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Schweizerischer Bankiertag 2005 in Zürich – Einmischen erwünscht!
Basel/Zürich, 15. September 2005 – Die 92. Generalversammlung der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) fand heute in Zürich statt. Gut 400 Bankiers und Gäste aus Wirtschaft, Politik, von Behörden, Verbänden und Medien nahmen am festlichen Anlass teil. Botschafter aus über 20 Ländern gaben dem Anlass einen internationalen Rahmen.
In einer engagierten Rede forderte Pierre Mirabaud die anwesenden Bankiers auf, sich wieder vermehrt in die Politik einzumischen und das Feld nicht den Bewahrern von Links und Rechts zu überlassen. Die Grussbotschaft des Bundesrates wurde von Micheline Calmy-Rey überbracht.


Unter dem Titel „Einmischen ist erwünscht!“ wies Pierre Mirabaud in seiner Präsidialrede in deutlichen Worten die jüngsten pauschalen Vorwürfe an die Wirtschaftselite zurück. Mit den Worten „Zuerst wird Wohlstand geschaffen, und erst dann kann er verteilt werden“, zeigte Pierre Mirabaud auf, dass die Kritik an der globalen Wirtschaft sehr kurzsichtig ist. Er führte weiter aus, dass die Schweiz weiterhin nur Erfolg haben wird, wenn es ihr gelingt, sich auf ihre Stärken wie Stabilität, Flexibilität, Innovationskraft und Internationalität zu besinnen und sich von der Vollkaskomentalität zu lösen, die insbesondere in Kerneuropa grassiert. Pierre Mirabaud wies auf die Gefahr hin, dass sich die Schweiz in ideologischen Grabenkämpfen abnützt, anstatt wichtige Fragen für die Zukunft anzugehen. Er appellierte daher an die anwesenden Bankiers, sich wieder stärker in der Politik zu engagieren und an die Tradition der grossen Schweizer Wirtschaftsführer der Jahrzehnte vor der Jahrtausendwende anzuknüpfen. Pierre Mirabaud machte aber auch deutlich, dass sich die heutige Wirtschaftselite nicht „bloss nach dem monatlichen Return on Equity als Mass aller Dinge richten“ soll. Das Gemeinwohl sollte wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, nur so kann die Wirtschaft eine wichtige Stimme in der Politik bleiben. Zum Schluss erläuterte Pierre Mirabaud einmal mehr die Gründe für das grosse Engagement der Banken für die Abstimmung zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Länder. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch die Versuche gewisser Kreise, Unternehmer und Manager auseinander zu dividieren. „Wo Einstimmigkeit nötig ist, wird plötzlich Mehrstimmigkeit. Lachende Dritte sind diejenigen Kreise, die langfristig sicher nicht unser Ideal einer liberalen prosperierenden Wirtschaftsordnung verfolgen“, fasste er seine Befürchtungen zusammen.

Bundesrätin Michline Calmy-Rey überbrachte die Grussadresse des Bundesrats.


Mitteilung an die Redaktionen
PDF Die vollständige Präsidialansprache.


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Thomas Sutter James Nason
Leiter Kommunikation Schweiz Head of International Communications
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