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Der Schweizer Bankensektor

Der Bankensektor trägt massgeblich zum Erfolg des Schweizer Finanzplatzes bei. Die Schweiz gehört weltweit zu den führenden Finanzplätzen und ist nach wie vor die Nummer 1 in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung.

Der Schweizer Bankensektor zeichnet sich durch eine grosse Vielfalt an Bankinstituten und unterschiedlichen Geschäftsmodellen aus. Es werden umfassende Dienstleistungen erbracht. Vor allem der Bereich Digital Banking wächst beständig. Per Ende 2017 waren in der Schweiz 253 Banken tätig, 8 weniger als im Vorjahr. Die Reduktion betrifft ausschliesslich die Auslandbanken oder deren Filialen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) unterteilt die Banken in 8 Gruppen.

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Die Banken in der Schweiz bewegen sich in einem herausfordernden Umfeld: Steigende Regulierungskosten, anhaltende Negativzinsphase sowie politische und rechtliche Unsicherheiten im Zuge des Brexit und der Spannungen im internationalen Handel prägen die aktuelle Lage. Weiterhin sinkende Margen und die fortschreitende Digitalisierung der Finanzbranche werden in den kommenden Jahren die strukturelle Neuordnung im Bankensektor zudem weiter vorantreiben.

Die Banken nehmen diese Herausforderungen an und sind erfolgreich dabei, sich in diesem veränderten Umfeld solide zu entwickeln.

Damit die Schweiz auch zukünftig im internationalen Vergleich über einen starken konkurrenzfähigen Finanzmarkt verfügt, sind bestmögliche, international akzeptierte Rahmenbedingungen notwendig.

 

Geschäftserfolg

Der aggregierte Geschäftserfolg belief sich 2017 auf CHF 62,5 Mrd. (-0,1 %). Innerhalb der Bilanzen trug der Erfolg aus dem Zinsgeschäft trotz des Niedrigzinsumfelds mit CHF 24,0 Mrd. (-0,6 %) den grössten Teil zum Geschäftserfolg bei. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft steigt erstmalig seit 2013 wieder um CHF 0,8 Mrd. (+4,0 %) auf CHF 21,7 Mrd. an. Das Handelsgeschäft legte ebenfalls um CHF 1,6 Mrd. (+25,4 %) kräftig zu. 

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Im Jahr 2017 haben 229 der insgesamt 253 Banken in der Schweiz einen Jahresgewinn erzielt. Die Gewinne summierten sich auf CHF 10,3 Mrd. Die Verluste der unprofitablen Institute reduzierten sich deutlich um CHF 3,3 Mrd. auf CHF 0,5 Mrd. (-84,6 %). Insgesamt ist der aggregierte Jahresgewinn über alle Banken um CHF 1,9 Mrd. (+24,0 %) gegenüber dem Vorjahr angestiegen und liegt nun bei CHF 9,8 Mrd. Die Banken entrichteten Steuern in der Höhe von CHF 2,2 Mrd.

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Der Erfolgsanteil der Grossbanken liegt seit 2009 zwischen 46 und 51 Prozent und ist damit wesentlich höher als die Anteile der verbleibenden Bankengruppen. Um die Entwicklung der verbleibenden Bankengruppen besser aufzeigen zu können, wird die Entwicklung der Anteile der Grossbanken in der Abbildung nicht dargestellt.


