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FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act)

FATCA steht für „Foreign Account Tax Compliance Act“ und ist ein unilaterales US-Steuergesetz, das eine mögliche Steuerhinterziehung zu Lasten der USA eindämmen soll. FATCA richtet sich an Finanzinstitute weltweit und verlangt von diesen, dass sie den US-Steuerbehörden periodisch Informationen über sog. US-Konten weitergeben. Als Druckmittel dient eine 30-prozentige Strafquellensteuer auf Erträgen aus US-Titeln.

Für Finanzinstitute ist die Umsetzung von FATCA mit sehr grossem administrativem und finanziellem Aufwand verbunden.

FATCA Foreign Account Tax Compliance Act Worldwide


FATCA-Abkommen

Neben vielen anderen Ländern hat auch die Schweiz mit den USA einen Staatsvertrag zur erleichterten Umsetzung von FATCA abgeschlossen. Auf der Basis dieses Staatsvertrags (sog. FATCA-Abkommen) wurde schliesslich ein Schweizer FATCA-Gesetz erlassen, das per 30. Juni 2014 in Kraft getreten ist. Durch das FATCA-Abkommen wird der Implementierungsaufwand für schweizerische Finanzinstitute reduziert.

Das FATCA-Abkommen, das momentan zwischen der Schweiz und den USA in Kraft ist, richtet sich nach dem sog. Modell 2. Nach diesem Modell melden schweizerische Finanzinstitute die meldepflichtigen Kontodaten mit Zustimmung der betroffenen Kunden direkt an die US-Steuerbehörden. Ohne Zustimmung erfolgt eine anonymisierte, aggregierte Meldung gewisser Kontoinformationen. Auf der Basis der aggregierten Meldung kann die US-Steuerbehörde schliesslich mittels eines Amtshilfegesuchs die Übermittlung von spezifischen Kunden- und Kontodaten verlangen, sofern dies im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und den USA vorgesehen ist.

Am 8. Oktober 2014 hat der Bundesrat ein Mandat zu Verhandlungen mit den USA über einen Wechsel zu einem FATCA-Abkommen nach dem Modell 1 beschlossen. Ein FATCA-Abkommen nach dem Modell 1 unterscheidet sich in verschiedenen Punkten von einem FATCA-Abkommen nach dem Modell 2. Im Unterschied zum Modell 2 erfolgt die Meldung von Informationen beim Modell 1 beispielsweise nicht vom Finanzinstitut direkt an die US-Steuerbehörden, sondern vom Finanzinstitut an die ESTV und von der ESTV an die US-Steuerbehörden. Das neue Abkommen nach dem Modell 1 wird frühestens im Jahr 2018 in Kraft treten.

FATCA Foreign Account Tax Compliance Act Swiss

FATCA-Qualifikationsgremium

Das FATCA-Qualifikationsgremium dient der Zusammenarbeit von beteiligten Interessenvertretern. Es behandelt Fragen, die sich bei der Umsetzung des FATCA-Abkommens ergeben. In der Auslegung des Abkommens ist die Schweiz allerdings nicht autonom, vielmehr ist in gewissen Fällen eine Rücksprache mit den USA erforderlich. Die Beurteilungen geben die Auffassung des FATCA-Qualifikationsgremiums wieder, die, wo erforderlich, mit den zuständigen US-Behörden konsultiert worden ist.

Das FATCA-Qualifikationsgremium ist am 2. Oktober 2013 konstituiert worden. Die Leitung des Qualifikationsgremiums liegt beim Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF). Beteiligt sind weiter Vertreter der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) sowie der folgenden Institutionen:

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Urs Kapelle Experte

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Leiter Finanzpolitik & Steuern
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