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Was den Finanzplatz 2016 auch noch beschäftigen wird
2016/01/21 00:00:00 GMT+1

Was den Finanzplatz 2016 auch noch beschäftigen wird

Was bringt 2016 für Aufgaben, die die Banken angehen müssen? Sindy Schmiegel fasst sie zusammen.

Im Teil I haben Sie lesen können, dass die SBVg selbst 2016 einige Neuerungen verdauen muss und darf. Auch der Finanzplatz als Ganzes wird 2016 immer wieder mit Themen zu tun haben, die zwar medial vielleicht keine Riesenwellen schlagen, aber dennoch von enormer Tragweite sind.  

Moderner Anlegerschutz

In der Regulierungswut der letzten Jahre ist einer ziemlich untergegangen: der mündige Bankkunde, der eigenverantwortlich über sein Geld entscheiden kann und nicht vor sich selbst geschützt werden muss. 2016 wird das legislative Grossprojekt Finanzmarktrecht FIDLEG und FINIG weitergehen. Wir werden alles daran setzen, dass die richtige Balance zwischen Kundenschutz und Förderung der Eigenverantwortung gefunden wird. Ein moderner, sinnvoller Anlegerschutz ist schliesslich auch ein Wettbewerbsvorteil.

AIA-Umsetzung

Der politische Wirbel hat sich gelegt, aber die Arbeiten für die Umsetzung des automatischen Informationsaustauschs bei den Banken sind in vollem Gange. Die Schweizer Banken werden dank dieser grossen Anstrengungen bereit sein, alle nötigen Daten zu liefern. Was aber, wenn die Schweiz sich allein auf weiter Flur befindet, weil rundherum kaum ein anderes Land die hehren Vorsätze zur Steuertransparenz erfüllen kann, auch die Early Adopters nicht? Darauf sollte das Global Forum ein Auge werfen, und die Schweiz sollte das umsetzen, was international Standard ist.

Länderevaluation

Das Global Forum ist ein gutes Stichwort: Ab dem Frühjahr steht in der Schweiz ein Länderexamen durch das Kontrollorgan der OECD an. Geprüft wird, ob die Schweiz die OECD-Standards ordentlich einhält. Im Inland wird das niemand bezweifeln, aber sehen die ausländischen Examinatoren das auch so? Und messen sie die Schweiz mit gleichen Ellen wie andere Länder? Oder lassen sie sich immer noch vom Generalverdacht des Steuerparadieses Schweiz leiten, der allerdings nun schon seit einigen Jahren Geschichte ist?

Steueragenda

A propos Steuern: Banken sollten sich eigentlich hauptsächlich damit befassen, Kundenvermögen performance- und sicherheitsorientiert zu verwalten, Unternehmen mit Krediten zu versorgen und den Zahlungsverkehr sicherzustellen. Stattdessen werden auch 2016 erhebliche Kräfte damit gebunden werden, Steuerthemen zu bearbeiten und in der Praxis richtig umzusetzen. Ein Herkules wäre schön, der sich dieser Aufgaben annimmt, aber leider ist der nicht in Sicht.

Abschliessend ist dieser Blick auf die Finanzplatzagenda freilich nicht. Themen wie Digitalisierung, Regulierungskostenabbau, diverse Volksabstimmungen, Asset Management und noch viele mehr bleiben in unserer Arbeit wichtig.

Ich lade Sie herzlich ein, die Entwicklungen auf dem Finanzplatz aus nächster Nähe mitzuverfolgen – entweder auf unserem Niuws-Kanal SwissBanking, den es auch als App gibt, im Magazin insight oder via Twitter, Blog und Webseite. Wir freuen uns auf angeregte Diskussionen!

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