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Interessiert… Altersvorsorge?
2017/05/18 08:00:00 GMT+2

Interessiert… Altersvorsorge?

Das Thema Altersvorsorge wird in Politik und Medien heiss diskutiert und ist nicht zuletzt auch bei den Schweizer Banken im Gespräch. Doch ist es auch für junge Leute relevant?
Nadja Zurflüh untersucht in ihrer Blogserie, inwiefern die Top-Themen der Finanzwelt auch für die Generation Y – also diejenigen, die zwischen 1980 und 1995 geboren sind – interessant sind. Nadja Zurflüh arbeitet in der Kommunikationsabteilung der SBVg und studiert Betriebsökonomie.


Weisheiten wie „Wer sich im Alter wärmen will, muss sich in der Jugend einen Ofen bauen“ kenne ich schon von meinem Grosi. Ja klar, sie hat Recht, dass man sich bereits in jungen Jahren Gedanken zur Altersvorsorge machen soll. Doch ist das in der Praxis auch der Fall?

Die provisorischen Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik (BfS) bestätigen, dass sich die demografische Alterung in der Schweiz immer weiter fortsetzt. Dabei definiert sich die demografische Alterung gemäss BfS als Zunahme des Anteils der 65-Jährigen und Älteren in der Bevölkerung. Dieser Anteil wächst in der Schweiz stetig und beträgt gegenwärtig bereits 18,1 Prozent. Der Anteil der unter 20-Jährigen beläuft sich auf 20,1 Prozent. Dabei sind die Babyboomer heute noch nicht mal im Rentenalter. Sie kommen also auch bald dazu.

Länger arbeiten, weniger Rente

Das müsste die Alarmglocken bereits läuten lassen: Immer weniger Geld wird eingezahlt und immer mehr Geld wird bezogen. Aus diesem Grund werden die 1. und die 2. Säule erstmals gleichzeitig und umfassend reformiert. Die Altersreform 2020, die am 17. März 2017 vom Parlament verabschiedet wurde, hat das Ziel, die finanzielle Stabilität zu sichern und das Rentenniveau beizubehalten. Sie enthält Massnahmen wie die Erhöhung des Rentenalters oder die Senkung des Mindestumwandlungssatzes; beides Optionen, die nicht gerade attraktiv scheinen und bei den Jungen den Verdacht aufkommen lässt, dass sie länger arbeiten und gleichzeitig weniger Rente erhalten werden.

Ein Städtetrip weniger

Wie die Generation Y – also diejenigen, die zwischen 1980 und 1995 geboren sind – tickt, stellt Steffi Burkhart in einer Publikation von Ogilvy sehr anschaulich dar. Unter anderem wird uns Jungen der Wunsch nach „Instant Gratification“ nachgesagt. Der Begriff steht für die unmittelbare Befriedigung von Bedürfnissen und die sofortige Erfüllung von Wünschen.

Dennoch bin ich mir sicher, dass wir auch unseren gewohnten Lebensstandard im Rentenalter gesichert haben möchten. Und wir wollen ganz bestimmt nicht bis 70 arbeiten müssen. Heute werden also Entscheidungen getroffen, die uns im Pensionsalter betreffen werden. Umso wichtiger ist es, dass wir uns mit dem Thema befassen und mitdiskutieren. Den 24. September 2017 sollten wir uns also alle in der Agenda highlighten – denn dann findet die Volksabstimmung zur Altersreform statt.

Das Thema Altersvorsorge umfasst aber mehr als nur diese Reform. Damit meine ich Entscheidungen, die jeder für sich selbst trifft, wie beispielsweise das freiwillige Sparen fürs Alter. Oder das Bewusstsein, dass der Kapitalmarkt als sogenannter 3. Beitragszahler erheblichen Einfluss auf die Höhe der Renten hat, wie eine Studie der SBVg zeigt und was auch die NZZ am Sonntag vor Kurzem eingängig erklärt hat. Wer sich jetzt schon damit befasst, was ihn später erwarten wird, kann besser planen.

Die Generation Y ist gemäss Burkhart hedonistisch orientiert. Sie strebt eine hohe Lebensqualität an und ihr Ziel ist ganz nach dem Trend YOLO (You Only Live Once) die Zufriedenheit im Hier und Jetzt. Klingt so, als liesse sich das schlecht mit dem Sparen vereinbaren. Und trotzdem: Es macht wohl doch Sinn, den einen oder anderen Städtetrip wegzulassen und stattdessen etwas Geld auf ein Säule-3a-Konto einzuzahlen.

Fazit: Altersvorsorge mag für junge Leute ein langweiliges und kein „Instant Gratification“ versprechendes Thema sein. Aber eben, Grosi hatte halt doch damals schon einen Punkt.

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