SwissBanking
Das Online-Magazin der Schweizerischen Bankiervereinigung
2017/09/21 09:40:00 GMT+2

Sektionen

Message
Better together

Better together

Banken brauchen Fintechs, um international wettbewerbsfähig zu bleiben und Fintechs brauchen Banken, weil diese über das Vertrauen der Kunden verfügen. Unter dem Motto Better together fand am 4. September der Swiss Fintech and Digitization Day statt.

Wer macht das Rennen – die Banken mit ihrem traditionellen Geschäft oder die innovativen Fintechs? Die simple Antwort auf diese Frage: Keiner. Während Fintech-Unternehmen einen idealen Rahmen für neue Geschäftsideen bieten und diese rasch umsetzen, geniessen die Banken das Vertrauen der Bevölkerung und können durch Kooperationen mit Startups beispielsweise ihr Leistungsangebot ausbauen. Die Entwicklung geht folglich vermehrt von einem Egosystem zu einem Ecosystem; von einem Gegeneinander zu einem Miteinander. Dass dieses aber noch Verbesserungspotenzial hat, zeigte sich am Swiss Fintech and Digitization Day, welcher unter dem Motto „Better together“ am 4. September 2017 in Zürich stattfand. Neben Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der sich die Digitalisierung der Schweiz auf die Fahne geschrieben hat, fand auch eine Panel-Diskussion zum Thema “Egosystem vs. Ecosystem“ statt.

Innovationen: Schweiz ist Top

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) als Sponsorin dieses Anlasses hat die Wichtigkeit der Digitalisierung des Bankings längst erkannt und vor einem Jahr die Expertengruppe (EG) Fintech ins Leben gerufen, in der hochrangige Vertreter aller Bankengruppen Einsitz nehmen. Die EG Fintech beobachtet unter anderem zukunftsträchtige Fintech-Entwicklungen mit dem Ziel, dass die Schweiz das Land mit den besten Rahmenbedingungen für das digitale Business wird. Denn in Zukunft wird es keinen erstklassigen globalen Finanzplatz ohne bedeutenden Fintech Cluster geben. Die Zeichen dafür sind positiv: Gemäss der Swiss Fintech Startup-Map vom Juli 2017 arbeiten derzeit 207 Fintech-Unternehmen an zukunftsträchtigen Ideen. Sowieso ist die Schweiz weltweit die Nummer eins, wenn es um Innovation geht. „Die Schweiz ist ein einziger Innovationsplatz und das muss auch so bleiben“, sagte Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Swiss Fintech Day. Dafür werde er sich einsetzen.

Sinnvolle Regulierung nötig

Damit die Schweiz auch in Zukunft Innovationsleader ist, sind eine sinnvolle Regulierung und optimale Rahmenbedingungen unerlässlich. Ein Swiss Finish wäre hinderlich für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sowohl der Fintech-Unternehmen als auch der Banken, waren sich die Panelisten der Podiumsdiskussion am Swiss Fintech and Digitization Day einig. In diesem Zusammenhang begrüsst die SBVg , dass die vom Bundesrat angepasste Bankenverordnung den Bedürfnissen der neuen digitalen Geschäftsmodelle Rechnung trägt. Es gibt aber noch Luft nach oben: Im weltweiten Vergleich liegt die Schweiz in punkto Wettbewerbsfähigkeit bei der Digitalisierung lediglich auf dem achten Rang.

IMD World Digital Competitiveness Ranking 2017.JPG
World Digital Competitiveness Ranking

Aus Sicht der SBVg ist es wichtig, dass bestehende Finanzdienstleistungsunternehmen zu den gleichen regulatorischen Bedingungen am innovativen Fintech-Markt partizipieren können wie die neuen Anbieter. Gerade im Rahmen der Geldwäscherei wäre es beispielsweise für den Finanzplatz Schweiz äusserst riskant, wenn die Pflichten für Fintech-Unternehmen im Geschäft mit Privatkunden aufgeweicht würden.

Diese Forderung steht aber in keinster Weise den bereits bestehenden oder angestrebten Kooperationen zwischen Fintech-Unternehmen und Banken entgegen. Im Gegenteil – nicht ohne Grund sagte Martin Hess, Leiter Wirtschaftspolitik der SBVg, anlässlich des Panels am Swiss Fintech and Digitization Day: „Ohne Fintech wird das Schweizer Banking im verschärften internationalen Wettbewerb keinen Bestand mehr haben.“