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2017/09/21 09:40:00 GMT+2

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Breite Ablehnung gegen das Vollgeld-Experiment

Breite Ablehnung gegen das Vollgeld-Experiment

Nach dem Bundesrat, der Nationalbank, economiesuisse und der SBVg hat kürzlich auch die zuständige parlamentarische Kommission die Vollgeld-Initiative abgelehnt. Der Ständerat behandelt die Vorlage am 28. September.

Während sich keine namhafte Organisation hinter die Vollgeld-Initiative stellt, wächst der Widerstand kontinuierlich weiter. So ist die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) am 31. August 2017 zum Schluss gekommen, dass die Initiative ein zu hohes Risiko für die Schweiz bedeuten würde. Sie lehnte das Experiment denn auch sehr deutlich mit 11 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen ab.

Der Ständerat wird sich am 28. September mit diesem Thema befassen. Voraussichtlich wird auch er dem Vollgeld-Experiment eine Abfuhr erteilen, denn die Gründe dagegen sind gewichtig:

  • Der Wechsel in ein Vollgeldsystem wäre ein weltweit noch nie getestetes Hochrisikoexperiment mit massiven Unsicherheiten. Die Schweiz verfügt heute über ein stabiles und sicheres Wirtschafts- und Geldsystem. Es gibt keinen Grund, die Schweizer Volkswirtschaft unkalkulierbaren Risiken auszusetzen.
  • Die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte würde teurer, bürokratischer und langwieriger. Kredite dürften nicht mehr durch Sichteinlagen finanziert werden. Das engt den Spielraum für die Kreditvergabe ein und verteuert die Kredite. Die Vergabe könnte von den Banken kaum mehr im geforderten Umfang rentabel erbracht werden. Die Folge wäre, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) einspringen muss. Das Kreditvolumen würde teilweise durch die SNB zentral und damit staatlich gesteuert. Heute werden Kredite an Unternehmen und Privatpersonen dezentral und effizient von hunderten Banken vergeben, welche ihre Kunden und ihre Region kennen. Dieses System würde unnötig aufs Spiel gesetzt und durch zentrale und bürokratische Prozesse ersetzt.
  • Die Unabhängigkeit der Nationalbank würde untergraben. Die Initiative fordert die schuldfreie Schaffung von Geld. Die Forderung der Vollgeld-Initiative würde sich nachteilig auf die SNB auswirken. Thomas J. Jordan, Präsident des SNB-Direktoriums, hat es anlässlich der SNB Generalversammlung 2016 deutlich zum Ausdruck gebracht: „Die Unabhängigkeit der SNB würde untergraben, wenn wir neues Geld direkt an den Staat oder die Haushalte verteilen müssten. Dadurch würde die Nationalbank zum Spielball politischer Interessen, und die Erfüllung unseres Mandats würde erschwert.“

Vollgeld würde das bestens funktionierende Schweizer Wirtschafts- und Geldsystem auf den Kopf stellen. Das ist unnötig und hochriskant. Deshalb Nein zur Vollgeld-Initiative. Mehr Informationen auf www.vollgeldinitiative-nein.ch.