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Der Blick vom Gipfel
2017/07/24 07:30:00 GMT+2

Der Blick vom Gipfel

Die Alpen und der Schweizer Finanzplatz haben bei genauerem Hinschauen mehr Gemeinsamkeiten, als man auf den ersten Blick erkennen kann.

Ab in die Berge heisst es im Sommer: klare Seen, Gipfel mit fantastischer Aussicht und schöne Alpwiesen. Das gefällt nicht nur uns Schweizern, sondern zieht jährlich auch viele Touristen aus der ganzen Welt an. Vor Tausenden von Jahren geschaffen, sind Berge ein Symbol für Stabilität. Nein, Sie haben sich nicht in einen Schweiz Tourismus-Blog verirrt. Zwischen unseren Bergen und unseren Banken lassen sich einige interessante Parallelen ziehen.

Leader bei grenzüberschreitender Vermögensverwaltung

Da ist zum Beispiel die Attraktivität. Während fast eine Million Touristen pro Jahr auf die Jungfrau fährt, ist die Schweiz die Nummer eins auf der Welt bei der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung: Fast 25 Prozent der Offshore-Vermögen werden in der Schweiz verwaltet, die Höhe der verwalteten Vermögen ist seit Jahren stabil. Dies legt nahe, dass der Schweizer Finanzplatz für Kunden aus dem Ausland trotz internationaler Regulierungen kaum an Attraktivität eingebüsst hat, wie auch die jüngsten Zahlen der BCG-Studie zeigen.

Stabilität als Hauptargument

Was macht diese Attraktivität des Schweizer Finanzplatzes aus? Auch hier sind die Alpen eine schöne Metapher: Aus meiner Sicht ist einer der entscheidendsten Faktoren, warum ausländische Kunden in die Schweiz kommen, die Stabilität unseres Landes. Zum einen verfügt die Schweiz über ein stabiles politisches und rechtliches System. Zweitens zeichnet sich die Schweiz durch eine gesellschaftliche Stabilität aus: Wir haben eine gleichmässige Wohlstandsverteilung und Arbeitsfrieden. Und zum dritten kann der Schweizer Finanzplatz auf eine äusserst stabile Währung zählen. Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie der Credit Suisse zeigte, ist der Schweizer Franken die stabilste Währung überhaupt weltweit, denn keine andere in der Studie untersuchte Währung war in den letzten 117 Jahren stärker als der Franken. Zusätzlich lag die Inflationsrate im untersuchten Zeitraum bei 2,2 Prozent, was dem niedrigsten Wert auf der ganzen Welt entspricht.

Durch diese Stabilität wird die Schweiz berechenbar – und Berechenbarkeit scheint mir gerade in der jetzigen Zeit ein sehr guter Wert zu sein, sind doch Entwicklungen in anderen Ländern viel weniger vorhersehbar geworden. Berechenbarkeit bedeutet für mich gleichzeitig auch Verlässlichkeit. Wer will sein Vermögen nicht an einem stabilen, berechenbaren und verlässlichen Ort wissen? Ausländische Kunden finden hier die Sicherheit. Oder wie es Yves Mirabaud, Präsident der Vereinigung Schweizer Privatbanken, in einem Gastartikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt: „Diese Kunden suchen qualitativ hochstehende Dienstleistungen sowie einen Zeithorizont für die Verwaltung ihres Vermögens über Generationen hinweg.“

Und er bewegt sich doch

Nun ist es aber definitiv nicht so, dass sich die Schweizer Banken lediglich auf Standortvorteile verlassen, die sie nicht direkt beeinflussen können. Sie tragen ihrerseits dazu bei, dass ausländische Kunden die Stabilität und Sicherheit tatsächlich auch erleben. Wie auch der Berg, bewegt sich auch der Finanzplatz. Ein Beispiel sind die Reformen, welche der Basler Ausschuss nach der Finanzkrise 2008 erlassen hat, bekannt unter dem Namen Basel III. Sie werden von den Banken eingehalten, für systemrelevante Banken gelten mit den Too-Big-To-Fail-Regeln sogar noch strengere Vorschriften. Damit gehören Schweizer Banken zu den am besten kapitalisierten der Welt. Weitere Beispiele sind die hervorragende Service- und Produktequalität, die immer weiterentwickelt wird, sowie bestens ausgebildete Mitarbeiter.

Wenn Sie an dieser Stelle denken, das ist alles nicht neu, dann haben Sie natürlich Recht, es lohnt sich aber allemal die Stärken in Erinnerung zu rufen. Denn die exzellente Arbeit der Banken in Kombination mit den Standortvorteilen macht aus der Schweiz ein äusserst stabiles und attraktives Finanzzentrum. Aus diesem Grund bin ich überzeugt, dass die Schweiz auch in Zukunft auf dem Gipfel bei der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung bleibt.

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