Bilanzgeschäft und Beschäftigung bei den Banken in der Schweiz

Die aggregierte Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz stieg im Jahr 2017 von CHF 3’100,8 Mrd. auf CHF 3’249,4 Mrd. (+4,8 %). Dies ist primär auf die Marktentwicklung bei den Vermögenswerten und auf ein Wachstum des Kreditvolumens, u.a. als Folge der expansiven Geldpolitik, zurückzuführen. Die Grossbanken legten gegenüber dem Vorjahr mit CHF 111,6 Mrd. am stärksten zu, gefolgt von den Kantonalbanken (+CHF 22,1 Mrd.), den Raiffeisenbanken (+CHF 10,0 Mrd.), den «Andere Banken» (+CHF 3,8 Mrd.) sowie den Regionalbanken und Sparkassen (+CHF 2,0 Mrd.). Die Auslandbanken (+CHF 1,1 Mrd.) und Privatbankiers (+CHF 0,3 Mrd.) weisen ebenfalls einen leichten Zuwachs aus. Lediglich die Börsenbanken verzeichneten einen Rückgang der Bilanzsumme (-CHF 2,31 Mrd.).

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Die Banken in der Schweiz erfüllen seit der Einführung der Negativzinsen und der Aufhebung des Euro-Mindestkurses ihre Funktion als Kreditgeber und Finanzierungspartner vollumfänglich.

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Im Vergleich zum Vorjahr nahm das gesamte inländische Kreditvolumen im Jahr 2017 um 2,1 Prozent zu. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite (+2,68 %) ist gegenüber dem Vorjahr (+2,66 %) quasi konstant. Die Hypothekarforderungen haben seit 2007 um CHF 309,6 Mrd. (+31,8 %) zugelegt und der Anteil am inländischen Kreditvolumen ist von 78,5 Prozent auf 86,2 Prozent angewachsen. Die Hypothekarforderungen stellen somit kontinuierlich den grössten Anteil am Kreditvolumen.

Vermögensverwaltung

Die Banken in der Schweiz verwalteten per Ende 2017 insgesamt Vermögen in der Höhe von CHF 7’291,8 Mrd. Dies entspricht einem neuen Höchststand seit der Finanzkrise. Der relative Anteil von ausländischem Kundenvermögen blieb nahezu unverändert bei 48,3 Prozent. Die Schweiz bleibt weiterhin Weltmarktführerin im grenzüberschreitenden Private Banking: Mehr als ein Viertel (Marktanteil 27,5 %) des weltweit grenzüberschreitend verwalteten Vermögens wird in der Schweiz verwaltet.

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Die institutionellen Kunden wiesen 2017 sowohl im In- als auch im Ausland die grössten Depotbestände auf (34,8 % bzw. 40,9 % an den gesamten Depotbeständen). Darauf folgen in- und ausländische private Anleger mit vergleichbaren Anteilen (10,5 % bzw. 8,8 %). Die Depotbestände haben sowohl bei den ausländischen (+9,9 %) als auch bei den inländischen Privatkunden (+12,5 %) zugenommen.
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Trotz verschärften regulatorischen Rahmenbedingungen und des Niedrigzinsumfeldes bleibt die Schweiz mit verwalteten Vermögen von CHF 2’276,2 Mrd. im globalen grenzüberschreitenden Private Banking mittelfristig Weltmarktführerin. Gemäss einer Prognose der Boston Consulting Group wächst das verwaltete grenzüberschreitende Vermögen in der Schweiz bis 2021 um jährlich 3 bis 4 Prozent.

Beschäftigung bei den Banken in der Schweiz

Im Jahr 2017 beschäftigten die Banken im Inland 93’554 Personen (in Vollzeitäquivalenten). Die Anzahl der Stellen nahm im Vergleich zum Vorjahr um 7’822 Stellen ab (-7,7 %). Hauptursachen für diesen auf den ersten Blick starken Rückgang sind regulatorische Anforderungen (namentlich die sogenannte «Too-Big-To-Fail-Regulierung»), aufgrund derer die Grossbanken ihre Organisationsstruktur anpassen mussten, was auch zur Verlagerung von Personal in konzerninterne Dienstleistungsgesellschaften führte. Somit fliesst dieser Personalbestand nicht in die Bankenstatistik ein. Wenn von einer durchschnittlichen Veränderung des Personalbestandes bei den Grossbanken seit dem Jahr 2007 ausgegangen wird, sind diesem Sondereffekt schätzungsweise 6’942 Stellen zuzuschreiben. Wenn diese Entwicklung des Personalbestandes um den Sondereffekt (+6’942) korrigiert wird, ist der Personalbestand gegenüber dem Vorjahr nur leicht rückläufig (-0,9 % bzw. 880 Stellen).

