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Banken drehen am Rad der Zeit
2017/08/31 09:30:00 GMT+2

Banken drehen am Rad der Zeit

„Tempora mutantur, nos et mutamur in illis“: Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen, so der römische Dichter Ovid. Das Zitat passt gut zur aktuellen Situation der Schweizer Banken, welche mitten im Wandel stehen. Aber nicht nur sie, sondern auch der Bund muss umdenken.

Heute hat die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) das Bankenbarometer 2017 veröffentlicht. Der Bankenplatz präsentiert sich grundsätzlich stabil, trotz zahlreicher Herausforderungen wie dem Niedrigzinsumfeld sowie den weiterhin strengen regulatorischen Anforderungen.

Mit einem Kreditvolumen von über einer Milliarde Franken kamen die 261 Schweizer Banken ihrer Rolle als Motor der Wirtschaft nach; 226 unter ihnen erzielten dabei einen Gewinn. Ausserdem ist die Schweiz mit einem Marktanteil von rund einem Viertel an der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung nach wie vor die klare Nummer 1 weltweit.

Es gibt aber auch Alarmzeichen. Sowohl der aggregierte Geschäftserfolg als auch der Jahresgewinn sind rückläufig. In der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung wachsen asiatische Finanzplätze schneller als wir. Und der Rückgang seit dem besten Ranking im Jahr 2013 im Global Financial Centres Index von Rang 5 auf 11 für den Standort Zürich und von Rang 7 auf 20 für den Standort Genf lässt aufhorchen.

Umdenken gefordert

Damit sich die Schweiz im internationalen Vergleich wieder verbessern kann und auch zukünftig über einen starken, international konkurrenzfähigen Finanzmarkt verfügt, sind bestmögliche, international akzeptierte Rahmenbedingungen notwendig. Hier braucht es einen Effort seitens der Behörden, denn auch sie sollen dem anspruchsvollen und sich ändernden Umfeld Rechnung tragen. Ein Vorwärtsgehen des Bundes braucht es auch beim Thema Regulierung, die stetig zunimmt. Diese hat der Bundesrat in seinem im Oktober vorgestellten Finanzmarktbericht als eine von fünf Stossrichtungen seiner zukünftigen Politik zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit definiert. Absichten alleine reichen hier aber nicht aus. Den Worten sollen nun Taten folgen.

Gute Beispiele gibt es bereits. Bei der Digitalisierung haben die politischen Entscheidungsträger die Zeichen der Veränderung erkannt. Seit Anfang August 2017 profitieren Schweizer Fintech-Unternehmen von Erleichterungen. Auch im Rahmen der Finanzplatzpromotion begleitete eine namhafte Delegation von Finanzmarktvertretern Bundesrat Ueli Maurer nach Asien, um die Vorteile des Finanzstandorts Schweiz vor Ort zu präsentieren.

Mit der Zeit gehen

Unsere Branche kann selbstverständlich nicht nur Wünsche anbringen. Die Banken haben den Strukturwandel aktiv erkannt und passen sich den geänderten Gegebenheiten an. Das müssen sie auch, denn die Geschwindigkeit, mit welcher die Digitalisierung die Bankenwelt verändert, ist hoch. Mit ihr bieten sich neue Möglichkeiten für Banken, Geschäftsprozesse zu optimieren – sich mit der Zeit zu verändern. Eine solche Möglichkeit sind Fintechs: Hier ist in jüngster Zeit ein starker Trend hin zur Kooperation zwischen Fintech-Unternehmen und Banken zu beobachten. Die Banken können durch Kooperationen mit Startups ihr Leistungsangebot ausbauen und Effizienzsteigerungen realisieren, die sich womöglich auf die Bilanzen der Banken auswirken werden. Aus diesem Grund bin ich deshalb schon jetzt gespannt, wie sich das Bankenbarometer 2018 präsentieren wird.

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