Politik muss unterstützend wirken, indem sie die optimalen Rahmenbedingungen vorgibt. Dies bedeutet einen möglichst grossen Frei- und Spielraum zu schaffen, in dem sich Privatinitiative entfalten kann. Das gilt besonders für die junge Fintech-Branche. Mit offenem Geist können wir Unternehmertum fördern und eine Digitalkultur schaffen. Das sichert Arbeitsplätze und Wohlstand in der Schweiz.“

In der Paneldiskussion sassen Vertreter aus Fintech-Szene, dem Bankwesen, aus Grossunternehmen, der Bildung und Politik Seite an Seite. Hier zeigte sich einmal mehr, dass trotz unterschiedlicher Sichtweisen auf die Digitalisierung eine grosse Schnittmenge an Interessen gegeben ist und die Zukunftsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz allseits bejaht wird.

Einigkeit der Panelteilnehmer herrschte in dem Punkt, dass die Finanzierungsvolumina für innovative Startups in den Series A- und B-Runden massiv ausgebaut werden müssen, wobei staatlich geförderte Vehikel nicht als hilfreich angesehen werden. Gleichzeitig wurde betont, dass eine auf dem Verkehrswert eines Startups basierende Vermögenssteuerpolitik ein Startup-Killer sei und zwangsläufig eine Abwanderung an andere Standorte nach sich ziehe. Weiter wurde eine Digitalstrategie Schweiz gefordert, die alle Akteure einbeziehe und somit eine Entfaltung des grossen Schweizer Potentials im Rahmen einer vierten industriellen Revolution fördere.

Metropolen wie London, Berlin oder New York hätten schon vor Jahren die wirtschaftlichen Vorteile einer lebendigen Startup-Szene erkannt und böten derzeit bessere Rahmenbedingungen als die Schweiz. Hier gelte es laut der Panelteilnehmer den Anschluss zu halten und international wettbewerbsfähig zu bleiben. Wesentliche Faktoren hierbei seien die Förderung von Unternehmertum an Schweizer Hochschulen, eine angemessene, zukunftsorientierte Regulation durch die FINMA und die Nutzung der „kurzen Wege“ in der Schweiz. Mit der etablierten Bankenbranche im Rücken sei die Schweiz in der idealen Ausgangsposition, in kürzester Zeit unter die Top 3 der internationalen Fintech Hubs aufzusteigen.

Christina Kehl, die als Präsidentin von Swiss Finance Startups zu den Mitinitiatoren zählt, fasst zusammen: „Dieser Tag war für uns ein voller Erfolg! Startups treiben Innovationen und verändern mit mutigen Ansätzen ganze Branchen, dennoch ist es neben Grosskonzernen oft schwer, Gehör zu finden. Heute haben wir genau dies geschafft. Noch dazu haben wir einen wichtigen Grundstein gelegt, um hier in der Schweiz künftig gemeinsam mit den Banken und Versicherungen den Finanzplatz Schweiz der Zukunft zu formen. Davon werden am Ende alle Seiten profitieren.“

Claude-Alain Margelisch, CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung, betont: „Nur durch Kollaboration der starken Banken mit den innovativen Fintech-Unternehmen können auch in Zukunft die Vielfalt des Schweizer Finanzplatzes bewahrt bleiben, Arbeitsplätze geschaffen werden und die Wertschöpfung in der Schweiz verbleiben.“

 
  AGENDA SWISS FINTECH & DIGITIZATION DAY
12:00 Fintech Lunch bei Knip
14:00 Gründer-Roundtable mit J.N. Schneider-Ammann
Gian Reto à Porta (Contovista), Rino Borini (Financialmedia), Thomas Brändle (Run my Accounts), Urs Häusler (DealMarket), Dennis Just (Knip), Christina Kehl (Knip/SFS), Adriano Lucatelli (Descartes Finance), Vital Meyer (KTI), Hans Oury (KTI), Jan Schoch (Leonteq)
14:40 Corporate-Roundtable mit Johann N. Schneider-Ammann
Sebastian Flury (Fusion), Patrik Gisel (Raiffeisen), Felix Haldner (Partnergroup), Marianne Janik (Microsoft), Axel Lehmann (UBS), Urs Rüegsegger (Six), Marcel Stalder (EY), Jean-Philippe Tripet (Aravis), Christian Wenger (Wenger & Vieli), Roger Wüthrich-Hasenböhler (Swisscom)
15:45 Moderation: Thomas Sutter, Schweizerische Bankiervereinigung
Willkommen: Corine Mauch, Stadtpräsidentin Zürich
Ansprache: Johann N. Schneider-Ammann, Bundespräsident
16:10 Diskussionspanel: FINTECH & DIGITALISIERUNG IN DER SCHWEIZ
Dirk Helbing (ETH Zürich)
Rasoul Jalali (Uber)
Christina Kehl (Knip/SFS)
Andreas Kubli (UBS)
Adriano Lucatelli (Descartes Finance)
Claude-Alain Margelisch (Schweizerische Bankiervereinigung)
Marcel Stalder (EY)
Beat Walti (Nationalrat)
Moderiert von Rino Borini (financialmedia)
17:00 Networking Apéro