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Hypothekarmarkt

Hypothekarmarkt

Zahlreiche Schweizer Banken vergeben Hypotheken. Sie müssen dabei die Selbstregulierung der Branche umsetzen. Lesen Sie hier, welche aktuellen Entwicklungen es in diesem wichtigen Geschäftsfeld gibt.

Der Immobilien- und Hypothekarmarkt sorgt nach wie vor für Schlagzeilen, sei es mit Berichten über eine sich anbahnende Immobilienpreisblase, hohe Mieten und tiefe Leerstandquoten oder über mögliche Gegenmassnahmen. Die Entwicklungen auf dem Immobilien- und Hypothekarmarkt sind nicht nur für Banken relevant, sondern auch für Mieter und Eigentümer.

Aktuelles

Im Zusammenhang mit den Entwicklungen auf dem Immobilien- und Hypothekarmarkt ist unsere Vereinigung seit einigen Monaten in einem intensiven Dialog mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD), der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sowie der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA).

Vor diesem Hintergrund haben wir unsere bestehende Selbstregulierung im Hypothekarbereich revidiert. Dabei handelt es sich einerseits um die „Richtlinien für die Prüfung, Bewertung und Abwicklung grundpfandgesicherter Kredite“ sowie andererseits um die „Richtlinien betreffend Mindestanforderungen bei Hypothekarfinanzierungen“. Hauptsächliche inhaltliche Stossrichtungen sind Verschärfungen bei den Anforderungen an die Amortisation, die Einführung des Niederstwertprinzips für die Bewertung des Grundpfandes sowie Änderungen bei der Anrechenbarkeit von Zweiteinkommen.

Unser Verwaltungsrat hat beide revidierten Richtlinien mit Beschluss vom 23.6.2014 verabschiedet. Der Verwaltungsrat der FINMA hat die neuen Versionen der beiden Richtlinien am 2.7.2014 als aufsichtsrechtlichen Mindeststandard anerkannt. Die neuen Richtlinien treten grundsätzlich per 1.9.2014 in Kraft, im Falle der Mindestanforderungen mit einer Übergangsfrist für Kreditgeschäfte, die vor Inkrafttreten angebahnt worden sind und für die Anpassung der technischen Systeme (vgl. Ziffer 3, Inkraftsetzung).

Facts & Figures

Die Preise für Wohneigentum sind, nach einem starken Preisrückgang im Nachgang der Immobilienkrise der 1990er Jahre, in den letzten Jahren wieder gestiegen. Teilweise muss gar von lokalen Überhitzungstendenzen, beispielsweise im Grossraum Zürich, der Genferseeregion oder in gewissen Tourismusregionen, ausgegangen werden.

Angebotspreisindizes verschiedener Immobilien

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Die Angebotspreise umfassen Immobilienangebote in den Printmedien und den Online-Portalen. Sie entsprechen nicht zwingend dem Transaktionspreis, 1990=100, Quartalsdaten Q1 1990 bis Q3 2013. Quelle: Schweizerische Nationalbank, Wuest & Partner

Hauptgrund für die Preisentwicklung dürfte die derzeit hohe Nachfrage nach Wohnraum sein. Diese wird einerseits durch tiefe Zinsen und weit verbreiteten Wunsch nach Wohneigentum ausgelöst, andererseits aber auch durch die weiterhin anhaltende Zuwanderung und den erhöhten Platzbedarf der Schweizer Bevölkerung. Weitere Gründe für die hohe Nachfrage sind die positive Entwicklung des Realeinkommens sowie die momentan schwierige Situation auf den Anlagemärkten.

Zinssätze für variable und festverzinsliche Hypotheken

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Monatsdaten, Jan. 2008 bis September 2013, Durchschnittssätze für Neugeschäfte in %. Quelle: Schweizerische Nationalbank

Durch die hohe Wohnbautätigkeit wird das Angebot an Wohnliegenschaften laufend ausgebaut. Da das zusätzliche Angebot nach wie vor vom Markt absorbiert wird, wird auch die Planungstätigkeit nicht reduziert.

So überrascht es auch nicht, dass das Hypothekarvolumen in der Schweiz in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Derzeit beträgt es mehr als 800 Milliarden CHF.

Hypothekarforderungen Inland

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Beanspruchte Kredite in CHF Mrd. Quelle: Schweizerische Nationalbank

Grösste Marktteilnehmer sind die Kantonalbanken und die beiden Grossbanken, welche zusammen etwa zwei Drittel aller Hypotheken vergeben haben.

Hypothekarforderungen Inland gemäss Bankengruppe

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Hypothekarforderungen Inland in Mio. CHF. Quelle: Schweizerische Nationalbank