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Banken brauchen Marktzugang zu Europa

Banken brauchen Marktzugang zu Europa

Die Schweiz ist mit ihrer global ausgerichteten, innovativen Wirtschaft eine klassische Exportnation. Oftmals geht jedoch vergessen, dass neben Uhren-, Maschinenbau- oder Pharma-erzeugnissen auch der Schweizer Vermögensverwaltungs- standort eine bedeutende Exportindustrie bildet. Die SBVg setzt sich deshalb dafür ein, dass die Notwendigkeit des aktiven Marktzugangs für die Schweizer Banken prominenter in der öffentlichen Wahrnehmung platziert wird. Dafür hat sie ein Hintergrundpapier verfasst.

Von den durch Banken in der Schweiz aktuell verwalteten, grenzüberschreitend angelegten Vermögen stammen schätzungsweise 1000 Milliarden Franken von Kunden, die im EU-Raum domiziliert sind. Dadurch generieren exportorientierte Banken in der Schweiz substantielle Erträge sowie jährliche Steuereinnahmen von schätzungsweise 1.5 Milliarden Franken. Dieser Bereich beschäftigt zudem ca. 20’000 Mitarbeitende in der Schweiz und trägt damit zur guten Beschäftigungslage dieses Wirtschaftszweigs bei. Damit dies auch in Zukunft der Fall ist, sind die Banken auf einen aktiven Marktzugang zu den bedeutendsten Zielmärkten angewiesen.

Herausforderndes Umfeld macht Marktzugang noch wichtiger

Anders als bei anderen Exportindustrien im Güterbereich hindern Marktzugangsrestriktionen zunehmend daran, legitime Kundenbedürfnisse zu erfüllen und Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Steuererträge in der Schweiz zu erhalten. Bedeutende Zielmärkte haben in den vergangenen Jahren im Gegensatz zur Schweiz protektionistische Regeln erlassen, welche grenzüberschreitende Finanzgeschäfte stark einschränken.

Darüber hinaus haben sich auch die Kundenbedürfnisse stark verändert. In der Vergangenheit stand das sichere Aufbewahren von Vermögenswerten in einer verlässlichen Jurisdiktion und die damit verbundene Vertraulichkeit im Vordergrund. In der heutigen Zeit suchen Kunden jedoch vermehrt eine aktive und auf Performance ausgerichtete Dienstleistungserbringung. Sowohl der persönliche Kontakt mit den Kundenberatern als auch der Dialog mit neuen Kommunikationsmitteln ist dabei wichtig.

Marktzugang ist nicht ein «nice to have», sondern eine Notwendigkeit

Zahlreiche Studien belegen, dass es sich bei der internationalen Vermögensverwaltung nach wie vor um ein Wachstumsgeschäft handelt. Ohne einen geregelten Marktzugang bestehen für die Schweizer Banken deutliche Wettbewerbsnachteile gegenüber ihren Mitbewerbern aus dem EU-Raum. Für die Finanzindustrie ist der Marktzugang genauso essentiell wie für die Uhren-, Maschinenbau- oder Weinindustrie. Er ist deshalb nicht ein „nice to have“, sondern eine klare Notwendigkeit, damit die Chancen für den Standort Schweiz und die Finanzindustrie zukunftsorientiert genutzt werden können.

Um interessierte Kreise bei Politik und Verwaltung sowie die breitere Öffentlichkeit bezüglich der Dringlichkeit dieser Thematik zu sensibilisieren, hat die SBVg ein Hintergrundpapier verfasst.