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2017/06/21 14:10:00 GMT+2

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"Die Schweiz ist keine Insel": Banken sind gegen Mauern und Grenzen

"Die Schweiz ist keine Insel": Banken sind gegen Mauern und Grenzen

Eine neue Volksinitiative will die Kündigung der Personenfreizügigkeit und gefährdet damit die gesamten Bilateralen 1. Die Banken aber brauchen ein starkes und vernetztes Verhältnis zu Europa. Im insight sagen sie warum.

Ende Juni 2017 soll eine Volksinitiative beschlossen werden, welche die Kündigung der Personenfreizügigkeit zum Ziel hat. Doch ein Nein zur Personenfreizügigkeit würde aufgrund der Guillotine-Klausel die Kündigung der gesamten Bilateralen 1 nach sich ziehen. Mit dem Start der Unterschriftensammlung ist Ende Jahr zu rechnen. Somit wird das Thema die Schweiz und die Wirtschaft, wie von den Initianten beabsichtigt, bis zu den Wahlen 2019 begleiten. Die Schweiz ist also weiterhin weit entfernt von Planungssicherheit und einem stabilen Verhältnis zu Europa. 

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Herbert J. Scheidt beim Gespräch über die Europapolitik anlässlich des Bankiertags 2016.

Wie beurteilen die Banken diese Entwicklung? Vertreter der Mitgliedinstitute der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) wünschen sich unisono eine starke und vernetzte Schweiz.

Herbert J. Scheidt, Präsident der SBVg:

Unser Wohlstand ist das Ergebnis von Innovation, Fortschritt und internationalem Austausch. Zwar sind wir nicht Teil von politischen Bündnissen wie der EU, aber wir leben in diesem Umfeld und wir wollen an der Spitze bleiben. Deshalb dürfen wir die Innovation in unserem Land nicht abschnüren. Die bestehenden Verträge mit der EU und die Personenfreizügigkeit sind dafür existentiell wichtig. Mit einer Aufkündigung der bilateralen Verträge versenken wir unser eigenes Erfolgsmodell.

Patrik Gisel, CEO der Raiffeisen Gruppe:

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Patrik Gisel, CEO der Raiffeisen Gruppe
"Die Schweiz sollte den bilateralen Weg mit der EU weiterverfolgen. Er garantiert der Schweiz die politische Autonomie und sichert die wirtschaftliche Integration im europäischen Binnenmarkt. Beides ist wichtig für unser Land. Raiffeisen ist sich auch als Inlandbank bewusst, dass jeder zweite Franken im Ausland verdient wird. Viele unserer KMU-Kunden profitieren vom freien Zugang zum Markt unseres wichtigsten Handelspartners. Ein geregeltes, stabiles bilaterales Verhältnis zur EU ist eine wichtige Grundlage, um die Prosperität des Wirtschaftsstandorts Schweiz und unseren Wohlstand zu sichern."

Martin Scholl, CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB):

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Martin Scholl, CEO der ZKB
"Die Schweiz steht gut da - mit vielen erfolgreichen Unternehmen, tiefer Arbeitslosigkeit und hervorragenden öffentlichen Infrastrukturen. Eine entscheidende Grundlage unseres Wohlstands sind die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union. Im Interesse unseres Landes brauchen wir auch in Zukunft eine konstruktive und pragmatische Zusammenarbeit mit unseren europäischen Nachbarn."

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Yves Mirabaud, Président de l’ Association de Banques Privées Suisses et Associé gérant Senior de Mirabaud & Cie SA

Yves Mirabaud, Président de l’ Association de Banques Privées Suisses et Associé gérant Senior de Mirabaud & Cie SA:

"La Suisse n’a jamais été aussi prospère que depuis qu’elle a mis en œuvre ses accords bilatéraux avec l’Europe. La libre circulation des personnes garantit à notre économie de pouvoir recruter les talents nécessaires au maintien de sa compétitivité, sans parler de l’obtention de l’accès aux marchés européens qui lui permettrait d’écouler ses produits et services tout en créant de l’emploi ici. C’est pourquoi il faut que la Suisse cultive des liens stables avec son grand voisin."

 

Samuel Holzach, Group Managing Director und Regionaldirektor Basel bei der UBS:

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Samuel Holzach, Group Managing Director und Regionaldirektor Basel bei der UBS
"Die Schweiz ist keine Insel. Wer Grenzen zieht, Mauern aufbaut und Abkommen künden will, schwächt die Schweiz und unseren Wohlstand."

 

 

Sind auch Sie von den Vorteilen einer starken und vernetzten Schweiz überzeugt? Auf www.europapolitik.ch finden Sie Informationen, Mitmachmöglichkeiten und Statements.

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