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Das Online-Magazin der Schweizerischen Bankiervereinigung
2017/12/13 08:50:00 GMT+1

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Die Banken stützen die Wirtschaft

Die Banken stützen die Wirtschaft

Der Bankensektor bleibt einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren der Schweiz. Dies zeigt eine von Polynomics im Auftrag der SBVg und des SVV veröffentlichte Studie zur Bedeutung des Finanzplatzes Schweiz. Die im Rahmen der Studie befragten Experten beurteilen die weiteren Wachstumsaussichten als verhalten optimistisch.

Die Banken haben sich im Jahr 2016 in einem herausfordernden Umfeld, das durch Negativzinsen, Regulierung und Digitalisierung gekennzeichnet war, als standfest und weiterhin von zentraler Bedeutung für die Schweiz erwiesen. Dieses Fazit zieht eine von der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) in Auftrag gegebene Studie zum Finanzplatz Schweiz, die von der Beratungsfirma Polynomics erstellt worden ist. Die Studie zeigt auch, dass sich der Bankensektor fit für die Zukunft macht.

Zunahme der Vorleistungen

Wie in den Jahren zuvor lag die erarbeitete Bruttowertschöpfung (BWS) der Banken mit CHF 30,3 Mrd. im Jahr 2016 leicht über dem entsprechenden Wert des Versicherungssektors (CHF 29,5 Mrd.). Damit trägt der Finanzsektor mit rund 9,4 Prozent wesentlich zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung der Schweiz bei. Dies ist im Vergleich mit den Nachbarländern überdurchschnittlich viel.

Die Wertschöpfung der Banken dürfte konstant bleiben.

Die bereits in den Vorjahren beobachtete Tendenz der rückläufigen Wertschöpfung der Banken hielt auch im vergangenen Jahr an. Massgebend waren die höheren Vorleistungen bei relativ konstanten Erträgen der Banken. So ist der Anteil der Vorleistungen am Bruttoproduktionswert von 35 Prozent im Jahr 2006 auf 48 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. Diese Entwicklung hat sich in den jüngsten Jahren stark beschleunigt und ist Ausdruck zunehmender Auslagerungen von Produktionsprozessen bei den Banken. Die Digitalisierung und die zunehmende Intensivierung des Wettbewerbs sind die Haupttreiber dieser Entwicklung.

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Der externe Bezug von Dienstleistungen erleichtert es den Banken, sich mit innovativen Geschäftsmodellen und Dienstleistungen für die Zukunft zu rüsten. Der zunehmende Bezug von Vorleistungen löst eine höhere Wertschöpfung bei ihren Zulieferern in anderen Wirtschaftssektoren aus. Solche indirekten Effekte lösten im Jahr 2016 eine zusätzliche Wertschöpfung von CHF 15,0 Mrd. aus. Die Wertschöpfung des Bankensektors dürfte in den nächsten zwölf Monaten relativ konstant bleiben.

Grosser Beitrag für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen

Mit insgesamt über 140'000 vollzeitäquivalenten Beschäftigten arbeiteten im Jahr 2016 rund 3,8 Prozent aller Angestellten der Schweiz in der Bankbranche. Aufgrund der Verflechtungen mit den Vorleistungssektoren ermöglichte der Bankensektor im Jahr 2016 darüber hinaus mehr als 166'000 zusätzliche Arbeitsplätze. Insgesamt hängen so rund 310'000 vollzeitäquivalente Beschäftigte von der Bankenbranche ab.

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In einer im Rahmen der Studie durchgeführten Konsensbefragung erwarten Finanzexperten für die nächsten zwölf Monate, dass die Beschäftigung um 0,7 Prozent sinkt. Diese Tendenz wird gemäss Einschätzungen der Experten auch in der mittleren Frist Bestand haben. Somit wird für die nächsten fünf Jahre im Durchschnitt eine ähnliche Entwicklung wie in den letzten fünf Jahren erwartet.

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Schliesslich leistet der Bankensektor auch einen wichtigen Beitrag zu den Fiskalerträgen der öffentlichen Hand. Mit über CHF 17 Mrd. Steuergeldern stemmt der gesamte Finanzsektor annähernd die Ausgaben des Bundes für Verkehr, Landesverteidigung, Landwirtschaft und Ernährung. Das Fiskalvolumen der Banken belief sich 2016 dabei auf fast zwölf Milliarden und damit neun Prozent aller Steuern in der Schweiz.

 „Herausforderungs-Barometer“ zeigt Strukturwandel

Die in der Studie befragten Experten sind überzeugt, dass sich die Betreuung der Kunden durch neue Entwicklungen wie künstliche Intelligenz, Data Analytics oder Robo-Advice verändert. Die entsprechenden Schnittstellen dürften in Zukunft weiterhin von den etablierten Instituten bewirtschaftet werden. Darüber hinaus würden Regulierungsthemen wie Cyber-Kriminalität und Datenschutz an Bedeutung gewinnen. Beispielsweise seien Anpassungen am bisherigen Schutz der Kundendaten infolge der neuen Möglichkeiten im Zusammenhang mit Big Data notwendig.

Entscheidend ist die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Mitarbeitenden.

Bezüglich der zukünftigen Standortfaktoren wird die Nähe zu innovativen IT-Unternehmen als zentral eingeschätzt. Entscheidend seien vor allem auch die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Mitarbeitenden sowie wirtschaftliche und politische Stabilität. Mit der weiteren Zunahme der Wettbewerbsintensität wird in Zukunft auch eine pragmatische Ausgestaltung der Finanzmarktregulierung wichtiger.

Die Digitalisierung bietet somit Möglichkeiten für Banken, ihre Geschäftsprozesse weiter zu optimieren und innovative Dienstleistungen anzubieten. Entscheidend wird dabei weiterhin sein, dass die Banken schon heute in ihre Zukunft investieren. So wird der Bankensektor noch lange einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für die Schweiz bleiben.