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Schweizerischer Bankiertag 2007 in Bern – Starke Politiker braucht die Schweiz!

Basel/Bern, 20. September 2007 – Die 94. Generalversammlung der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) fand heute im Stade de Suisse in Bern statt. Gut 400 Bankiers und Gäste aus Wirtschaft, Politik, von Behörden, Verbänden und Medien nahmen am festlichen Anlass teil. Botschafter aus über 30 Ländern gaben dem Anlass einen internationalen Rahmen. "Führung und nicht Passivität" - lautete die diesjährige Hauptforderung von Pierre Mirabaud, Präsident der SBVg, die er an Politiker richtete. Rahmen setzen und Entscheidungen treffen, welche die Verwaltung loyal und ideologiefrei umsetzen kann, sei eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Pierre Mirabaud ging weiter und nannte drei Aspekte, durch welche das Parlament professionalisiert und gestärkt werden könnte: Erstens müsse der Souverän starke Führungspersönlichkeiten wählen, zweitens das Anreizsystem heutigen Erfordernissen anpassen und drittens Wirtschaftsleuten den Einstieg in die Politik vereinfachen. Die Grussbotschaft des Bundesrates wurde von Doris Leuthard überbracht.

Die diesjährige Präsidialrede stand ganz im Zeichen des Wahlkampfs. Dabei betonte Pierre Mirabaud mehrmals, dass er als Interessenvertreter mit allen Parteien im Dialog stehen will und dabei weniger an Parteien als an Lösungen interessiert sei.

Fünf Thesen stellte Pierre Mirabaud auf, um die zentrale Fragestellung seiner Rede - "Was zeichnet einen hervorragenden Politiker aus" - gleich selbst zu beantworten. Diese lassen sich wie folgt zusammenfassen: Politiker müssen Gesamt- und nicht Partikularinteressen vertreten, sie sollen Landesinteressen wahren und nach aussen tragen. Zudem attestierte er den meisten Politikern einen zu engen europäischen Fokus, und forderte eine globalere Betrachtungsweise. "...die Märkte der Schweizer Wirtschaft hören nicht in Tallinn und in Lissabon auf, sondern reichen bis nach Seoul und Mumbai, Los Angeles und Sao Paulo." "Realismus und wirtschaftlicher Sachverstand sind gefragt und nicht rückwärtsgewandte Euroromantik" - so sein Fazit. Auch will er starke Persönlichkeiten auf dem politischen Parkett sehen, die mehr Praktiker als Theoretiker sind, sprich lösungsorientierte Vertreter und nicht Parteiideologen.  Gewohnt direkt meinte Pierre Mirabaud abschliessend: "Lösungsorientierte Führung im Landesinteresse in einem globalisierten Umfeld - das ist das Erfordernis, dem Politik wie Bankiers nachleben müssen."

Charakteristisch für die diesjährige Rede war ebenso, dass Pierre Mirabaud sich nicht scheute, klar Stellung zu beziehen. Beispielsweise warf er die Frage auf, warum in der Politik die Themen Landwirtschaft und Bildungsausgaben so dominant seien. Dabei merkte er an, dass die Wirtschaft zu schlecht auf politischer Ebene vertreten sei, wenn man bedenke, wie viel diese zum Wohlstand der Schweiz beitrage. Auch hinterfragte er die permanente Polemik um höhere Bildungsausgaben: "Statt sich bei der Erhöhung einzig um Prozentzahlen zu streiten, sollten zuerst Ziele gesetzt und Notwendigkeiten definiert werden." Zudem kritisierte er die Verpolitisierung der Beamtenschaft. Im Gegenzug dazu forderte er aber auch die Wirtschaft auf, ihren Vertretern zu ermöglichen, aktiv am Politgeschehen partizipieren zu können. Von den Arbeitgebern müsse die nötige Zeit zur Verfügung gestellt werden, um angemessenes Gehör auf politischer Ebene zu erlangen. Kein Verständnis brachte er überdies für die Forderungen der EU im Steuerstreit auf. Dabei wies er einmal mehr drauf hin, dass der EU in freundschaftlichen Gesprächen immer wieder klar zu machen sei, wo ihr Einfluss aufhöre und wo unsere Souveränität anfange.

Zu guter letzt forderte er die Wähler auf, die Wahllisten ihrer Parteien zum Wohle der Schweiz kritisch zu analysieren und keine Angst vor dem Kumulieren von Namen und dem Panaschieren zwischen Listen zu haben. Zum Abschluss wünschte er sich: "...dass aus jeder Partei möglichst viele Pragmatiker gewählt werden, die wissen, dass die Wähler Lösungen wollen und nicht ideologische Grabenkämpfe."

Bundesrätin Doris Leuthard überbrachte die Grüsse der Landesregierung unter dem Titel "Die Guten, die Bösen und die Banken".

Mitteilung an die Redaktionen
Die vollständige Präsidialansprache und die Rede von Bundesrätin Doris Leuthard finden Sie ab 16.00 unter www.swissbanking.org.

Kontaktadressen für Medienanfragen
Thomas Sutter
Leiter Kommunikation Schweiz
Schweizerische Bankiervereinigung,
Basel
Tel. +41 61 295 92 06
Fax +41 61 272 53 82
www.swissbanking.org
James Nason
Head of International Communications
Schweizerische Bankiervereinigung,
Basel
Tel. +41 61 295 92 15
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