Die jährlich von der SBVg durchgeführte Umfrage zur Personalentwicklung bei den Banken zeigt für das erste Halbjahr 2018 einen minimen Rückgang der Beschäftigung in der Schweiz. Sie reduzierte sich zwischen Ende 2017 und Juni 2018 von 86’234 auf 86’120 Stellen.  

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Für das zweite Halbjahr 2018 erwarten 61,6 Prozent der antwortenden Banken eine unveränderte Beschäftigung, was gegenüber der Vorjahresumfrage einem Rückgang von 2,6 Prozentpunkten entspricht. 31,9 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten einen höheren und 6,5 Prozent einen tieferen inländischen Personalbestand. Noch nie waren die befragten Bankenvertreter in den letzten Jahren so optimistisch bezüglich der inländischen Personalentwicklung.

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Im Dezember 2017 betrug die Arbeitslosenrate im Schweizer Bankensektor gemäss dem SECO durchschnittlich 2,8 Prozent. Sie lag somit um einen halben Prozentpunkt unter den Zahlen für die Gesamtwirtschaft von 3,3 Prozent und ist vergleichsweise niedrig. Insgesamt hat der Bankensektor 3’999 registrierte Arbeitslose im Jahresdurchschnitt 2017 zu verzeichnen, was einer Zunahme um 178 Arbeitslosen im Vergleich zum Jahr 2016 entspricht.25 Angesichts der grossen anhaltenden Herausforderungen, denen sich die Banken gegenübersehen, ist der Arbeitsmarkt weiterhin äusserst robust.

Im ersten Halbjahr 2018 hat sich die Arbeitslosenrate im Bankensektor gemäss der monatlichen Statistik des SECO gegenüber Dezember 2017 reduziert und lag auf einem Wert von 2,3 Prozent. Damit lag die Arbeitslosenquote immer noch leicht unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 2,4 Prozent im Juni.

 

Im Fokus: Asset Management

Das Asset Management ist neben dem Private Banking, dem Investment Banking sowie dem Corporate und Retail Banking eine weitere tragende Säule des Finanzplatzes Schweiz und von hoher wirtschaftlicher Relevanz. Gemäss aktuellen Erhebungen und Schätzungen verwalteten Banken, Fondsleitungen, Effektenhändler und Asset Manager in der Schweiz Ende 2017 Assets im Wert von rund CHF 3’400 Mrd. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2017 waren im institutionellen Bereich alleine rund 9’600 Personen direkt bei Asset Management Firmen und etwa 44’500 Personen indirekt in der gesamten Branche beschäftigt.

Asset Management wird nachfolgend definiert als «Produktion und Verwaltung von Investitionslö-sungen in Form von kollektiven Kapitalanlagen und individuellen Mandaten». Gemäss dieser Definition umfasst Asset Management Finanzdienstleistungen sowohl für institutionelle Anleger, z. B. Pensionskassen oder Versicherungen, als auch nicht-institutionelle, private Anleger mit grossen treuhänderisch verwalteten Vermögen.

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Die Rolle des Asset Managers als Intermediär erfüllt eine zentrale Funktion auf dem Finanzplatz Schweiz. Mit einer effizienten Kapitalallokation, die sich durch rationale meritokratische Investmententscheidungen auszeichnet, einer hohen Wertschöpfung und attraktiven Arbeitsplätzen, leistet das Asset Management einen wichtigen Beitrag für die Effizienz des Marktes und die Stabilität des Finanzsystems. Hinzu kommt die Aufgabe der professionellen Bewirtschaftung von Vorsorgegeldern, die zur allgemeinen finanziellen Stabilität beiträgt.  

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